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Zahnheilkunde 1. Oktober 2010

Vergleichende Untersuchung zur Erfassung der Zahnbehandlungsangst in unterschiedlichen Patientengruppen

In der vorliegenden Studie wurde die Zahnbehandlungsangst und ihre möglichen ursächlichen Faktoren in drei unterschiedlichen Patientengruppen untersucht. Die Ermittlung der Daten erfolgte mit Hilfe eines für die Untersuchung entwickelten Fragebogens, der auf Basis des Dental Fear Survey (DFS) und des Dental Anxiety Scale (DAS) erstellt wurde. Die standardisierten Tests wurden durch demographische Daten und Fragen zum Putzverhalten, Zahnarztbesuchen, Eigenbeurteilung des Zahnstatus, bereits vorgenommene zahnärztliche Eingriffe und Einstellungen zur Zahngesundheit ergänzt. Die gesamte Stichprobe umfaßt 237 Patienten (männlich: N = 114; weiblich: N = 123) mit einer Altersverteilung von 7 bis 73 Lebensjahren und läßt sich in eine Kontrollgruppe (N = 120) und eine Patientengruppe (N = 117) unterteilen. Die Kontrollgruppe (Gruppe I) besteht aus 120 Studenten, Gruppe II setzt sich aus 27 Patienten des Mundhygieneprogramms des Studierendenkurses der Medizinischen Universität Innsbruck und Gruppe III aus 90 Patienten der Schmerzambulanz der Innsbrucker Zahnklinik zusammen. Über 60 % der gesamten Studienteilnehmer weisen niedrig ausgeprägte, 26,6 % mittelgradig ausgeprägte und 10,9 % hochgradig ausgeprägte Zahnbehandlungsangst auf. Die Patienten mit der hochgradigen Zahnbehandlungsangst sind zu 87,5 % Ambulanzpatienten. Es zeigten sich hochsignifikante Unterschiede zwischen allen Untersuchungsgruppen: Die Patientengruppe weist in allen Bereichen mehr Angst als die Kontrollgruppe auf. Innerhalb der Patientengruppe zeigt die Gruppe der Ambulanzpatienten die signifikant größere Ausprägung der Zahnbehandlungsangst. Das Alter der Probanden aller Untersuchungsgruppen hatte keinen Einfluss auf die Zahnbehandlungsangst. Frauen gaben tendenziell mehr Angst vor dem Zahnarztbesuch (DAS I; p = 0,069) und signifikant mehr Angst vor der konservierenden Behandlung (DAS III; p = 0,042) an. Putzverhalten, Anzahl der Zahnarztbesuche, Eigenbeurteilung des Zahnstatus und bereits vorgenommene zahnärztliche Eingriffe unterschieden sich in allen drei Gruppen. Häufigere Anzahl der Zahnarztbesuche zur Kontrolle und eine gute Selbstbeurteilung des Zustandes der eigenen Zähne zeigten einen signifikanten inversen Zusammenhang mit der DAS. Die Ergebnisse zeigen, dass Mundgesundheit und verstärktes Mundgesundheitsbewußtsein eine wichtige Rolle in der Prävention der Zahnbehandlungsangst haben.

Ulrike Stephanie Beier, Sieglinde Torggler, Tanja Slacek, Ines Kapferer, Martin Kumnig, Gerhard Schüßler, Ingrid Grunert, 6/2010

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