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Zahnheilkunde 1. Oktober 2008

Klinische Nachuntersuchung von implantatgestützten Vollprothesen im zahnlosen und restbezahnten Kiefer – ein Vergleich zwischen Teleskopprothesen und den etablierten Stegprothesen

Im Rahmen dieser retrospektiven klinischen Studie wurden Patienten mit rein implantatgetragenen teleskopierenden Totalprothesen – im Sinne von Coverdenture Prothesen – nachuntersucht (Gruppe 1). Bei acht Patienten waren ein bis drei Restzähne – mit Teleskopen versorgt – in die Teleskopprothese integriert (Gruppe 2). Ebenfalls wurden Patienten mit stegretinierten Totalprothesen auf individuell gefrästen Goldstegen untersucht und mit der Gruppe der Teleskopprothesen verglichen (Gruppe 3). Im Zeitraum von 1999 bis 2006 wurden 36 Patienten mit 42 implantatgetragenen Teleskopprothesen untersucht, die in die Untersuchung einbezogen werden konnten. Im Zeitraum von 1999 bis 2006 wurden 16 Patienten mit 18 implantatgetragenen Stegprothesen versorgt, welche alle nachuntersucht wurden. Vier Patienten waren mit einer Sofortprothese versorgt worden. Die durchschnittliche Tragedauer der Teleskopprothesen betrug 33 Monate, die durchschnittliche Tragedauer der Stegprothesen betrug 17 Monate. Die Untersuchung gliederte sich in eine klinische Evaluation am Patienten und einer Befragung zu seiner prothetischen Versorgung. Bei der klinischen Evaluation wurde das periimplantäre Weichgewebe mit mehreren Messmethoden auf klinische Entzündungszeichen untersucht, sowie die Osseointegration der Implantate mit Hilfe der Resonanzfrequenzanalyse (RFA) beurteilt. Abschließend wurde ein OPG angefertigt, mit dem der krestale Knochenabbau mesial und distal der Implantate – ausgehend von der postoperativen Situation – bestimmt wurde. Die Messergebnisse beider Patientengruppen wurden miteinander verglichen, und es sollte die Frage geklärt werden, ob sich die implantatgetragenen Teleskopprothesen klinisch so gut wie die etablierten Stegprothesen bewähren. Die RFA zeigte, dass die Implantate der Stegprothesen statistisch signifikant höhere Werte für den Implantatstabilitätsquotient (ISQ-Wert), im Vergleich zu den Implantaten der Teleskopprothesen aufwiesen (p < 0,001). Beim Knochenabbau konnte statistisch bei allen drei Gruppen kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Zusätzlich wurden die Sulkusflüssigkeitfließrate (SFFR), pH-Wert im Sulkus, modifizierte Plaqueindex (mPI), modifizierter Blutungsindex (mBI), Sulkustiefe, keratinisierte Gingiva, attached Gingiva und der DIM-Wert (Abstand von der Implantatschulter bis zur Gingiva) bestimmt. Die Auswertung dieser Parameter ergaben vergleichbar gute Ergebnisse. Bei der Patientenbefragung wurde nach allgemeiner Zufriedenheit, Ästhetik, Gesellschaftsfähigkeit, Interesse am Thema Implantologie, Wiederholbereitschaft und der Mundhygienefähigkeit gefragt. Es konnte ebenfalls kein bedeutender Unterschied zwischen beiden prothetischen Konzepten festgestellt werden. Diese Untersuchung lässt den Schluss zu, dass implantatgetragene Teleskop- und Stegprothesen gleichwertig angewendet werden können.

K.-U. Bochdam, K.-U. Benner, T. Holland-Letz, F. Hölzle, J. Willer, 6/2008

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