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Abb. 1: Trophäe VOCO Dental Challenge 2010
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Abb. 2: Teilnehmer und Juroren der VDC 2010 mit Dr. Martin Danebrock (Leiter Wissenschaftlicher Service, rechts)

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Abb. 3: VOCO-Geschäftsführer Manfred Thomas Plaumann (rechts) mit den Preisträgern der VDC 2010

 
Zahnheilkunde 8. November 2010

VOCO Dental Challenge 2010

Das Finale bei den „Dentalisten“

Preisträger kommen aus Zürich, Witten-Herdecke und Halle-Wittenberg.

Junge Zahnmediziner und Nachwuchswissenschaftler aus ganz Deutschland sowie erstmalig auch der Schweiz trafen sich am 24. September zur achten Auflage des Forschungswettbewerbs VOCO Dental Challenge in Cuxhaven. In ihren 15-minütigen Vorträgen präsentierten sie vor kundigem Publikum einschließlich der zahlreich vertretenen Fachpresse die Ergebnisse ihrer jüngsten Studien zu dentalspezifischen Themen und stellten sich anschließend den kritischen Fragen der unabhängigen und prominent besetzten Jury. Diese bestand auch in diesem Jahr aus drei habilitierten Wissenschaftlern: PD Dr. Carola Kolbeck (Oberärztin an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Regensburg), PD Dr. Andreas Braun (Oberarzt an der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde des Universitätsklinikums Bonn) und Dr. Franz-Josef Faber (Vorklinisches Institut und Technische Propädeutik an der Universitätsklinik Köln).

Das Gremium der anspruchsvollen Juroren zeichnete nach eingehenden Beratungen die drei Preisträger aus. Den ersten Platz belegte Dr. Tobias Tauböck (Universität Zürich) mit einem Vortrag zum Thema „Polymerisationsschrumpfung und Schrumpfungskraft eines dualhärtenden Stumpfaufbaukomposits“. Indem er sich mit seiner Präsentation für den ersten Platz qualifizierte, bedeutete das für die erstmalig vertretene Schweiz sogar auf Anhieb „Spiel, Satz und Sieg“. Den zweiten Platz sicherte sich Marie-Claire Glaßer (Universität Witten-Herdecke) mit ihren Studienergebnissen zu den „Auswirkungen von Bleichmitteln auf die Oberflächenbeschaffenheit von plastischen Füllungsmaterialien“. Und Susann Siegmund (Universität Halle-Wittenberg) errang Platz drei mit ihrer Präsentation zum „Einfluss einer fraktionierten Bestrahlung auf die Mikrozugfestigkeiten verschiedener Dentinhaftvermittler-Kompomer-Kombinationen auf perfundiertem Milchzahndentin“. Die drei Preisträger behaupteten sich in einem starken Teilnehmerfeld, das mit fachlich überzeugenden und anschaulich präsentierten Beiträgen für ein hohes wissenschaftliches Niveau sorgte. Das Themenspektrum war auch dieses Mal breit angelegt und deckte verschiedene Aspekte der zahnmedizinischen Forschung und Praxis ab. „Auch in seiner achten Auflage zeichnete sich die VOCO Dental Challenge durch die Bandbreite der Themen, klinisch relevante Fragestellungen und interessante Aspekte der Materialforschung aus“, so Dr. Martin Danebrock, Leiter Wissenschaftlicher Service und Organisator der Veranstaltung. Neben den wissenschaftlichen Achtungserfolg gesellen sich für die drei Preisträger unter den Finalisten und das sie jeweils unterstützende Team Preisgelder in Höhe von 6.000, 4.000 und 2.000 EURO sowie Publikationszuschüsse von jeweils 2.000 EURO zur Unterstützung ihrer weiteren Arbeit.

