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Foto: Privat
Doz. DDr. Friedrich M. Chiari Vorstand der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Landeskrankenhaus Klagenfurt
 
Zahnheilkunde 6. März 2009

„Patienten wollen heute keine Überraschungen mehr erleben!“

Wie sich der niedergelassene Zahnarzt für eine erfolgreiche Zukunft aufrüsten kann, klärt der Zahn Arzt im Gespräch mit dem Tagungspräsidenten Doz. DDr. Friedrich M. Chiari.

„Interdisziplinarität wurde in der Vergangenheit oft nicht für nötig gehalten bzw. ignoriert“, wird in Fachkreisen oftmals bemängelt: Was hat sich verändert, dass es nun anders werden muss?

Chiari: Zum einen arbeiten wir al-le, also Zahnärzte, Kieferchirurgen und Kieferorthopäden, in einem für den Patienten sehr sensiblen und persönlichen Bereich: im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich! Zum anderen geht es bei den Operatio-nen, die wir in diesem Bereich durchführen, meist um Kieferverlagerungen, bei denen die konkrete Situation des Zahnapparates sowie die kon- krete Knochenstruktur im Zentrum der Überlegungen stehen; hier müssen wir künftig noch mehr interdisziplinär koordinieren: Die einzelnen Disziplinen entwickeln sich rasant weiter, und damit der Patient auch von all diesen Forschritten profitieren kann, ist es unumgänglich, die Behandlungskonzepte genauer aufeinander abzustimmen – und so ein perfektes Endergebnis zu erzielen!

 

Hat sich auch auf der Patientenseite etwas verändert?

Chiari: Die Erwartungen der Patienten sind heute sicherlich höher und auch präziser. Heute wollen Betroffene möglichst alle Unsicherheiten vorher ausgeschlossen wissen und in der Folge auch keine Überraschungen erleben. Sie wünschen sich in diesem Zusammenhang etwa Visualisierung am PC, die für sie das Behandlungsendergebnis bereits in der Planungsphase sichtbar und damit emotional besser verarbeitbar macht u. Ä. m.

 

Wie sehen Sie persönlich die Zukunft: Welchen Herausforderungen werden sich niedergelassene Kollegen stellen müssen?

Chiari: Neben den gestiegenen Erwartungen an Behandlungsverlauf und -ergebnis verlangen Patienten heute nach besserer und intensiverer Aufklärung. Und diesem Anspruch kann man nur genügen, wenn man künftig noch enger interdisziplinär zusammenarbeitet und alles möglichst schriftlich belegt: Wenn ein Patient zum Beispiel zu einem in die Praxis kommt, bei dem man als Kieferorthopäde oder Kieferchirurg gleich sieht, dass eine gemeinsame Behandlung notwendig sein wird, sollte man unbedingt anstreben, gleich von Beginn an gemeinsam vorzugehen, das heißt, dass man sich gemeinsam mit dem Patienten an einem Ort trifft, ihn berät und auch gemeinsam plant. Sehr wünschenswert wäre auch, dass man die Zwischenkontrollen gemeinsam durchführt. Dann hat man gute Voraussetzungen, ein bestmögliches Behandlungsergebnis zu realisieren, den Patienten bestmöglich aufzuklären und ihm ein maximales Sicherheitsge-fühl zu vermitteln – und auch letztendlich das Dilemma eines möglichen Fehlers frühzeitig auszuschalten.

 

In welchen Themen sehen Sie zukünftige Schwerpunkte?

Chiari: In der Ästhetik. Das Erscheinungsbild ist im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich sicherlich ein Dauerbrenner. Das haben auch die verschiedenen Experten in ihren Fachreferaten und anhand ihrer Forschungsergebnisse bestätigt. Beim nächsten Jahreskongress unter der Leitung von Prim. Doz. DDr. Oliver Ploder werden wir deshalb den Schwerpunkt auch auf Ästhetik le-gen – und zwar auf „Ästhetische Gesichtschirurgie“.

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Doz. DDr. Friedrich M. Chiari Vorstand der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Landeskrankenhaus Klagenfurt

VS , Zahnarzt

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