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Zahnheilkunde 6. März 2009

Dreidimensionale Ansichten

Mit Hilfe von 3D-Aufnahmen betrachten Patienten in Ulm ihre Zähne aus völlig neuen Blickwinkeln.

In der Klinik für Kieferorthopädie und Orthodontie des Universitätsklinikums Ulm gehören dreidimensional aufbereitete Bilddaten zum Standard – nicht nur für die dort tätigen Fachärzte, sondern auch für ihre Patienten. Als bislang einzige Universitätsklinik in Deutschland nutzt Ulm in diesem Fachgebiet das moderne modulare Softwaresystem „Amira“, das die vom CT-Scanner erzeugten Daten in ein dreidimensionales Bild verwandelt.

 

Das Procedere erinnert an einen Besuch im Imax-Kino: Der Patient setzt eine 3D-Brille auf, welche die räumliche Darstellung auch kleinster Details möglich macht. Auf einem Bildschirm im Behandlungraum kann er so jeden seiner Zähne von allen Seiten betrachten: Aspekte wie Größe und Form, seine Stellung im Kiefer und der Abstand zu benachbarten Zähnen eröffnen nicht nur dem Patienten eine neue Dimension seiner Mundhöhle. Die umfassenden Ansichten vermitteln auch dem Ärztlichen Direktor der Klinik, Prof. Dr. Franz-Günter Sander, und seinen Kollegen aus benachbarten Disziplinen, eine äußerst präzise Datenbasis, die eine zuverlässige Grundlage für weitere Behandlungen schafft.

In den Genuss dieses ausgeklügelten Verfahrens gelangen derzeit allerdings nur „schwere Fälle“. Ein Beispiel: Nach einem Reitunfall erlitt eine Frau durch einen Huftritt multiple Frakturen des Gesichtsschädels. Der behandelnde Chirurg kann sich nun einen räumlichen Überblick von der Lage einzelner Knochenfragmente verschaffen.

Die dreidimensionalen Zukunftsvisonen tendieren laut Sander zu strahlungsfreien Verfahren: „In einigen Jahren werden die Bilder zunehmend mittels Magnetresonanztomographie generiert werden.“ Und dreidimensionale Anschauungsobjekte vielleicht auch für den Patienten zum Standardservice zählen.

 

Quelle: Universitätsklinikum Ulm

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