Wissenschaftlicher Nachwuchs

Die VOCO Dental Challenge besitzt als Forschungswettbewerb für junge Akademiker mit dentalspezifischer Ausrichtung eine hohe Anziehungskraft und hat sich längst als renommierter Forschungswettbewerb zur Förderung und Motivation des wissenschaftlichen Nachwuchses etabliert. Hier haben sie die Möglichkeit, ihre Forschungs- und Studienergebnisse in professionellem Rahmen und vor fachkundigem Publikum zu präsentieren und sich so auf künftige Vorträge, etwa im Rahmen von wissenschaftlichen Tagungen und Kongressen, vorzubereiten. Aber auch in anderer Hinsicht erweist sich die VOCO Dental Challenge als ein attraktives Forum für Nachwuchswissenschaftler. So erlaubt sie einen Blick auf den aktuellen Forschungsstand und gibt Gelegenheit zum Gedankenaustausch und Knüpfen wichtiger Kontakte für die künftige Forschungsarbeit. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses entspricht der Unternehmensphilosophie des mittelständischen, konzernunabhängigen Dentalmaterialherstellers, der eine intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit in engem Kontakt mit über 150 Universitäten und weiteren Forschungseinrichtungen im In- und Ausland betreibt. VOCO-Geschäftsführer Manfred Thomas Plaumann: „VOCO sieht sich als Partner der Hochschulen. Mit dieser Veranstaltung und den hier ausgelobten Preisen wollen wir junge Wissenschaftler ausdrücklich ermutigen und einen Beitrag zur Unterstützung der Forschungslandschaft leisten.“

Die Preisträger und ihre Themen

Die auf der VOCO Dental Challenge 2010 präsentierten Vorträge zeichneten sich insgesamt durch ein hohes wissenschaftliches Niveau und eine anschauliche Darstellung aus. Dies lässt auf eine optimale Vorbereitung aller Kandidaten schließen, die es bis in die Endausscheidung in Cuxhaven geschafft hatten. Von den Finalisten wurden schließlich drei für ihre Präsentationen ausgezeichnet.

Dr. Tobias Tauböck: Schrumpf von Stumpfaufbaukompositen

Dr. Tobias Tauböck (28), Assistenzarzt an der Klinik für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Zürich, belegte den ersten Platz. In seiner mit Unterstützung von Thomas Attin, Tissiana Bortolotto, Wolfgang Buchalla und Ivo Krejci vorgenommenen Untersuchung „Polymerisationsschrumpfung und Schrumpfungskraft eines dualhärtenden Stumpfaufbaukomposits“ ging es um den Einfluss des Zeitpunkts und der Dauer der Lichtpolymerisation auf die lineare Schrumpfung und Schrumpfungskraft sowie die Mikrohärte eines dualhärtenden Stumpfaufbaukomposits. Tauböck kam zu dem Ergebnis, dass eine Verringerung der Polymerisationsschrumpfung und Schrumpfungskraft des untersuchten Stumpfaufbaukomposits mit einer gleichzeitigen Härteabnahme einhergeht. Der Härtegrad des Aufbaumaterials wird also durch Lichtpolymerisation erhöht. Daher seien der Zeitpunkt und die Dauer der Lichtpolymerisation den Anforderungen der jeweiligen klinischen Situation anzupassen. In Fällen, in denen es auf eine geringe Polymerisationsschrumpfung und Schrumpfungskraftentwicklung ankommt, so Tauböck, sollten die Lichtpolymerisationsdauer sowie die Zeitspanne zwischen Mischbeginn und Lichthärtung kurz gehalten werden. Eine längere Lichtpolymerisationsdauer und Verzögerung der Lichthärtung indes führen zu einer Härtezunahme des Materials bei gleichzeitiger Zunahme der Polymerisationsschrumpfung und Schrumpfungskraft.

Marie-Claire Glaßer: Auswirkungen von Bleichmitteln auf Komposite

Marie-Claire Glaßer (25), Assistenzärztin und Doktorandin am Zahnmedizinisch-Biowissenschaftlichen Zentrum der Universität Witten-Herdecke, qualifizierte sich für den zweiten Platz. In ihrer von Wolfgang H. Arnold, Rainer Jordan, Ljubisa Markovic und Stefan Zimmer unterstützten Arbeit widmete sie sich den „Auswirkungen von Bleichmitteln auf die Oberflächenbeschaffenheit von plastischen Füllungsmaterialien“. Das Ziel dieser Untersuchung war es, den Effekt diverser Bleichmittelsysteme auf plastische Füllungsmaterialien mit Hilfe einer optischen 3D-Oberflächenanalyse zu bestimmen. Der Vergleich des Effekts unterschiedlicher Bleichmittel auf die mittlere Rauhigkeit zweier ausgewählter Komposit- Füllungsmaterialien zeigte bei dem Produkt mit 38 % Wasserstoffperoxid die größte Rauhigkeitszunahme, die sich allerdings wie auch bei den anderen Bleichmitteln innerhalb eines klinisch nicht relevanten Bereichs bewegte.

