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Zahnheilkunde 1. Mai 2010

Prävalenz und Ausprägung der Molar Incisor Hypomineralisation (MIH) in Salzburg und Tirol und ein Beitrag zur Erforschung der Ursachen

STUDIENZIEL: Da in Österreich über die Häufigkeit dieser Schmelzbildungsstörung noch keine Daten vorliegen, war das primäre Studienziel die Erfassung der Prävalenz von MIH mittels einer Querschnittsstudie in Salzburg und Tirol. Das sekundäre Studienziel war es, mittels einer Fall-Kontroll-Studie einen Beitrag zur Erforschung möglicher Ursachen zu leisten. MATERIAL UND METHODEN: 1283 Schüler mit einem Mindestalter von 7 Jahren wurden untersucht. Die Befunde wurden manuell mittels drei Indizes erhoben. Bei Einverständnis der Eltern wurden die betroffenen Zähne auch fotografiert. Um mehr über die Ursachen dieser Erkrankung zu erforschen, wurde ein Elternfragebogen erstellt, der die ersten beiden Lebensjahre des Kindes umfasste. Die Untersuchungsbefunde, sowie die Fragebögen wurden mit dem Statistikprogramm SPSS 16.0 ausgewertet. ERGEBNISSE: 1283 Kinder konnten untersucht werden, wovon 140 Kinder (10,9%) den gesuchten Schmelzdefekt aufwiesen. Die Schüler mit MIH teilten sich auf in 44,3% Mädchen und 55,7% Buben. 254 Molaren waren hypomineralisiert, deutlich mehr im Oberkiefer (51,8%) als im Unterkiefer (38,9%). 72,1% der Backenzähne waren dem Schweregrad 1 nach Wetzel und Reckel (1991) zuzuordnen, 19,2% dem Schweregrad 2 und 8,7% dem Schweregrad 3. Bei 88 Probanden waren bereits alle Sechsjahrmolaren und alle bleibenden Frontzähne durchgebrochen. Bei den Schülern mit einem fehlstrukturierten Molaren waren in 23,4% der Fälle auch Inzisivi betroffen, bei denen mit mehreren fehlstrukturierten Molaren waren in 63,4% auch Inzisivi hypermineralisch. Während der Schwangerschaft waren Mütter von Kindern mit MIH signifikant häufiger von Erkrankungen betroffen und nahmen auch signifikant häufiger Medikamente ein, als Mütter nicht betroffener Kinder. In den ersten beiden Lebensjahren waren Kinder mit Schmelzbildungsstörungen häufiger krank als Kinder der Kontrollgruppe, signifikant häufiger wurden ihnen im ersten Lebensjahr Antibiotika verabreicht.

Linda Hasenauer, Monika Vogelsberger, Verena Bürkle, Ingrid Grunert, Nicola Meißner, 3/2010

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