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Für die Studie werden die Beziehung der einzelnen Zähne zueinander im Mund sowie das Bewegungsausmaß des Kiefergelenkes dokumentiert.
Foto: Archiv

Prof. Dr. Adriano Crismani Leiter der Universitätsklinik für Kieferorthopädie in Innsbruck

 
Zahnheilkunde 6. Dezember 2010

Zahnfehlstellungen: nicht nur eine Frage der Ästhetik

Die Universitätsklinik für Kieferorthopädie in Innsbruck sucht für eine Studie junge Probanden zwischen achteinhalb und zehneinhalb Jahren.

Unbehandelte Zahnfehlstellungen bei Kindern können schwerwiegende Folgen im Erwachsenenalter bringen. Allerdings ist es wichtig, zuvor abzuklären, welche Zahnstellungen überhaupt einer Behandlung bedürfen. An der Universitätsklinik für Kieferorthopädie in Innsbruck führen Prof. Dr. Adriano Crismani und seine Mitarbeiterinnen derzeit dazu eine Studie mit Volksschulkindern durch.

 

Weitere TeilnehmerInnen sind herzlich willkommen. Untersuchen lassen können sich Kinder im Alter zwischen 8,5 und 10,5 Jahren, die noch nie eine Zahnspange getragen haben. Die Konsultationen sind schmerzfrei und kostenlos, die Eltern erhalten eine Empfehlung, ob derzeit Behandlungsbedarf bei ihrem Kind besteht oder nicht.

Die Studie der Universitätsklinik für Kieferorthopädie startete im April 2010 und wird bis Oktober 2011 durchgeführt. Interessierte Eltern können ihre Kinder an der Universitätsklinik telefonisch oder per E-Mail anmelden. Mit ihrer Zustimmung fertigen die Studienleiter Fotos für die Gesichtsvermessung an. Danach untersuchen und dokumentieren die Ärztinnen die Beziehung der einzelnen Zähne zueinander im Mund sowie das Bewegungsausmaß des Kiefergelenks. Anschließend werden Abdrücke von Ober- und Unterkiefer angefertigt. „Aus diesen Abdrücken stellen wir Gipsmodelle zur Analyse und zur Platzbedarfsberechnung her. Nachdem wir alle Ergebnisse ausgewertet haben, erhalten die Eltern der Kinder von uns eine Empfehlung, ob nun eine Behandlung bei einem Kieferorthopäden erforderlich ist oder nicht“, erklärt Studienmitarbeiterin Dr. Patricia Steinmaßl. Auf Wunsch ist es übrigens auch möglich, kostenlose Röntgenaufnahmen der Probanden anzufertigen.

Schwerwiegende Folgen

Nicht rechtzeitig behandelte Zahn- und Kieferfehlstellungen sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Vielmehr sind sie eine wichtige Ursache für Funktionsstörungen des Kiefergelenkes und für Erkrankungen des Zahnhalteapparates. Manche Zahnfehlstellungen führen auch zu einer erhöhten Traumagefahr der betroffenen Zähne. Oft erschweren Zahnfehlstellungen wie z. B. Verschachtelungen das Zähneputzen – eine Ursache für gesteigerte Kariesgefahr. „In der internationalen Literatur finden sich zahlreiche Studien, die sich mit der Häufigkeit von Gebissanomalien bzw. von kieferorthopädischem Behandlungsbedarf befassen. Für Tirol gab es bislang keine dahingehenden Untersuchungen, es liegen also keinerlei Daten zum Vergleich vor“, erklärt Studienleiter Prof. Adriano Crismani.

Eines der Studienziele ist die Erfassung der Häufigkeit von verschiedenen Zahnfehlstellungen wie z. B. Kreuzbiss, offener Biss sowie Kieferfehlstellungen. Auch das Platzangebot im Ober- oder Unterkiefer wird berechnet. Weiters möchten die Experten feststellen, wie viele Kinder an einer eingeschränkten Kiefergelenksfunktion leiden.

Details zur Studie
Studienleiter ist Prof. Dr. Adriano Crismani, Leiter der Universitätsklinik für Kieferorthopädie in Innsbruck. Weitere Mitarbeiterinnen: Dr. Anna Schwarz, Zahnärztin an der Medizinischen Universität Innsbruck, und Dr. Patricia Steinmaßl.
Kontakt: Interessierte Eltern können die Ansprechpartnerinnen von Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 17.00 Uhr und am Freitag von 8.00 bis 14.30 Uhr erreichen.
Tel: 0512/504-27198
E-Mail:
www.zmk-innsbruck.at/Studie.103.0.html

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