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Zahnheilkunde 1. April 2011

Eidgenössisches Jubiläum

Am 7. März 2011 feierte die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO ihren 125. Geburtstag.

Gründervater war der Frauenfelder Zahnarzt Friedrich Wellauer, der 1886 im Zürcher Hotel Victoria mit 53 Gleichgesinnten die „Schweizerische Odontologische Gesellschaft“ aus der Taufe hob.

 

Wellauer bezeichnete es als Pflicht der neuen Standesorganisation, „die prophylaktischen und sozialen Aufgaben der Zahnheilkunde zu erfüllen“. Diesem Ziel istdie SSO bis heute treu geblieben.

Bis ins 19. Jahrhundert waren Zahnbehandlungen eine Angelegenheit für sogenannte „Handwerkschirurgen“: Hufschmiede oder Barbiere zogen eiternde Zähne mit furchterregenden Zangen. Zur Ausübung des Berufs brauchte es kein Diplom, die Zahnbehandlungen waren für die bedauernswerten Patienten eine Folter. In der Mediationszeit (1803-1813) wurden erste Vorschriften für Zahnbehandler erlassen: Sie mussten zur Berufsausübung ein Zeugnis vorlegen. 1881 wurde in Genf die erste staatlich anerkannte Zahnarztschule Europas eröffnet. Friedrich Wellauer, Gründervater der SSO, war die treibende Kraft hinter dem ersten eidgenössischen Gesetz zur Zahnheilkunde, das 1888 in Kraft trat. Voraussetzung für den Zahnarztberuf war neu der Besuch eines Gymnasiums und ein Hochschulstudium, das sieben Semester dauerte.

Mit der Gründung von zahnärztlichen Instituten an den Universitäten von Zürich (1895), Bern (1921) und Basel (1924) entstand die wissenschaftliche Zahnmedizin. Die SSO unterstützte diese Bestrebungen und richtete 1956 einen Fonds für zahnärztliche Forschung ein.

Die SSO sorgte dafür, dass auf Gemeindeebene die Schulzahnpflege eingeführt wurde. Seit den 1960er Jahren erfasst sie praktisch alle schulpflichtigen Kinder und die Kindergärten. Dank diesen Maßnahmen werden die meisten Jugendlichen heute mit intakten Zähnen aus der Schulpflicht entlassen. Die SSO förderte auch die Anreicherung von Kochsalz und Zahnpasten mit Fluorid, ein wichtiger Schutz vor Karies: Seit den 1970er Jahren sind fluoridierte Zahnpasten, seit den 1980er Jahren ist fluoridiertes Kochsalz schweizweit erhältlich. Dadurch wurde die Kariesanfälligkeit stark reduziert, bei den Schweizer Kindern und Jugendlichen gingen die Zahnschäden um 90 Prozent zurück. Das große Engagement der SSO für eine verbesserte Mundhygiene und eine regelmäßige zahnärztliche Betreuung hat dazu geführt, dass Karies und Parodontitis in den letzten 50 Jahren massiv zurückgegangen sind.

Die SSO hat heute 5.130 Mitglieder – davon etwa 3.300 Praxisinhaber, die eine qualitativ hochstehende zahnmedizinische Versorgung der Schweizer Bevölkerung gewährleisten.

 

Quelle: Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO

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