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Abb.1: Ausgangsbefund: Insuffiziente Restaurationen an den Zähnen 11 und 21.

Abb. 2: Ansicht von inzisal.

Abb. 3: Zustand nach vollständiger Entfernung der alten Füllungen.

Abb. 4: Defektdarstellung von vestibulär.

Abb. 5: Anschrägung der Präparationsgrenze mittels Diamantstreifen.

Abb. 6: Positionierung des Matritzenbandes.

Abb. 7: Ansicht von palatinal.

Abb. 8: Einbringen der ersten Materialschicht.

Abb. 9: Weitere Schicht der Dentinmasse A3.

Abb. 10: Vervollständigung des Dentinkernes mittels Empress Direct-Dentin A2.

Abb. 11: Überschichtung mit Schmelzmasse, Farbe A2.

Abb. 12: Ausbildung der definitiven Zahnform mittels „Trans Opal“.

Abb. 13: Matrizenband im Interdentalraum 11 und 21, Ätzgel ist bereits aufgetragen.

Abb. 14: Finale Schichtung erfolgt wiederum mit der Masse „Trans Opal“.

Abb. 15: Situation unmittelbar nach Abschluss der Behandlung.

Abb. 16: Abschlussbild: Eine Woche nach der Behandlung mit komplettem interdentalen Lückenschluss.

 
Zahnheilkunde 2. April 2010

Composite mit Opaleszenz

Ein Fallbericht zur Erstellung einer hochästhetischen Composite-Restauration

Ästhetische Composite-Restaurationen in der Front können nur durch eine hohe farbliche Adaption des Füllungsmaterials an den Restzahnbereich erfolgreich gestaltet werden. Die physikalischen Materialeigenschaften eines modernen Composites sollten ein gutes Handling bei der Applikation, eine gute Ausarbeitung der Füllungsoberfläche und gleichzeitig deren ästhetische Integration in die natürliche, unversehrte dentale Umgebung ermöglichen.

Um durch besondere Lichteffekte eine derartige Integration zu ermöglichen, müssen einzelne Materialkomponenten mit einer hohen Opazität (Dentin) und einer relativen Transparenz (Schmelz) zur Verfügung stehen. Wenn ein System des Weiteren über eine opaleszierende Masse verfügt, die eine Rekonstruktion der bläulichen (häufig auch an den Flanken zu beobachten) und den in der Inzisalkante ebenso vorhandenen gelblichweisslich erscheinenden Bereiche ermöglicht, sollten dem Behandler keine Wünsche mehr offen stehen. Das neue Composite IPS Empress® Direct verfügt über eine solche opaleszierende Masse, deren Farbeffekte dieses Phänomen reproduzierbar machen. (Opaleszenz wird die optische Eigenschaft mancher Stoffe genannt, die durch unterschiedliche Streuung der verschiedenen Wellenlängen des Lichts an kleinen Strukturen in dem Stoff hervorgerufen wird – der Stoff erscheint bei Auflicht intensiv bläulich und bei Durchlicht gelblich eingetrübt, wie es in der Natur bei einem Opal zu beobachten ist.) Das Phänomen kann wie folgt beschrieben werden: Fällt Licht auf das Composite, wird es bläulich reflektiert. Bei Gegenlicht erscheint das Composite leicht trüb mit gelblicher Einfärbung. Der natürliche und unversehrte Verlauf eines Inzisalbereiches zeigt häufig dieses Erscheinungsbild.

Bei dem hier beschriebenen Fall sollen zwei insuffiziente Interdentalfüllungen (Abb. 1) ausgetauscht werden. Bei der Analyse der Farbschichten des natürlichen Zahnes fallen die beschriebenen Effekte der Inzisalkante auf. Eben so verläuft der bläulich/weissliche Saum bis in den Interdentalbereich hinein. Die Herausforderungen zur Anfertigung einer hochästhetischen Füllung liegen darin, das Diasthema geringfügig zu verkleinern und gleichzeitig diese opaleszenten Effekte zu rekonstruieren. In diesem Bericht wird dargestellt, wie durch dieses zusätzliche „Tool“ (Empress Direct Trans Opal) das Ergebnis verbessert werden kann.

