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Der innovative Schnuller ist direkt hinter dem Schild dünner geformt und hat eine Z-Form, die sich besser durch die Zähne „schlängelt“.
Fotos (2): idw-online.de

Prof. Dr. Stefan Zimmer Abt. f. Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin der Universität Witten-Herdecke, D

 
Zahnheilkunde 1. April 2011

Schnuller gegen Fehlstellungen

Eine aktuelle Studie zeigt: weniger frontal offene Bisse bei 16 Monate alten Kindern.

Schnuller sind im Säuglings- und Kleinkindalter beliebte Helfer, um Kinder zu beruhigen und leichter einschlafen zu lassen. Und sie können möglicherweise sogar lebensrettend sein, indem sie das Risiko für einen plötzlichen Kindstod reduzieren. Aber leider verursachen Schnuller kieferorthopädische Probleme.

 

Das bekannteste ist der frontal offene Biss, bei dem die Schneidezähne von Ober- und Unterkiefer nicht zusammen kommen. In einer wissenschaftlichen Studie, die jetzt in der renommierten Zeitschrift Pediatric Dentistry veröffentlicht wurde, hat ein Zahnärzteteam um Prof. Dr. Stefan Zimmer, Lehrstuhlinhaber für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin der deutschen Universität Witten-Herdecke, einen „normalen“ Schnuller und den von der Firma Novatex neu entwickelten Schnuller Dentistar (s. Abb oben) verglichen.

Das Ergebnis:

  • Der neu entwickelte Schnuller verursachte so gut wie keine Fälle von offenem Biss.
  • Selbst eine Kontrollgruppe ohne Schnullernutzung zeigte minimal bessere Ergebnisse.
  • Der konventionelle Schnuller schnitt signifikant schlechter ab.

Ausgeklügeltes Design

Wesentliche Neuerung des neuen Schnullers: Er ist direkt hinter dem Schild dünner geformt und hat eine Z-Form, die sich besser durch die Zähne „schlängelt“. „Es gibt eine ausgiebige auch wissenschaftliche Diskussion über die Vor- und Nachteile von Schnullern. Aber sie sind nun mal erfunden und Eltern nutzen sie. Daher wollten wir wissen: Welcher schadet den Zähnen am wenigsten?“, beschreibt Zimmer sein Forschungsinteresse.

Die Studie wurde im Auftrag des Herstellers erstellt, der sein Produkt einer wissenschaftlichen Prüfung in einer kontrollierten klinischen Studie unterziehen wollte. Zimmer betont: „Auf das Ergebnis der Studie hat die Förderung durch das Unternehmen keinen Einfluss, denn die Untersuchung wurde nach streng wissenschaftlichen Kriterien, zu denen zum Beispiel ein „verblindeter“ Untersucher gehört, durchgeführt. Das heißt, dass der Untersucher nicht wusste, welchen Schnuller das gerade untersuchte Kind benutzt hat.“ Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Von insgesamt 121 Kindern zeigten 38 Prozent der „Normalschnuller-Kinder“ einen offenen Biss, aber nur fünf Prozent der Gruppe, die den neuen Schnuller verwendeten, und gar kein Kind aus der Kontrollgruppe ohne Schnuller. „Die Zahlen zeigen auch: Längst nicht alle Kinder, die einen Schnuller nutzen, entwickeln eine Zahnfehlstellung. Insbesondere, wenn sie im Alter von zwei bis drei Jahren damit aufhören. Wenn sie aber weiter schnullern, ist der Schaden umso größer, je eher sie damit angefangen haben. Die Studie wird fortgesetzt, um die Entwicklung bei steigendem Alter zu verfolgen.“

Quelle: idw-online.de

Die Studie ist erschienen in: Pediatric Dentistry, jan/feb 2011, (32) 52-55 www.ingentaconnect.com/content/aapd/pd/2011/00000033/00000001/art00011

Weitere Informationen: Prof. Dr. Stefan Zimmer E-Mail:

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