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Zahnheilkunde 1. März 2008

Parodontalpathogene Mikroorganismen und deren mögliche Auswirkungen auf bestehende Schwangerschaften

Parodontitis mit begleitender Bakteriämie durch parodontalpathogene Keime in der Schwangerschaft wird als eine der möglichen Ursachen für vorzeitige Wehen oder verringertes Geburtsgewicht von Neugeborenen angesehen. Ziel dieser Arbeit war es, eine eventuelle Korrelation zwischen Auftreten von parodontalpathogenen Mikroorganismen und einer verkürzten Schwangerschaftsdauer oder reduziertem Geburtsgewicht aufzuzeigen. Bei den Probandinnen erfolgte die Erhebung eines parodontalen Status, Abstrichen aus parodontalen Taschen sowie Blut, Abnahme von Vaginalabstrichen und Gewinnung von Fruchtwasser bei 20 Schwangeren durch eine Amniozentese. Die Auswertung erfolgte in Bezug auf eine vorhandene Parodontits, parodontalpathogene Mikroorganismen, Frühgeburtlichkeit und/oder ein verringertes Geburtsgewicht. Wir haben bei 10 schwangeren Probandinnen eine Kontamination mit parodontalpathogenen Mikroorganismen in Zahnfleischtaschen und im Blut nachgewiesen. Bei fünf dieser Patientinnen traten 2 Frühgeburten auf, bei 3 weiteren wiesen die Neugeborenen ein verringertes Geburtsgewicht in Bezug auf ihr Gestationsalter auf. Im Fruchtwasser konnten keine pardontalpathogenen Markerkeime diagnostiziert werden. Die statistische Auswertung zeigte ein signifikant jüngeres Gestationsalter und signifikant geringeres Geburtsgewicht bei den Kindern von Schwangeren mit Parodontitis. Diese prospektive Vorfeldstudie belegt an einer limitierten Patientenzahl einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Kolonisation von parodontalpathogenen Keimen in Zahnfleischtaschen und dem Auftreten von Frühgeburtlichkeit und/oder verringertem Geburtsgewicht.

M. Müller, M. R. Ulm, C. Ulm, R. Seemann, M. H. Matejka, 1/2008

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