Die Ansicht von inzisal auf die Zahnform zeigt den wellenförmigen Verlauf der Inzisalkante (Abb. 2). Die alten Füllungen wurden restlos entfernt, da Sekundärkaries unter den Restaurationen festgestellt wurde (Abb. 3 und 4). Mit einem perforierten, einseitig belegten Diamantstreifen wird die Präparationskante abgeschrägt (Abb. 5). So kann sichergestellt werden, dass auch im zervikalen äquigingivalen Bereich eine minimalinvasive Aufrauung und Anschrägung der Schmelzoberfläche gewährleistet ist.

Nach dem Ätzvorgang und der weiteren Konditionierung mit ExciTE® Bonding wird ein Matritzenband positioniert (Abb. 6). Das Band wird entlang der interdentalen Zahnfläche in den Sulkus geschoben und von palatinal mit einem Klarsichtkeil interdental fixiert (Abb. 7). Die atraumatische Stauchung des Gewebes ist durch das anämische Umfeld der Gingiva zu erkennen. In der Ansicht von palatinal ist der Keil der Grösse 1 gut zu erkennen, welcher durch den Druck den Interproximalraum etwas erweitert. Das Matritzenband wird in optimaler Position fixiert. Die erste Materialschicht Empress Direct-Dentin A3 wird appliziert und so ausgeformt, dass die approximale Fläche bereits vorkonturiert ist (Abb. 8).

Der Aufbau wird weiter vervollständigt (Abb. 9). Als nächste Schicht wird Empress Direct-Dentin A2 aufgetragen (Abb. 10), um die farbliche Anpassung zu optimieren. Die weitere Überschichtung erfolgt mit Schmelz A2 (Abb. 11). Zur Ausbildung der definitiven Zahnform wird das Material „Trans Opal“ verwendet (Abb. 12). Bei dieser Abbildung ist gut zu erkennen, dass die definitive Gestaltung der Zahnform durch Modulation des Composites angestrebt wird, um die morphologische Konturierung während der Ausarbeitung zu erleichtern.

Die Ausarbeitung erfolgt mit einem EVA-Handstück, das eine oszillierende Bewegung ausführt. Durch das feine Blatt ist eine atraumatische Bearbeitung, besonders der Übergänge des Füllmaterials zum Sulkus hin, möglich. Der feine Substanzabtrag durch entsprechende Blattkörnung (Vorpolieren mit grünem oder blauem Ring) ermöglicht eine zielgerichtete Vorgehensweise. Deshalb wird ein Über konturieren des Füllungsmaterials während des Auf baues nicht nötig. Die Oberfläche wird ausschliesslich mit dem EVA-Kopf ausgearbeitet, mit einem Vorpolierer und Hochglanzpolierer gummiert (Astropol®) und anschließend mit einem Polierbürstchen (Astrobrush®) auf Hoch glanz gebracht.

An Zahn 11 wird mit einem Matrizenband der Interdentalraum konturiert (Abb. 13) und hierdurch Zahn 21 vor dem Ätzgel geschützt. Das Ätzgel ist bereits aufgetragen. Der Keil wird mit Spannung eingebracht, um eine separierende Wirkung zu erzielen. Das Diasthema sollte weitestgehend reduziert werden. Die primären Schichten werden nach der gleichen bereits beschriebenen Methodik aufgetragen. Die finale Schichtung erfolgt ebenfalls nach den vorher bereits beschriebenen Kriterien. Den Abschluss bildet wiederum die Trans Opal-Masse (Abb. 14). Nachdem die Restaurationen auf Hochglanz poliert worden sind, ist eine leichte farbliche Diskrepanz durch das Austrocknen der oberflächlichen Schmelzanteile erkennbar. Die Papille des Interdental raumes ist durch das Einbringen des Keiles noch leicht gestaucht (Abb. 15).

Das Abschlussbild (Abb. 16) eine Woche später zeigt eine komplett gesunde Papille und eine nahezu unsichtbare Composite-Füllung mit „natürlicher“ Opalesenz.

 

Korrespondenz: ZA Ulf Krueger-Janson Stettenstrasse 48 D-60322 Frankfurt am Main E-mail:

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