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Foto: fotodienst / Walter Luger
Abb. 1: Kassier Dr. Ronald Palman (AKS-ZAVOMED), Obfrau Dr. Michaela Höbarth-Haydn (AKS-ZAVOMED) und Leiterin Dr. Edith Bulant-Wodak (Initiative „Gesundes NÖ: Tut gut“).

Abb. 2: die Ergebnisse des Malwettbewerbs in Kindergärten, Volks- und Sonderschulen Niederösterreichs: Originalzeichnungen für den Apollonia-Kinder-Kalender 2012.

 
Zahnheilkunde 3. Oktober 2011

Größtes Zahngesundheitsprojekt Österreichs verstärkt Betreuung

Apollonia 2020 sichert die Kariesprophylaxe für Kinder in niederösterreichischen Kindergärten und Volksschulen.

Das Zahngesundheitsprojekt „Apollonia 2020“ betreut jährlich bereits rund 115.000 Schützlinge im Kindergarten- und Volksschulalter. Damit ist „Apollonia 2020“ die größte Kariesprophylaxeaktion für Kinder in Österreich.

Seit zehn Jahren wird „Apollonia 2020“ als niederösterreichisches Gemeinschaftsprojekt vom Arbeitskreis für Zahnärztliche Vorsorgemedizin (AKS-ZAVOMED), der Landeszahnärztekammer für Niederösterreich, der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse, dem Land Niederösterreich und der Initiative „Gesundes Niederösterreich: Tut gut!“ getragen. Mittlerweile hat sich die Zahngesundheit der Kinder in Niederösterreich entscheidend gebessert. Für die Zukunft hat das Erfolgsprojekt „Apollonia 2020“ noch viel vor: Bis 2020 sollen die WHO-Ziele für Kinder in Niederösterreich erreicht werden.

91 Prozent aller Volksschulen nehmen teil

Die Prophylaxeaktion wird flächendeckend in Niederösterreich durchgeführt und ist derzeit das größte Zahngesundheitsprojekt in Österreich:

  • Pro Jahr werden rund 115.000 Kinder zahnprophylaktisch betreut.
  • Rund 45.000 werden jedes Jahr zahnärztlich untersucht.
  • Die professionell geschulten Zahngesundheitserzieherinnen (ZGE) absolvieren jährlich über 5.000 Besuche in Schulen und Kindergärten.
  • Pro Jahr finden rund 200 Elterninformationsveranstaltungen statt.
  • 446 Patenzahnärzte/-innen sind derzeit in das Projekt involviert.
  • 32 Zahngesundheitserzieherinnen (ZGE) betreuen die Kinder.

 

Niederösterreichs Kindergärten nehmen zu 100 Prozent am Apollonia-Projekt teil. „Die Anzahl der teilnehmenden Schulen konnte – trotz freiwilliger Basis der Teilnahme – mittlerweile auf 91 Prozent gesteigert werden“, erläuterte Dr. Ronald Palman, AKS-ZAVOMED-Kassier, am 16. September 2011 in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Dr. Michaela Höbarth-Haydn, AKS-ZAVOMED-Obfrau, und Dr. Edith Bulant-Wodak, Leiterin der Initiative „Gesundes Niederösterreich: Tut gut!“, in St. Pölten (s. Abb. 1).

WHO-Ziele 2020 als Maßstab

„Die Aufklärung über die Zahngesundheit und Zahnhygiene kann nicht früh genug beginnen, weil gesunde Zähne für den Gesundheitszustand des gesamten Körpers eine essenzielle Bedeutung haben“, betont Höbarth-Haydn. Hauptziel des Apollonia-Projektes ist die Orientierung an den WHO-Zielen für 2020, die für die verschiedenen Altersgruppen definiert wurden: 80 Prozent der sechsjährigen Kinder sollen bis dahin kariesfrei sein. Aus den WHO-Zielen für 2020 leitet sich auch die Zahl im Namen des Projekts „Apollonia 2020“ ab, und die heilige Apollonia ist die Schutzheilige der Zahnärzte.

Nur pädagogisch ausgebildetes Personal

Mindestens zwei Besuche von Zahngesundheitserzieherinnen erfolgen jährlich in allen niederösterreichischen Kindergartengruppen sowie in allen Schulstufen der niederösterreichischen Volks- und Sonderschulen. „Im Unterschied zu anderen Prophylaxeprojekten Österreichs kommen beim Apollonia-Projekt nur pädagogisch ausgebildete Personen zum Einsatz“, stellt Bulant-Wodak fest.

Die zahnärztliche Untersuchung der Kinder durch Patenärzte erfolgt in zweijährigen Abständen in den Kindergärten sowie jährlich in den ersten und vierten Schulstufen.

Zur Information der Eltern über das Projekt werden Elternabende veranstaltet. Der Erfolg des Apollonia-Projektes zeigt sich auch an der hohen Akzeptanz, sowohl bei Zahnbehandlern, Eltern, KindergärtnerInnen, LehrerInnen als auch natürlich vor allem bei den Kindern selbst.

Aufholbedarf bei Kleinstkindern

Besonders schwerwiegend ist nach wie vor die Tatsache, dass fast jedes fünfte Kind bereits zu Beginn des Kindergartenbesuches von einer oder mehreren kariösen Läsionen betroffen ist. Erfreulicherweise ist auch hier ein Rückgang zu beobachten. Denn vor sechs Jahren hatte noch rund ein Drittel aller Kinder, die in den Kindergarten kamen, kariöse Zähne. Aus diesem Grund wird das Apollonia-Programm seit 2008 auch in gut frequentierten Mutter-ElternBeratungsstellen angeboten.

Ziele für 2020

Für die Zukunft hat sich das AKS-ZAVOMED-Projektteam ein wichtiges Punkteprogramm zum Ziel gesetzt:

  • Weiterhin konsequente Umsetzung der Aktion, damit das Erreichte gehalten bzw. noch verbessert werden kann (WHO-Ziel für sechsjährige Kinder).
  • Ausbau der Betreuung der 0- bis 2½-jährigen Kinder, da das WHO-Ziel sonst nicht erreicht werden kann.
  • Einbeziehung aller Volks- und Sonderschulen in die Aktion.
  • Vertiefung der Betreuung besonders kariesgefährdeter Kinder.

Apollonia-Kalender 2012

„Besonders gut kommt bei den Kindern das Apollonia-Maskottchen KROKO an, das zugleich Sympathieträger und Erkennungsmerkmal der Aktion ist“, betont Bulant-Wodak. Deshalb hat das Team des Apolloniaprojektes einen Malwettbewerb in allen Kindergärten, Volks- und Sonderschulen Niederösterreichs ausgeschrieben. Das Motto lautete „Welche Klasse/Gruppe malt den tollsten KROKO im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter?“ Zahlreiche Gruppen und Klassen haben ein selbst gemaltes, geklebtes Gemeinschaftsbild eingeschickt. Zwölf der besten Bilder wurden für einen Jahreskalender 2012 ausgewählt (s. Abb. 2).

Die Jury hatte es besonders schwer, denn die kleinen Künstler hatten sich große Mühe gegeben und kreative, lustige und bunte Bilder eingesandt. Der Kalender kann über die Apollonia-Website bestellt werden.

 

 www.apollonia2020.at

 

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