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Abb. 1: Farb- und Materialauswahl.

Abb. 2: Erste Synergy D6™-Dentinschicht.

Abb. 3: Imitation der transluzenten Schneidekante.

Abb. 4: Eine Schmelzschicht Universal Enamel gleichmäßig auftragen und eine dünne Schmelzschicht WO für die Opaleszenz.

Abb. 5: Fertige Restauration.

Abb. 6: Die Dentinmasse wird zervikal in die Kavität eingebracht. Das Komposit wird mithilfe eines Stopfers auf der zervikalen Stufe adaptiert.

Abb. 7: Der approximale Kontaktpunkt wird aufgebaut.

Abb. 8: Modellation der okklusalen Fläche.

Abb. 9: Fertige Restauration.

 
Zahnheilkunde 4. Mai 2010

Einfach, sicher, ästhetisch

Warum sich das universelle Komposit Synergy D6™ in der Praxis bewährt und wie optimale Ergebnisse erzielt werden können – ein Anwenderbericht.

Der Wunsch nach einem zuverlässigen, einfachen, sicheren und auch ästhetischen Kompositsystem ist bei den praktizierenden Zahnärzten groß. Obwohl es möglich ist, die nachteiligen Eigenschaften von Komposits durch adaptierte Anwendungstechniken zu kompensieren, werden für verschiedene Indikationen die dafür am besten geeigneten Komposits ausgewählt.

 

Für den Frontzahnbereich werden heute Komposits mit unterschiedlicher Opazität und Transluzenz in einer Vielzahl von Farben angeboten, um möglichst naturgetreu restaurieren zu können. Im Vordergrund steht hier das große Farbraumangebot ebenso wie die hohe Polierbarkeit; Eine hohe Benetzbarkeit an der Zahnoberfläche bei geringer Klebrigkeit am Instrument ist ebenso erwünscht. Im Seitenzahnbereich spielt für das Modellieren eine hohe Festigkeit eine Rolle, wobei das Material gleichzeitig geschmeidig und benetzend sein soll.

Die physikalischen Eigenschaften sollen vor allem im Bereich der Schrumpfung und der Verschleißfestigkeit überlegen sein. Durch diese Differenzierung verschiedener Eigenschaften neigt der Anwender dazu, für einzelne Indikationen verschiedene Komposits zu verwenden.

Goldener Mittelweg gesucht

Als Kompromisslösung bietet sich ein Komposit an, das in allen Bereichen der Anforderungen nicht das Ende der Spitzentechnologie darstellt, sondern die Eigenschaften so optimiert, dass in allen Indikationsbereichen sehr gute Ergebnisse erzielt werden können.

Synergy D6™ baut auf einer bewährten Technologie auf. Als herausragende Eigenschaft ist zuerst das Farbkonzept zu nennen. Schon Mitte der 1990er-Jahre erkannte man, dass das Farbsystem der anzuwendenden Komposits sehr komplex ist. Der Farbraum des natürlichen Zahnes spielt sich in einem sehr schmalen Spektrum ab, weshalb die exakte Farbbestimmung und Farbwahl zu einer Vielfalt von Farben führte. Ohne die entsprechende Anwendungstechnik scheint der Zahnarzt zu Recht oft überfordert zu sein. Bei näherer Betrachtung ist es eher so, dass das menschliche Auge wohl Helligkeitsunterschiede und Kontraste gut erkennen kann, aber Farben, welche im Farbraum nahe beieinander liegen, der Wahrnehmung entgehen. Tatsächlich: Wenn der konventionelle Vita™-Farbring zu Rate gezogen wird, besteht zwischen einzelnen Farben für das Auge kein erkennbarer Unterschied. Betrachtet man den natürlichen Zahn, so erkennt man schnell, dass jugendliches Dentin heller und opaleszenter ist und einen geringeren Grauanteil besitzt.

Universeller Einsatz möglich

Je älter das Dentin oder je prominenter dessen Farbgebung, umso intensiver wird die rötliche Farbsättigung oder der Grauanteil. Dies führte dazu, das Farbsystem zu vereinfachen und für den Anwender treffsicherer zu gestalten. Im Farbraum nahe liegende Bereiche wurden zusammengelegt: A1/B1, A2/B2, A3/D3, A3,5/B3, C2/C3, wobei die beiden letztgenannten sehr selten zum Einsatz kommen. Dieses System beschränkt sich auf lediglich sechs Dentinfarben, was in der korrekten Handhabung in mehr als 95 Prozent der Fälle für ein zuverlässiges Resultat ausreicht. Da der Schmelz auch in der Natur eine hohe Farb- und Transluzenzkonstanz aufweist, reicht auch im Bereich des Komposits eine Farbe aus – mehr Transluzenz heißt hier mehr Schmelzmasse. Einzig die bläuliche Opaleszenz – falls nötig – muss mit einer zusätzlichen Masse bewerkstelligt werden. Für die zusätzliche Anforderung, bei gebleichten Zähnen außerhalb des natürlichen Farbraums treffend zu restaurieren, steht eine sehr helle und opaleszente Dentinmasse zur Verfügung.

