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Zahnheilkunde 1. Dezember 2010

Konsensusdokument des 2. Europäischen Workshops über die Prävention und den Ausstieg aus dem Tabakkonsum für das zahnmedizinische Praxisteam*

Tabakkonsum wurde als wesentlicher Risikofaktor für krankhafte Veränderungen im Mundbereich erkannt, z. B. für Parodontalerkrankungen und Krebs. Ein Ausstieg aus dem Tabakkonsum bietet die Möglichkeit einer Rückbildung von Krebsvorstufen, einem verbesserten Langzeiterfolg einer Parodontalbehandlung und einem verbesserten Parodontalstatus im Vergleich mit Patienten, die weiterhin rauchen. Hilfe zur Tabakentwöhnung anzubieten fällt somit zu einem Teil in die Verantwortung der zahnärztlichen Fachkräfte und in die Ausübung des zahnärztlichen Berufes im Allgemeinen. Die Tabakentwöhnung sollte in der Unterstützung zu einer Verhaltensänderung bestehen. Begleitet durch medikamentöse Maßnahmen wird die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges noch höher. Es ist allgemein anerkannt, dass eine entsprechende Honorierung einer Raucherberatung den zahnärztlichen Fachkräften einen größeren Anreiz bieten würde, diese Maßnahmen anzubieten. Daher sollte die Honorierung der Raucherberatung für zahnärztliche Fachkräfte erzielbar sein und in entsprechendem Verhältnis zu anderen Behandlungen stehen. Internationale und nationale Institutionen für zahnärztliche Fachkräfte werden dringend ersucht, alle Anstrengungen im Hinblick auf die Prävention und den Ausstieg aus dem Tabakkonsum in der Bevölkerung, im jeweiligen Einzugsbereich und in persönlichen Kontakten zu fördern, einschließlich der Integration dieser Maßnahmen in die vorklinischen und klinischen Ausbildungen. Um die Akzeptanz der Entwöhnungsstrategien durch zahnärztliche Fachkräfte zu vereinfachen, schlagen wir ein stufenweises Betreuungsmodell vor:

1) Basisbetreuung: eine kurze Befragung aller Patienten in der Praxis, um den Raucherstatus zu erheben, die Bereitschaft zum Ausstieg zu beurteilen und die Erlaubnis, bei weiteren Zahnarztbesuchen danach zu fragen,

2) mittlere Betreuung: (kurze) Befragungen über die aktuelle Motivation zum Ausstieg, Hilfsmittel zur Unterstützung dieser Verhaltensänderung inkl. Medikamente, und

3) fortgeschrittene Betreuung: intensive Betreuung zur Erstellung eines detaillierten Planes zum Ausstieg, einschließlich des Einsatzes von entsprechenden Medikamenten. Damit ein effektiver Einsatz der Tabakentwöhnung mit Sicherheit zu einem allgemein gültigen Standard wird, sollen Fortbildungs- und Auffrischungskurse organisiert und regelmäßig allen zahnärztlichen Fachkräften angeboten werden.

Christoph A. Ramseier, Saman Warnakulasuriya, Ian G. Needleman, Jennifer E. Gallagher, Aira Lahtinen, 7/8/2010

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