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Zahnheilkunde 1. Oktober 2009

Hybridprothetische Versorgungsmöglichkeiten des atrophierten zahnlosen Unterkiefers mit 2 versus 4 Implantaten – eine Literaturrecherche

Der zahnlose atrophierte Unterkiefer spielt in der Implantologie eine wichtige Rolle. Mit Hilfe relativ einfacher implantologischer Maßnahmen ist eine kau- und sprachfunktionelle Rehabilitation durch eine Lagestabilisierung des Zahnersatzes möglich. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war, mit Hilfe der Literaturrecherche über dieses, auch kostenpolitisch sehr wichtige Thema, von verschiedenen Seiten zu diskutieren und daraus evtl. eine Empfehlung für die hybrid-prothetische Behandlung des zahnlosen Unterkiefers herzuleiten. Die Evaluation der Literatur ergab zwar eine große Anzahl an Publikationen mit Fallbeschreibungen und Überlebensraten, jedoch gibt es nur wenige prospektive randomisierte klinische Studien, die unterschiedliche Behandlungskonzepte im zahnlosen Unterkiefer verglichen. Auch für den periimplantären Knochenabbau konnten keine signifikanten Unterschiede bei Versorgungen mit 2 versus 4 Implantaten gezeigt werden. Daher ist zum jetztigen Zeitpunkt eine Evidence-basierte Aussage für ein bestimmtes Behandlunskonzept nicht möglich. Bei allen Beschränkungen, die der Interpretation der Untersuchung auferlegt sind, können jedoch trotzdem folgende Aussagen bezüglich der implantatgestützten zahnlosen Unterkiefertotalprothese getroffen werden, die im Aufklärungsgespräch mit dem Patienten Berücksichtigung finden sollten. 1. Für die Entscheidung, 2 oder 4 Implantate zu inserieren, müssen neben dem Allgemeinbefund und den morphologischen Voraussetzungen individuelle Aspekte wie ästhetische, funktionelle und finanzielle Gesichtspunkte Berücksichtigung finden. 2. Zur Stabilisierung einer Prothese im zahnlosen Unterkiefer sind 2 Implantate als einfachste und kostengünstigste Versorgung ausreichend. Diese Konstruktion ist für den Patienten bezüglich der Mundhygiene einfach zu pflegen und die Operationsbelastung ist auf ein Minimum reduziert. Nachteile dieser Versorgung sind jedoch die höhere Beweglichkeit und Instabilität der Prothese im dorsalen Bereich. 3. Vorteile der Versorgung mit 4 Implantaten sind neben des höheren Tragekomforts der stabile Sitz der Prothese sowie die Möglichkeit einer Sofortversorgung. Auch die Erweiterbarkeit der Konstruktion bei Verlust eines Implantates ist von erheblicher Bedeutung.

Ali-Reza Ketabi, Christian Foitzik, Jürgen Willer, Gisbert Krekeler, 6/2009

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