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© (8) ZÄK 2010 / Foto Sulzer
Abb. 1: Zahnärztekongress 2010: Eröffnung

Abb. 2: Dr. Karl Grammer, Festvortrag

Abb. 3: Posterausstellung, links: Univ.-Prof. Dr. R. Gruber

Abb. 4: Referat Univ.-Prof. Dr. R. Haas

Abb. 5: Tagungspräsident Univ.-Doz. Dr. W. Lill

Abb. 6: Eröffnung des Neubaus der Universitäts-Zahnklinik Wien: (v. l. n. r.) Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Univ.-Prof. DDr. Georg Watzek, Dr. Ulrike Pöll und Prim. Univ.-Prof. Dr. Werner Millesi.

Abb. 7: Der Neubau der Wiener Universitäts-Zahnklinik am Abend der Eröffnung, Innenansicht.

Abb. 8: Dentalausstellung, Wiener Hofburg

 
Zahnheilkunde 15. Dezember 2010

Österreichischer Zahnärztekongress 2010

Spezialisierung in der Zahnheilkunde: Risiko oder Chance?

Der Dachverband der Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hat die ÖGZMK-Wien mit der Ausrichtung des Österreichischen Zahnärztekongresses 2010 beauftragt: Dieser fand vom 30. September bis 2. Oktober im Kongresszentrum Hofburg in Wien statt.

Wie Tagungspräsident Univ.-Doz. Dr. Werner Lill und auch der Präsident der Landes-Zahnärztekammer für Wien, MR DDr. Hannes Westermayer, betonten, sollte die Tagung der Kommunikation aller mit der Zahnheilkunde in Österreich verbundenen Berufsgruppen dienen. Insgesamt besuchten 886 Personen den Kongress, darunter 243 Tageskarten, 233 Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, 75 Nicht-Mitglieder, 104 eingeladene Referenten, 50 Autoren mit freien Vorträgen, 63 zahnärztliche Assistenten und Assistentinnen sowie 32 Studenten und Studentinnen – um einige Beispiele aus der Registratur anzuführen.

Die Spezialisierung ist in der Zahnheilkunde heute, wie zahlreiche Experten in ihren Referaten erwähnten, sehr ausgeprägt und wird auch in Zukunft gefragt sein. Generell verfochten die Experten die Meinung, dass dies eine große Chance für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde darstelle. Zudem wiesen zahlreiche namhafte Vortragende darauf hin, dass es dem Zahnarzt anzuraten sei, den Blick für den ganzen Patienten nicht zu verlieren. Dies ist in der Kinderzahnheilkunde selbstverständlich und muss auch bei erwachsenen Patienten immer wieder in Erinnerung gerufen werden. Abgesehen von notfallmedizinischen Interventionen ist der Zahnarzt auch bei internistischen Erkrankungen oder Erkrankungen onkologischer Art gefordert. Spezialisierung ist nur vor dem Hintergrund einer ganzheitlichen und individuellen Betreuung der Patienten sinnvoll und von Erfolg gekrönt, so der Tenor.

Auch setzte der Wiener Kongress deutliche Zeichen, Zahntechnik und Zahnmedizin in der Fortbildung stärker zu verknüpfen. Dies wird als Zeichen interpretiert, dass die Zahnmedizin eine engere Zusammenarbeit mit der Zahntechnik wünscht und anstrebt.

Die Themen des Österreichischen Zahnärztekongresses 2010 waren breit gestreut: Workshops am Vormittag des ersten Kongresstages ermöglichten es den Praxisteams, sich eingehend und praxisgerecht mit Themen wie Mundakupunktur, Aufbereitung und Desinfektion des Wurzelkanals sowie mit zahnärztlichen Notfällen zu beschäftigen. Nach der feierlichen Eröffnung des Österreichischen Zahnärztekongresses folgten die wissenschaftlichen Referate, sowie weitere Workshops zu den Themen „Okklusion und muskuläres Training bei CMD-Patienten“ und „Sprachgeführte Frontzahnaufstellung“, „Diagnostisches Aufwachsen für Zahnärzte und -techniker“ sowie „Kiefergelenk als Teil des Bewegungsapparates“.

Die wissenschaftlichen Vorträge befassten sich mit den Themen Implantologie, Parodontologie, Endodontie, Funktionsstörungen, Digitale Abformung, Maligne Tumore, Laserzahnheilkunde, Forensik, Kinderzahnheilkunde, Praxisorganisation, Teamwork sowie komplementäre Zahnmedizin und Gerostomatologie. Auch aus den Themenbereichen Vollkeramik und Kieferorthopädie sowie Radiologie und Evidenz in der Medizin wurde berichtet.

Ab Freitag, dem zweiten Kongresstag, liefen getrennt Vorträge für zahnärztliche Assistenten und Assistentinnen, wobei am Samstag ein neuer didaktischer Weg beschritten wurde: Die so genannten „Table Clinics“. Was ist darunter zu verstehen? In einem Raum hielt an verschiedenen Tischen jeweils ein Referent vor einer Gruppe von 10 bis 15 Assistentinnen seinen Vortrag, meist mit einer begleitenden Präsentation am Laptop. Im Zyklus wechselten die Teilnehmergruppen zwischen den einzelnen Präsentationen. Die Arbeit in Kleingruppen erleichterte die Kommunikation zwischen dem Vortragenden und den Teilnehmern; die Hemmschwelle für Fragen war – wie die Veranstaltung deutlich zeigte – im Vergleich zu einem herkömmlichen Frontalvortrag herabgesetzt.

Wenngleich der Österreichische Zahnärztekongress ein nationale Tagung darstellt, bereicherten neben zahlreichen namhaften nationalen Experten Vortragende aus Deutschland, aus der Schweiz, England, den USA und China den Österreichischen Zahnärztekongress 2010.

Auch das Rahmenprogramm ließ sich sehen: Am Abend des ersten Kongresstages stand unter der Patronanz von Univ.-Prof. DDr. Georg Watzek der Festakt zur Eröffnung des neuen Hörsaalzentrums der Bernhard Gottlieb Universitäts-Zahnklinik auf dem Programm. Der zweite Kongresstag fand seinen Ausklang im MuseumsQuartier, unter dem Motto „Jazz, Chill & Arts“. Bei Cocktails, Fingerfood und Jazzmusik entspannten sich die Kongressteilnehmer und pflegten regen Gedankenaustausch. Viele genossen auch eine Führung durch die Ausstellung der Kunsthalle, Fotografie: „The street as a studio“.

Im Anschluss an den Kongress widmeten sich zahlreiche Teilnehmer der Entspannung sowie einer sportlichen Herausforderung: Die Österreichische Zahnärzte-Golfmeisterschaft fand im Golfclub Spillern, nahe Wien, statt.

Dr. Renate Höhl

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