Um die optischen Eigenschaften von Synergy D6 durch seine Glanzgebung respektive Polierbarkeit zu verbessern, bestehen die Füller aus einer mittleren Kornstärke von 0,6 µm, das zusätzliche Einbringen von Nanofüllern erhöht die Polierbarkeit und Glanzbeständigkeit, und Vorpolymerisate erhöhen die physikalischen Eigenschaften. Somit liegt das Spektrum der Füller bei 0,02 bis 2,5 µm. Ein Füllergehalt von 65 Volumenprozent und 80 Gewichtsprozent führt zu einer geringeren Schrumpfung. 2,1 Prozent Volumenschrumpfung gehört nicht zu den absoluten „low shrinkage composits“, aber führt bei korrekter Anwendung zur verbesserten marginalen Adaptation.

Die Verschleißfestigkeit liegt hiermit im mittleren bis besseren Bereich im Vergleich mit herkömmlichen „als gut klassifizierten“ Komposits. Somit sind die physikalischen, chemischen und optischen Eigenschaften so optimiert, dass Synergy D6™ als ein absolut zufriedenstellendes Komposit für den universellen Einsatz verwendet werden kann.

Die Anwendungstechnik des optimierten Komposits unterliegt jedoch immer noch den aktuellen Leitlinien für ein langlebiges und ästhetisch zufrieden stellendes Resultat. Sowohl im Front- wie auch im Seitenzahnbereich ist die Anwendung der Kofferdamtechnik die Gewährleistung für eine sichere Adhäsionstechnik.

Anwendung im Frontzahnbereich

Im Frontzahnbereich spielen das Kaschieren von Strukturen, Präparationsgrenzen und die erhöhte Opazität zur Verhinderung der erhöhten Lichtdurchlässigkeit eine Rolle, vor allem dort, wo fehlende Zahnhartsubstanz ergänzt werden muss. Die geeignete Farbrespektive Materialwahl erfolgt mit dem Dentin-/Schmelzfarbschlüssel zu Beginn der Therapie, solange die Zähne noch feucht sind und die natürliche Farbgebung gewährleistet ist. Die Präparationen sollen weich und konvex auslaufend sein, wobei für den groben Abtrag handelsübliche 80 µm Diamanten verwendet werden können und die Finierung vorzugsweise mit 25-µm-Schleifern durchgeführt wird. Im ästhetischen Bereich empfiehlt es sich nach wie vor, die klassische Schmelzätzung mit Phosphorsäure anzuwenden, um langfristig einen stabilen, dauerhaften Verbund mit dem Schmelz zu gewährleisten. Bei der Anwendung der Schmelzätzung eignen sich ein klassisches Dentinhaftmittel (Bsp. ART Primer A & B™) und ein hydrophobes Schmelzbond (ART Bond™) am besten. Zur Etablierung der Dentinhaftung wird der Primer zusammen mit dem Bond mit Licht vorgehärtet. Die ersten Inkremente bestehen immer aus Dentinmasse, wobei im zervikalen Bereich je nach Indikation eine dunklere Masse als im inzisalen Bereich verwendet wird. Die zervikalen Anteile als erstes Inkrement erhöhen die marginale Adaptation und sind geeignet, um an der Basis Form- und Stellungskorrekturen vorzunehmen. Die Aushärtung der einzelnen Inkremente kann wegen des günstigen C-Faktors kurz sein, um am Schluss die Gesamtrestauration für 40 Sekunden auszuhärten. Die Präparationsgrenzen werden am besten kaschiert, wenn zwei Drittel der konvexen Schrägung mit der Dentinmasse gefasst werden. Entgegen der normalen Zahnmorphologie wird im Inzisalbereich auf eine palatinale Schmelzschichtung verzichtet, hier geht es, je nach Transluzenz des Zahnes, hauptsächlich darum, das Licht „zu bremsen“, um unnötige Graueffekte zu vermeiden. Hierzu ist die Dentinmasse geeignet, um einerseits den Übergang zur Schmelzoberfläche zu kaschieren und anderseits im Inzisalbereich eine unnötig hohe Transluzenz zu vermeiden.

