zur Navigation zum Inhalt
Fotos (2): Johannes Eschmann, Dental Tribune Schweiz
Ehrung und Symposium für Prof. Hugo L. Obwegeser fanden in der Aula der Universität Zürich statt. Von links nach rechts: Prof. Hugo L. Obwegeser, Prof. DDr. Klaus Grätz, Dekan der medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Andreas Fischer, Rektor der Universität

Prof. Hugo L. Obwegeser gilt als Pionier und Gründervater der korrektiven Chirurgie der Kieferfehlstellungsanomalien

 
Zahnheilkunde 1. April 2011

90 Jahre Hugo L. Obwegeser – eine Erfolgsgeschichte

Laudatoren, Weggefährten und Schüler aus aller Welt ehrten den ehemaligen Direktor der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Zürich.

Am 21. Oktober 2010 feierte Prof. Hugo L. Obwegeser seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstaltete die Medizinische Fakultät der Universität Zürich zusammen mit der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie am 23. Oktober 2010 ein Symposium und ehrte ihn mit einem Festakt.

 

Die Entwicklung der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist in der Schweiz sowie international eng verbunden mit dem Namen Hugo L. Obwegesers. Obwegeser gilt als Pionier und Gründervater der korrektiven Chirurgie der Kieferfehlstellungsanomalien. Von Zürich aus fand diese „neue“ Gesichtschirurgie ihren Weg in die ganze Welt.

Nach der Eröffnung des Festaktes durch Prof. DDr. Klaus W. Grätz, Dekan der medizinischen Fakultät und Direktor der Klinik für Zahn-, Mund und Kieferkrankheiten und Kieferchirurgie, sprachen Prof. Dr. Andreas Fischer, Rektor der Universität Zürich, sowie Prim. Doz. DDr. Friedrich Chiari, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ihre Grußworte.

Namhafte Festredner

Das Lebenswerk Prof. Hugo L. Obwegesers schilderten ehemalige Kollegen und Schüler, beginnend mit einem Vortrag des Organisators des Festaktes, PD Dr. Joachim Obwegeser, Leiter der Poliklinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie, Zürich.

Prof. DDr. Mostafa Farmand beschrieb Obwegeser als Lehrer und Förderer seines Faches aus universitärer und wissenschaftlicher Per- spektive auf Basis seiner publikatorischen Tätigkeit. Den fachpolitischen Einfluss Obwegesers bis hin zur Gründung der European Association for Cranio-Maxillofacial Surgery (EACMFS) würdigte Prof. DDr. Emil Steinhäuser.

Ergänzend erläuterte Prof. Dr. Bill Terry, USA, den Einfluss von Hugo L. Obwegeser auf die Entwicklung der MKG-Chirurgie in Amerika. In diesem Zusammenhang wurde auch die Freundschaft des Jubilars mit Prof. Paul Tessier angesprochen. Sowohl Obwegeser als auch Tessier beeinflussten maßgeblich die internationale kraniofaziale Chirurgie.

Prof. DDr. Maurice Mommaerts, als der derzeitig amtierende Präsident der European Association for Cranio-Maxillofacial Surgery (EACMFS), ging in seinem Referat auf die wissenschaftliche Entwicklung der orthognathen Chirurgie ein; von der Innovation hin zur evidenzbasierten Chirurgie.

Prof. DDr. h.c. Hermann F. Sailer dokumentierte in diesem Sinne den Einfluss der Züricher Schule auf die Entwicklung der Kiefer- und Gesichtschirurgie in Indien, v. a. im Bereich der Chirurgie von Spalten und craniofacialen Missbildungen, an einer enorm großen Zahl von einigen tausend Eingriffen und auf die Entwicklung der Distraktionsosteogenesis (DO) in der orthognathen und craniofacialen Chirurgie, die sowohl von Kiefer-Gesichts-Chirurgen als auch von plastischen Chirurgen getragen wurde.

Rückblick mit Österreichbezug

In diesem Kontext soll auf die Ehrung der Pioniere durch die Überreichung der „Pioneer Award Medal“ durch den Rektor der Universität Zürich anlässlich des 50. Jahrestages der ersten sagittalen Unterkieferosteotomie und des dazu veranstalteten „Symposiums on Problems and Complications in Corrective Surgery of Facial Skeletal Anomalies“ vom 21. bis 23. Mai 2003 hingewiesen werden.

Dieser Entwicklung Rechnung tragend, veranstaltete die Gesellschaft für Implantologie und Gewebeintegrierte Prothetik (GIGIP) der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie einen Folgekongress unter dem Titel „Art of Reconstructive and Aesthetic Surgery of the Face and Skull – Distraction Osteogenesis“ am 15. Mai 2004 in Wien unter der Leitung von J. Holle und K. Vinzenz, an dem sämtliche o.a. Pioniere und weitere internationale Referenten wie etwa K. Salyer (Dallas) u.v.m. aktiv teilnahmen. Das Symposium wurde von der European Association for Cranio-Maxillofacial Surgery (EACMFS), der European Association of Plastic Surgeons (EURAPS) und der International Society of Craniofacial Surgery als eine interdisziplinäre Veranstaltung sehr breit unterstützt (http://art2.gigip.org).

Diese Gruppe verbreiterte die Entwicklung hin zur funktionsbasierten ästhetischen Chirurgie durch das Zusammenführen bisher vorwiegend getrennt betrachteter ästhetischer oder rekonstruktiver Gesichtschirurgie; dies unter der Voraussetzung der engen Zusammenarbeit verschiedener chirurgischer Fachrichtungen. Die dafür notwendigen verbesserten chirurgischen Standards waren Inhalt eines weiteren internationalen Symposiums der GIGIP unter der Tagungsleitung von K. Vinzenz, erstmalig zum Thema “esthetics follows function“ vom 15. bis 16. Juni 2007 in Wien (http://esthetics.gigip.org).

Dieser langgehegte Wunsch nach Interdisziplinarität geht ebenso zurück auf Hugo Obwegeser und wurde in wichtigen Referaten des diesjährigen Züricher Festaktes hervorgehoben, beginnend mit PD Dr. Joachim Obwegeser, der bei der Schilderung des Lebenswerkes des Jubilars über die jahrelange Freundschaft mit Prof. Paul Tessier und über die erstmalige breite Etablierung der interdisziplinären Kooperation von Chirurgen und Kieferorthopäden durch Prof. Hugo L. Obwegeser, PD Dr. Ullrich Teuscher und Prof. Dr. Paul Stöckli berichtete.

 

In ähnlicher Form erschienen in: dti-germany 2/2011

Von Prof. Kurt Vinzenz, Zahnarzt 4 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben