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Zahnheilkunde 6. März 2009

Vom Zahnarzt zum Master of Science

Erste Zwischenbilanz für den neuen postgradualen

Lehrgang „Paromaster“.

Der zweijährige postgraduelle Lehrgang für Parodontologie an der Medizinischen Universität Wien startete im März 2008 in sein erstes Studienjahr. Fünfzehn internationale Teilnehmer nütz-ten die ersten zwölf Monate, um ihre Kompetenz bei parodonta-len Diagnosen, fachspezifischen Therapien und bei der Erarbeitung von Behandlungsplänen zu fundieren.

 

Das Studienprogramm „Paromaster“ ist berufsbegleitend auf zwei Jahre angelegt, umfasst 30 Kurswochenenden und richtet sich an alle Zahnärzte, die an einer weiterführenden theoretischen und praktischen Fortbildung auf akademischem Niveau interessiert sind.

„Der Lehrgang in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie (ÖGP) folgt dem internationalen Trend nach postgradualer Spezialisierung in den einzelnen Teilgebieten der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“, informiert Dr. Corinna Bruckmann, MSc, die für die administratorische Leitung von „Paromaster“ zuständig ist. Die Lehrveranstaltungen hält ein Team namhafter nationaler und internationa-ler Referenten, die wissenschaftliche Leitung des Lehrganges obliegt Prof. Dr. Michael Matejka von der Abteilung für Parodontologie und Prophylaxe, Bernhard-Gottlieb-Zahnklinik der Medizinischen Universität Wien.

Berufserfahrung ist für die zweijährige Zusatzausbildung, die mit dem international anerkannten Titel „Master of Science“ (MSc) abschließt, erwünscht, aber keine Voraussetzung. Die Zulassung erfolgt aufgrund der Qualifikation anhand der eingelangten Bewerbungen auf Vorschlag der Lehgangsleitung. Die Anmeldung ist online über die Homepage der Medizinischnen Universität Wien möglich (siehe Kasten).

Positives Resüme zur Halbzeit

Die ersten 15 Teilnehmer des laufenden Lehrgangs kommen aus Österreich, Deutschland, Ungarn und Pakistan, sechs davon sind Universitätsassistenten, die übrigen niedergelassene Zahnärzte mit bis zu 20 Jahren Praxiserfahrung. Die kontinuierliche Evaluation des Kurses ergibt nach zwölf Monaten Laufzeit eine durchwegs positive Zwischenbilanz. „Obwohl die intensiven Kurswochenenden sicher eine Belastung darstellen, zeigen sich die Teilnehmer mit dem neuen Universitätslehrgang zufrieden“, betont Bruckmann. Als großes Plus des Lehrganges unterstreicht sie den umfassenden praxisbezogenen Anteil der Ausbildung: „Jeder Teilnehmer behandelt regelmäßig unter Anleitung Patienten und hat die Möglichkeit, in jeder Phase Feedback und Anregungen zu bekommen. Die Fälle werden kontinuierlich dokumentiert und im Plenum präsentiert, was den Lerneffekt erhöht.“

Praxisrelevante Inhalte

Den Praxisbezug bestätigt ein Blick in das Curriculum und den aktuellen Stundenplan, der von der Homepage heruntergeladen werden kann. Zu den ausgewiesenen Lehrzielen zählen vertiefte Kenntnisse der Grundlagenwissenschaften der allgemeinen Zahlheilkunde sowie der Parodontologie, Aspekte der klinischen Zahnheilkunde auf Public-Health-Ebene, Interaktionen systemischer und parodontaler Erkrankungen und die Führung von Patienten mit Allgemeinerkrankungen, Kompetenz in der Präsentation, Diagnose und Behandlung aller Erkrankungen des Parodontiums sowie bei der oralen Implantologie im erkrankten Gebiss. Dabei gewährleisten die internationalen Experten das entsprechende Benchmarking, wie Matejka anmerkt: „Neueste Forschungsergebnisse sehen einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und systemischen Erkrankungen. Der Parodontologe hat daher auch eine zentrale Rolle als Mittler zwischen Mund- und Allgemeingesundheit.“

Networking gefragt

Der Lehrgang ist laut Bruckmann auch ein willkommener Anlass, sich mit den neuen Medien auseinanderzusetzen: „Sämtliche Unterlagen und Aufgaben werden vorab auf der Open-Source-Lernplattform ‚Moodle‘ bereitgestellt und zum Teil auch zur Korrektur deponiert.“ Durch den engen Kontakt mit Gleichgesinnten entwickelt sich zudem ein professionelles Netzwerk, das auch nach dem Abschluss für eine rege Interaktion unter den Spezialisten sorgen soll.

 

Informationen finden Sie unter:

www.meduniwien.ac.at/paromaster

Kasten:
Postgradueller Lehrgang aus Parodontologie
Inhalte:
Anatomie: orale Strukturen
Biologische Grundlagen/Biokompatibilität
Orale Pathologie
Allgemeine Parodontologie
Pharmakologie
Praktische Parodontologie
Implantattherapie
Kieferorthopädie/Endontologie/Prothetik

Forensik
Literaturseminar
Fallpräsentation – Fallplanung
Diagnostik und konservative PA-Therapie
Chirurgische Therapien
Foto-Dokumentation
Notfallmaßnahmen
Erstellung der Master-Thesis
Umfang: rund 30 Wochenendmodule jeweils Freitag und Samstag
Anforderungen: Persönliche Anwesenheit bei mindestens 80 Prozent der theoretischen Lehrveranstaltungen, Selbststudium der unterrichteten Inhalte, positive Absolvierung der Lehrveranstaltungen gemäß dem Curriculum und der schriftlichen Prüfung nach dem ersten Studienjahr. Dokumentation von drei konsekutiv behandelten Fällen, positive Beurteilung der Master-Thesis.
Kosten: derzeit 23.950,– Euro inkl. Verpflegung
Nächster Lehrgangsbeginn: voraussichtlich 2010, Anmeldungen werden ab Herbst 2009 entgegengenommen.
Anmeldung: Das Zulassungsverfahren erfolgt schriftlich anhand der eingelangten Anmeldungen aufgrund der Qualifikation. Über die Zulassung entscheidet das Rektorat auf Vorschlag des Lehrgangsleiters. Online-Anmeldeformular und erforderliche Dokumente auf: www.meduniwien.ac.at/paromaster.
Auskünfte: Paromaster-Servicebüro, Tel: 01/4277 67202,
E-Mail: ,
Internet: www.meduniwien.ac.at/paromaster

Von Mag. Andrea Fallent, Zahnarzt

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