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Mag. Manfred Kenda Geboren in Kärnten, Studium der Betriebswirtschaft in Wien, Tätigkeit als Unternehmensberater für Ärzte in Salzburg und Wien, danach Ausbildung zum Steuerberater in Wien. Seit 2002 in Kärnten, Schwerpunkt Ärzte. Seit 2003 selbständiger Steuerberater „Die Steuerberater Kenda & Lebersorger OG“.

 
Zahnheilkunde 14. Dezember 2010

Kursgewinne bei Fremdwährungskrediten

Im betrieblichen Bereich immer steuerrelevant

Die Freude über Kursgewinne bei Fremdwährungskrediten kann massiv getrübt werden, wenn der Fiskus die Hälfte des Gewinnes als Steuer abkassiert. Grundsätzlich muss unterschieden werden, ob es sich um Kursgewinne im betrieblichen Bereich oder im sogenannten außerbetrieblichen Bereich (Privatbereich, aber auch im Rahmen von steuerpflichtigen Tätigkeiten wie beispielsweise Vermietungen) handelt.

Der betriebliche Bereich ist immer steuerpflichtig.

Im betrieblichen Bereich sind Kursgewinne im Endeffekt immer steuerpflichtig und Kursverluste steuermindernd, lediglich der Zeitpunkt der Steuerpflicht war längere Zeit beim Einnahmen-Ausgaben-Rechner strittig. Das Finanzministerium vertrat nämlich die Auffassung, dass nicht nur die bei der Tilgung oder Teiltilgung entstandenen Kursgewinne steuerpflichtig sind, sondern auch solche, die vorläufig bei einem Wechsel (Konvertierung) von einer euro-labilen Fremdwährung in eine andere euro-labile Fremdwährung rein rechnerisch hervorgekommen sind.

Diese Frage ist mittlerweile durch den Verwaltungsgerichtshof mit zwei Erkenntnissen geklärt worden. In der Folge hat das Bundesministerium für Finanzen seine Meinung und die Einkommensteuerrichtlinien wie folgt geändert: Sowohl für Bilanzierer als auch für Einnahmen-Ausgaben-Rechner gilt, dass die Kursgewinne/-verluste grundsätzlich

a) mit der Rück-Konvertierung der Fremdwährungsschuld in den EURO (oder eine EURO-fixe Währung) realisiert und – da die Gewinne/Verluste sodann gesichert sind – zu diesem Zeitpunkt als zugeflossen zu betrachten, dh steuerlich zu erfassen sind,

b) bei Konvertierung einer Fremdwährungsschuld in eine andere EURO-labile Fremdwährungsschuld nicht entstehen,

c) bei der (Teil-)Tilgung einer Fremdwährungsschuld im Zeitpunkt und im Ausmaß der Reduktion dieser Fremdwährungsschuld entstehen und steuerlich zu erfassen sind.

Außerbetriebliche Steuerpflicht ist vermeidbar.

Im außerbetrieblichen bzw. privaten Bereich, wenn Fremdwährungskredite beispielsweise für den privaten Hausbau oder für den Kauf einer zur Vermietung bestimmten Eigentumswohnung aufgenommen worden sind, ist die Situation ganz anders. Hier ist einziges Kriterium, ob innerhalb eines Jahres ein sogenannter Spekulationsgewinn oder Spekulationsverlust entsteht. Wird nämlich das Fremdwährungsdarlehen innerhalb eines Jahres getilgt oder in eine Euro-fixe Währung gewechselt, so sind dabei entstandene Kursgewinne steuerpflichtig. Spekulations-/Kursverluste sind jedoch nur beschränkt steuermindernd unterzubringen, nämlich nur mit Spekulationsgewinnen desselben Jahres verrechenbar.

Die Jahresfrist unbedingt beachten!

Wird innerhalb der Spekulationsfrist jedoch nur in eine Euro-labile Fremdwährung gewechselt, so sind dabei rechnerisch hervortretende Kursgewinne nicht steuerpflichtig. Erst durch das Rückwechseln der Verbindlichkeit innerhalb eines Jahres in die Heimatwährung gilt der daraus erzielte Kursvorteil als sicher und gilt somit als zugeflossen. In diesem Zeitpunkt hat die Versteuerung zu erfolgen. Wird das Fremdwährungsdarlehen nach mehr als einem Jahr getilgt oder in eine andere Fremdwährung konvertiert, gibt es im außerbetrieblichen Bereich überhaupt keine Steuerpflicht mehr. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass steuerpflichtige Kursgewinne nicht innerhalb der Jahresfrist realisiert werden.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Kursgewinne oder -verluste im betrieblichen Bereich immer steuerrelevant sind. Kursgewinne im außerbetrieblichen Bereich sind jedenfalls nur innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist steuergefährdet.

 

Korrespondenz: Mag. Manfred Kenda Die Steuerberater – Klagenfurt Ärztekanzlei mit Tradition Ein Mitglied der MEDTAX-Gruppe

Manfred Kenda, Klagenfurt , 7-8/2010

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