In Bereichen, in denen Zahnstrukturen ergänzt werden, ist vor allem die Standfestigkeit des Dentins gefragt, das bei der Grundmodellation des Zahnkörpers stabil bleibt. Damit ist die Grundlage für die oberflächliche Schmelzschicht gegeben, mit welcher einerseits eine natürliche Tiefenwirkung erzielt wird und anderseits die definitive Formge-bung erfolgt. Wird im Inzisalbereich noch eine bläuliche, opaleszierende Transluzenz gewünscht, kann noch eine dünne Schicht Enamel WO aufgetragen werden. Bei Berücksichtigung der entsprechenden Schichtstärke von Schmelz und Dentin, wird die natürliche Farbgebung durch den „Chamäleon-Effekt“ des Kompositmaterials unterstützt.

Ein vorausdenkendes Modellieren der einzelnen Inkremente vereinfacht die Ausarbeitung, welche Formgebung, Randgestaltung und Politur beinhaltet. Das Finieren der Ränder erfolgt mit Feinstdimanten, die Vorpolitur mit entsprechenden Polierern und die Glanzgebung am Schluss mit einem Polierbürstchen. Eine Nachkontrolle der auslaufenden Federränder ist nach frühestens 14 Tagen unerlässlich (siehe Abb. 1–5).

Lösungen für den Seitenzahnbereich

Im Seitenzahnbereich stehen andere operative Techniken zur Verbesserung der marginalen Adaptation und Kontaktpunktgestaltung im Vordergrund. Zur Optimierung der marginalen Adaptation wird in diesem Beispiel die zielgerichtete Lichtumhärtungstechnik verwendet. Für die Präparation wird wiederum ein 80-µm-Diamant verwendet und für das Finieren ein 25-µm-Diamant. Sollte das „Total-Bonding-Prinzip“ verwendet werden, empfiehlt es sich, die Kavitätenränder zur Vermeidung von Schmelzrandfrakturen zirkulär anzuschrägen. Als Alternative zur konventionellen Säure-Ätztechnik kann hier auch ein selbstkonditionierender Primer verwendet werden (One Coat Selfetching-Bond), welcher gleichermaßen Schmelz und Dentin konditioniert.

Zur besseren Kontrolle der approximolateralen Anteile eignen sich am besten individuelle adaptierte Stückmatrizen, welche zwecks der zielgerichteten Lichthärtung am besten mit Leuchtkeilen fixiert werden. Die gute Benetzbarkeit des Komposits und die nicht zu niedervisköse Konsistenz erlauben es schon beim ersten Inkrement, die marginale Adaptation zu gewährleisten und vorweg schon einen sicheren Kontaktpunkt zu gestalten. Jedes einzelne Inkrement wird im Seitenzahnbereich wegen des ungünstigen C-Faktors für 40 Sekunden vollständig ausgehärtet. Das zweite Inkrement erhebt vor allem den Anspruch, an den approximolateralen Rändern opti-mal zu benetzen und vor allem durch seine Formstabilität die Randleiste in Form zu halten und sich nicht durch kohäsive Kräfte zu stark an die Matrize anzulehnen, was sich auf die nachfolgende Ausarbeitung vorteilhaft auswirkt. Bei der Gestaltung der okklusalen Morphologie werden die Vorteile der Materialeigenschaften offensichtlich: Ohne am Instrument zu kleben, lässt sich das Material an die Kavitätenwände adaptieren und behält bei der Modellation die gewünschte Form. Dies erleichtert es, die okklusale Morphologie schon bei der Modellation festzulegen und verhindert im Nachhinein die Ausarbeitungszeit.

Finiert wird hier wiederum mit Feinstdiamantbohrern, Polierern und Bürstchen, wobei durch die korrekte Modellation die Zeit für das okklusale Einschleifen stark reduziert wird. Auch hier, obwohl nur mit einer Dentinmasse gearbeitet wurde, zeigt der Chamäleon-Effekt hervorragende ästhetische Resultate (siehe Abb. 6-9). Sowohl für eine Frontzahnkorrektur als auch für die Seitenzahnrestauration konnte ohne Einschränkung ein und dasselbe Material (Synergy D6™) verwendet werden.

 

Dr. Mario Besek ist im Swiss Dental Center, Zürich/Schweiz, tätig.

Literatur beim Verfasser.

Von Dr. Mario Besek, Zahnarzt 5 /2010

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