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Zahnheilkunde 1. Juni 2010

Anti-Schmerz-Nasenspray

„Schnüffeln“ von Lokalanästhetika könnte im Zahnarztstuhl zukünftig die Nadel ersetzen. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass sich als Nasentropfen oder Nasenspray verabreichte Lokalanästhetika über die Hauptnerven in hohen Konzentrationen in Zahn, Kiefer und Mund sammeln.

Die Entdeckung könnte zu einer neuen Generation von intranasalen Medikamenten für die noninvasive Behandlung von Zahnschmerzen, Migräne und anderen Zuständen führen, meinen Wissenschaftler im Journal Molecular Pharmaceutics der American Chemical Society. William H. Frey II und Kollegen am Regions Hospital in St. Paul, Minnesota, registrierten, dass Medikamente, die durch die Nase verabreicht wurden, entlang der Nerven direkt ins Hirn wanderten. Einer dieser Nerven ist der Trigeminus, der Empfindungen für Gesicht, Nase und Mund transportiert. Die Forscher fanden Lidocain oder Xylocain, das in die Nasen von Laborratten gesprayt wurde, in drei Zähnen, Kiefer und Mund in 20-mal höheren Konzentrationen als im Blut oder im Gehirn. Der Ansatz könnte eine effektivere und gezielte Methode zur Behandlung von Zahnschmerzen, Zahnangst, Trigeminusneuralgie oder Migräne sein, sagt der Wissenschaftler. Außerdem entdeckten die Forscher einen verbesserten Weg, um Anästhetika verabzureichen: die Kieferhöhle. Die Applikation in diesen begrenzten Raum könnte die nächste Möglichkeit nach dem Nasenspray werden.

Quelle: Neil J. Johnson, Leah R. Hanson, William H. Frey: Trigeminal Pathways Deliver a Low Molecular Weight Drug from the Nose to the Brain and Orofacial Structures. Molecular Pharmaceutics, 2010: 100510131956016 doi: 10.1021/mp100029t

zahn-online/AF, Zahnarzt 6 /2010

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