zur Navigation zum Inhalt
Foto: photos.com
Nicht alle Zahnpasten sind für kleine Kinder geeignet.
 
Zahnheilkunde 30. September 2010

Kinderzahnpasta im (Öko-)Test

Rund drei Viertel aller Produkte sind empfehlenswert.

Weil kleine Kinder beim Putzen über lange Zeit mehr Zahncreme verschlucken als ausspucken, ist es besonders wichtig, dass diese frei von bedenklichen Inhaltsstoffen ist.

 

Neben einer gesunden Ernährung ist das wichtigste Mittel zur Vorbeugung gegen Karies das Mineral Fluorid, das den Zahnschmelz stärkt. Klar ist allerdings auch: Wenn Kinder zu viel Fluorid aufnehmen, zeitigt das sichtbare Nebenwirkungen am Zahnschmelz in Form von weißen, gelblichen oder braunen Flecken. Außerdem sollten weder Kinder noch Erwachsene dauerhaft sehr viel Fluorid verschlucken, da das auf lange Sicht die Knochen brüchig werden lassen kann. Die Dosis muss also stimmen.

Zu viel Fluorid?

So weit, so unstrittig. Säuglinge bekommen vom Kinderarzt häufig zunächst eine Kombinationstablette mit Fluorid und Vitamin D zur Vorbeugung der Mangelerkrankung Rachitis verschrieben. Wie es mit der Fluoridversorgung weitergehen soll, wenn der erste Zahn da ist, darüber sind sich Kinder- und Zahnärzte aber nach wie vor uneins. Viele Kinderärzte und die Wissenschaftler von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin empfehlen, Kindern in den ersten drei Lebensjahren weiterhin Fluoridtabletten zu geben und sie keine Zahnpasta verwenden zu lassen, da sie diese noch nicht richtig ausspucken können. Nach den Vorstellungen der Zahnärzte sollten dagegen vom Durchbruch des ersten Milchzahns an Zahncremes mit einer niedrigen Fluoridkonzentration von 500 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) und außerdem fluoridiertes Speisesalz zum Kochen und Backen verwendet werden. Das Kombinationspräparat aus Fluorid und Vitamin D sollte dann abgesetzt werden; zur Rachitisvorbeugung könnten die Kinder ein reines Vitamin-D-Präparat bekommen. Für die Empfehlung der Zahnärzte sprechen Forschungsergebnisse, wonach Fluoride vor allem durch direkten Kontakt mit den Zähnen karieshemmend wirken. Fluoridtabletten sind aber nach wie vor eine ebenfalls vertretbare Alternative. Die widersprüchlichen Empfehlungen führen oft dazu, dass alles gleichzeitig gemacht wird: Kinder bekommen Fluoridtabletten, fluoridiertes Speisesalz, und die Zähne werden mit einer fluoridhaltigen Zahncreme geputzt.

Weil kleine Kinder beim Putzen über lange Zeit mehr Zahncreme verschlucken als ausspucken, ist es besonders wichtig, dass diese frei von bedenklichen Inhaltsstoffen ist. Um das zu überprüfen, wurden vom deutschen Verbrauchermagazin ökotest 21 Marken in die Labore geschickt, darunter vier ohne Fluoridzusatz. Beinahe die Hälfte der Kinderzahncremes, nämlich zehn Produkte, sind „sehr gut“, weitere fünf schneiden mit „gut“ ab.

 

Quelle und weitere Informationen: www.oekotest.de

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben