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Zahnheilkunde 3. Oktober 2011

Mechanisches Débridement

Periimplantitis


Bei den meisten Publikationen zur Behandlung periimplantärer Läsionen handelt es sich um Fallberichte, in denen mehrere Strategien angewendet wurden, um die bakterielle Belastung in der periimplantären Tasche zu reduzieren. Das Débridement der Implantatoberfläche stellt dabei das wichtigste Element in der Behandlung der periimplantären Mukositis und Periimplantitis dar.

Während es sich gezeigt hat, dass allein mechanisches Débridement bei der Therapie der Periimplantitis unwirksam ist, gab es vielversprechende Ergebnisse für die Behandlung mit speziellen Ultraschallgeräten. Bei periimplärer Mukositis kann sowohl mechanisches Débridement allein als auch mechanisches Débridement in Kombination mit Chlorhexidin erfolgreich sein. Die Daten sprechen ebenfalls dafür, dass eine hohe Recallfrequenz mit mechanischem Débridement den Entzündungsgrad, die Sondiertiefen („probing pocket depths“, PPD) und die bakterielle Besiedelung reduziert. Bei der nicht chirurgischen Behandlung der Periimplantitis mit Kunststoffküretten + Chlorhexidin vs. Lasereinsatz konnte eine signifikant höhere Reduktion der Blutung auf Sondierung („bleeding on probing“, BOP) nach dem Einsatz von Yttrium-Aluminium-Granat (YAG)-Lasern festgestellt werden. In dem folgenden Review zur nicht chirurgischen Therapie der Periimplantitis kamen die Autoren zu dem Schluss, dass die mechanische, nicht chirurgische Therapie bei der Behandlung von periimplantärer Mukositis effektiv war, während sie bei der Periimplantitis keinen Vorteil brachte.

 

Patienten und Methodik: 37 Patienten (Durchschnittsalter: 61,5 ± 12,4) mit jeweils einem Implantat, an dem Periimplantitis aufgetreten war, wurden randomisiert und entweder mit Titanhandinstrumenten oder dem Ultraschallgerät behandelt. Die Datenerhebung erfolgte zu Behandlungsbeginn und nach einem Monat sowie nach drei und sechs Monaten.

 

Ergebnisse: 31 Patienten nahmen an der Abschlussuntersuchung teil. Der mittlere Knochenverlust an den Implantaten beider Gruppen lag bei 1,5 ±1,2 mm. Zu keinem Untersuchungszeitpunkt konnten hinsichtlich der Plaque- und Gingivaindizes Unterschiede zwischen den Gruppen ermittelt werden. Die durchschnittliche Taschentiefe an den Implantaten

(PPD) zu Therapiebeginn und nach sechs Monaten lag in beiden Gruppen bei 5,1 und 4,9 mm (p = 0,30). Die Plaquebesiedelung ging an den behandelten Implantaten von 73 Prozent auf 53 Prozent zurück (p < 0,01). Der Blutungsindex ging in beiden Gruppen ebenfalls zurück (p < 0,01). Es konnte kein Unterschied hinsichtlich der Gesamtkeimzahl über den Untersuchungszeitraum ermittelt werden. Eine erhöhte Keimzahl konnte unmittelbar nach der Behandlung (p < 0,01) und bei Implantaten eine Woche nach der Ultraschallbehandlung gefunden werden (p < 0,05).

 

Zusammenfassung: Die Autoren konnten nicht feststellen, dass

  • sich die beiden untersuchten Behandlungsmethoden hinsichtlich des Behandlungsergebnisses unterschieden,
  • klinisch relevante Veränderungen in den Gruppen im sechsmonatigenUntersuchungszeitraum auftraten,
  • die Behandlung zu einer Veränderung der bakteriellen Besiedelung führte.

Während der Blutungsindex an den Implantaten zurückging und der Plaqueindex sank, gab es keinen Unterschied bei PPD und bakterieller Besiedelung zu Beginn der Studie und nach sechs Monaten sowie zwischen den Behandlungsarten.

 

Schlussfolgerung: Mechanisches Débridement von Implantaten mit einer Periimplantitis mittels Handinstrumenten oder Ultraschallgeräten führt nicht zu einer Verbesserung klinischer und bakterieller Befunde. Aus diesem Grund sind sie als alleinige Maßnahme zur Therapie der Periimplantitis ungeeignet.

 

Quelle: Renvert et al. (J Clin Periodontol, 2009, 36:604–609

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