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Foto: Privat
Prof. DDr. Siegfried Kulmer, Tagungsleiter und Präsident des Vereins Tiroler Zahnärzte
 
Zahnheilkunde 2. März 2010

„Herausforderung Oberkieferfront“

Gesunde, funktionelle und ästhetische Zahnreihen sind ein Muss für den beruflichen und gesellschaftlichen Erfolg und Haupthema des Internationalen Frühjahrsseminars in Meran.

Die Inhalte des Programms reichen von Prophylaxe und Parodontologie über Zahntrauma, Restaurationen aus Kompositen, Okklusion und Funktion bis hin zur Implantologie. Von Experten werden verschiedenste Aspekte ausführlich diskutiert – bis hin zum Misserfolgsmanagement.

 

Assistentinnen und Prophylaxeassistentinnen erwartet ein Prophylaxeupdate, Stress- und Zeitmanagement zur optimalen Entfaltung des persönlichen Potenzials sowie eine Einführung zu: „Der erfolgreiche Recall – Wie sage ich es den Patienten?“

Nach dem fulminanten Festvortrag 2008 wird Prof. Dr. Gernot Patzelt zum Thema „Menschen im Hochgebirge – seit 11.000 Jahren“ sprechen. Er wird der Frage nachgehen, wie sich Flora, Fauna und das Siedlungswesen entwickelt haben und was dies für die derzeitige Klimaentwicklung bedeutet. Zum Abschluss wird der bekannte Feng-Shui-Experte Günther Sator ausgewählte Praxen aller Fachrichtungen analysieren.

Im Interview mit dem Zahn Arzt spricht Tagungsleiter Prof. DDr. Siegfried Kulmer über Herausforderungen und Aufholbedarf in der Zahnmedizin sowie über die Bedeutung von gelungenem Praxismanagement.

 

Die Oberkieferfront steht im Fokus der Tagung. Warum?

KULMER: Der Oberkiefer prägt das Erscheinungsbild eines Menschen wesentlich mit. Eine gesunde, schöne Frontzahnstellung lässt einen Menschen vital und leistungsfähig aussehen. Zähne – allen voran jene, die man auf den ersten Blick sieht – sind sowohl ein Ausdruck für Jugend als auch für Stärke und heute deshalb fast ein „must“.

 

Welche Herausforderungen gilt es in diesem doch eher heiklen Bereich zu bewältigen?

KULMER: Eine Nichtanlage der seitlichen Schneidezähne etwa stellt einen Zahnarzt vor die Frage, ob er dem Patienten besser rät, die Lücke kieferorthopädisch oder doch lieber mit einem Implantat schließen zu lassen. Natürlich hängt dies auch von vielen anderen Faktoren ab. Dennoch muss man sich aber auch als Behandler bewusst machen, dass ein Misserfolg im Frontzahnbereich für den Patienten katastrophal ist; fehlende Zahnfleischpapillen, dunkel verfärbte Zahnhälse u. Ä. wirken sich sehr nachteilig auf das äußere Erscheinungsbild des Patienten aus. Deshalb haben wir den Bogen auch so weit gespannt: von der Prophylaxe über Zahntrauma, Vitalerhaltung der Pulpa, Restaurationen, kieferorthopädische Maßnahmen, Implantologie bis hin zu einem im Notfall greifenden Misserfolgsmanagement.

 

Zeit- und Stressmanagement, psychologische Aspekte in der Patientenbehandlung sowie Feng-Shui u. Ä. m. sind aber auch Themen der Veranstaltung. Wie schätzen Sie deren Bedeutung ein?

KULMER: Nicht nur die Behandlung, sondern auch alle anderen Aspekte, angefangen bei den Assistentinnen bis hin zur Atmosphäre im Eingangsbereich, wirken unaufhörlich auf den Patienten ein. Noch bevor ein Wort gesprochen wird, ist oft schon entschieden, ob der Patient sich in der Praxis wohl fühlt und wiederkommt oder nicht. Also, warum nicht gleich auch in diesen Bereichen aktiv, anders und besser sein als die Mitbewerber. Die Konkurrenz ist hart!

 

Warum bieten Sie die Rahmenkurse vor allem den Assistentinnen an?

KULMER: Nehmen wir z. B. das Burn-out-Syndrom: Auch immer mehr Mitarbeiter leiden darunter. Erlernen sie aber, wie man besser mit Stress umgeht, wie man die vorhandene Zeit effektiver nützt, Wesentliches vom Unwesentlichen unterscheidet, lässt sich der Praxisalltag viel einfacher bewältigen. Ein ausgeglichenes Praxisteam trägt einiges zum Erfolg der gesamten Praxis bei; und deshalb genügt es auch nicht mehr, wenn nur der Zahnarzt alleine diese Kompetenzen beherrscht.

 

In welchen Bereichen der Zahnmedizin sehen Sie Aufholbedarf?

KULMER: Funktion und Okklusion verdienen viel mehr Aufmerksamkeit als bisher! Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum ein Patient fünf, sechs oder gar neun Jahre mit Schmerzen herumlaufen muss, bis ein Zahnarzt eine ordentliche Okklusion herstellt und ihn so relativ einfach von seinen jahrelangen Beschwerden befreit. Dass eine Türe nur dann perfekt ins Schloss fällt, wenn sie gleichmäßig und durchgehend schließt, versteht ja auch jeder. Dass aber die Zähne nur dann perfekt funktionieren, wenn sie alle gleichzeitig, gleichmäßig und ohne Störungen miteinander in Kontakt kommen, scheint nur wenige zu interessieren. Hier wird noch einiges passieren müssen!

 

Das Gespräch führte Dr. Veenu Scheiderbauer

Internationales Frühjahrsseminar Meran, Südtirol
Termin: 29. April bis 1.Mai 2010
Ort: Kurhaus, 39012 Meran, Italien
Veranstalter und Anmeldung: Verein Tiroler Zahnärzte, Sekretariat: Christine Kapplmüller Tel: 0512/504-27189, E-Mail: , www.vtz.at
Programm als Download: www.vtz.at/meran

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