Susann Siegmund: Einfluss von Bestrahlung auf Mikrozugfestigkeiten

Susann Siegmund (26), Doktorandin der Zahnmedizin an der Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ist die dritte Preisträgerin der diesjährigen VOCO Dental Challenge. In ihrer von Katrin Bekes, Christian Gernhardt und Julia Klinsmann unterstützten Arbeit untersuchte sie in vitro den „Einfluss einer fraktionierten Bestrahlung auf die Mikrozugfestigkeiten verschiedener Dentinhaftvermittler-Kompomer-Kombinationen auf perfundiertem Milchzahndentin“. Dabei wurden Versuchsgruppen mit tumortherapeutischen Dosen von 6 Gy und 60 Gy bestrahlt. Es zeigte sich, dass eine Bestrahlung mit 6 Gy bei keinem Haftvermittler einen signifikanten Einfluss auf die Mikrozugfestigkeit hatte. Die Bestrahlung mit 60 Gy indes hatte bei allen Dentinhaftvermittler-Kombinationen einen signifikanten Einfluss auf die Mikrozugfestigkeit.

Das Fazit der Preisträger

Die VOCO Dental Challenge 2010 hinterließ bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck, insbesondere bei den drei Preisträgern. Dr. Tobias Tauböck: „Ich fand, dass alle Beiträge ein hohes fachliches Niveau zeigten und man merkte, dass sich auch die anderen Teilnehmer viel Mühe gegeben hatten, was man anhand der Präsentationen deutlich erkennen konnte.“ Das schien Dr. Tauböck auch schon im Vorfeld geahnt zu haben: „Ich bin schon mit hohen Erwartungen hierher gekommen und das Ziel war es auch, auf einen der ersten drei Plätze zu kommen. Dementsprechend habe ich versucht, mich mit meinem Vortrag möglichst gut vorzubereiten.“ Marie-Claire Glaßer war dagegen sehr überrascht über ihre Platzierung: „Da ich bislang noch nie einen Vortrag vor solch einem Publikum gehalten habe und lediglich die Hoffnung hatte, möglichst viele Erfahrungen zu sammeln, freue ich mich natürlich riesig darüber, dass ich hier gleich den zweiten Platz gemacht habe.“ Ihr Fazit: „Das Themenspektrum war sehr breit und die Vorträge zeigten eine immens hohe Qualität. Von diesen kann man auch persönlich eine Menge mitnehmen für den klinischen Alltag. Auch der Gedankenaustausch mit den anderen Teilnehmern war sehr interessant.“ Susann Siegmund, Drittplatzierte der diesjährigen VOCO Dental Challenge, ist ebenfalls eine glückliche wie überraschte Siegerin: „Teilnehmer des letzten Jahres, ebenfalls von der Universität Halle-Wittenberg, haben mir von dem Forschungswettbewerb erzählt und mich ermutigt, daran teilzunehmen. Zum Glück, denn ich habe hier wichtige Erfahrungen sammeln können und die Veranstaltung ist eine gute Übung für weitere Präsentationen. Die Konkurrenz empfand ich als ziemlich stark und ich habe nicht damit gerechnet, dass ich den dritten Platz mache.“ Zu guter Letzt wartete auf alle Teilnehmer noch ein angeregter Ausklang der Veranstaltung sowie eine Fahrt nach Helgoland.

Die weiteren Finalisten und ihre Themen
Alina-Dana Langer (Universität München): „Dentininfiltration verschiedener Adhäsivsysteme“

Sebastian Hummel (Universität München): „Experimentelle Ormocere als Basis dentaler Kompositmaterialien“

Melanie Sandra Chapat (Universität des Saarlandes, Homburg): „In-vitro-Untersuchung des Randschlussverhaltens von Füllungen aus schrumpfungsreduzierten Kompositmaterialien in approximal dentinbegrenzten Klasse-II-Kavitäten“

Maria Dimitrouli (Universität Hannover): „Influence of self-adhesive resin cement on the push-out strength of glass fiber posts“

Maik Wagner (Universität Jena): „Der kariesvorbeugende Effekt von Bifluorid 12 an den ersten bleibenden Molaren unter Berücksichtigung der Zahngesundheit der Milchmolaren“

Paul Henryk Werner Seelbach (Universität Gießen): „Studie zur Untersuchung der Temperaturentwicklung temporärer Kronen- und Brückenmaterialien während der Polymerisation in vitro“

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