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Abb. 1: OK-Totale Prothese mit Luxene.

Abb. 2: Um die herausragenden Materialeigenschaften von Luxene-Prothesen zu erzielen, sollte auf eine exakte Verarbeitung geachtet werden.

 
Zahnheilkunde 2. Februar 2010

Professionell gefertigte Individualprothetik

Als Reaktion auf die zunehmende Zahl von Patienten mit subjektiven oder objektiven

Unverträglichkeiten gegenüber Prothesenbasiskunstoffen arbeite ich in meinem Labor mit einem alternativen Material auf Vinyl-Basis.

Die Eigenschaften einer Prothese hängen von der Größe und der Form der Kunststoffmoleküle ab. Luxene 1180™ ist ein seit Jahrzehnten bewährter Kunststoff, der gegenüber den herkömmlichen Methylmethacrylaten viele Vorteile bietet, die sich auch bei persönlicher Anwendung in meinem Labor bestätigt haben.

 

Das Verhalten eines Prothesenmaterials im Mund wird durch die Wasseraufnahmefähigkeit und die Wasserlöslichkeit des Materials erheblich beeinflusst. Die Wasseraufnahme sollte dabei so gering wie möglich sein, da sonst Quellungsprozesse auftreten können, was möglicherweise zu erhöhten Spannungen führen kann. Die mechanischen Eigenschaften von Kunststoffen können durch Wasseraufnahme beeinflusst werden, da das Wasser, ähnlich wie Restmonomer, als Weichmacher wirkt.

Um die herausragenden Materialeigenschaften von Luxene-Prothesen zu erzielen (siehe Kasten), achten wir auf eine exakte Verarbeitung nachdem vom Hersteller angegebenen Richtlinien.

Das spezielle Herstellungsverfahren

Schon bei der Erstellung des Modells ist zu berücksichtigen, dass der Gips mit einer speziellen Lösung aus Wasser und Luxene-Investment Chemicals angerührt wird. Die Salze dieser speziellen Flüssigkeit verhindern ein Ausbleichen, beziehungsweise Weißverfärben des Luxene-Vinylkunststoffes während der Polymerisation. Die Lagerung der Lösungen erfolgt bei uns im Labor in Kunststoff-oder Glasbehältern, da sonst Korrosionen auftreten könnten.

Nach gewohnter im Labor angefertigter Aufstellung und Einprobe der Prothese beim behandelnden Zahnarzt, erfolgt die Vorbereitung zum Einbetten und Erstellen der Form. Auch bei der Einbettung ist wieder darauf zu achten, dass der Gips sowohl für den Sockel des Modells als auch für den Konter mit der bereits genannten Speziallösung angerührt wird. Zum Einbetten verwenden wir eine Ivo-Cap Küvette mit abgewandelter Einspritzvorrichtung.

Nach Einbetten des Modells in die untere Küvettenhälfte, werden Einspritzkanäle aus Wachs für den Vinylkunststoff an beiden Tuberenden des Oberkiefers oder des Unterkiefers so platziert, dass diese mit dem Einspritzkanal der Küvette verbunden sind. Jetzt kann der Konter erstellt werden. Danach wird wie gewohnt das Wachs ausgebrüht. Die Isolierung der beiden Küvettenhälften erfolgt mit Luxene-Separator rot. Die Isolierung sollte als feiner, hauchdünner Film sichtbar sein und einige Minuten an der Luft trocknen. Nun werden beide Küvettenhälften zwanzig Minuten unter eine Infrarotlampe gelegt. Danach wird die Küvette geschlossen, in den Spannrahmen gesetzt und unter einer hydraulischen Presse verschraubt.

Zeitaufwändig – aber es lohnt

Kartuschenzylinder und Kartusche werden auf die Küvette gesetzt und mit dem Zylinderkolben verschlossen. Die Injektionseinheit wird mit der festmontierten Küvette an sechs bis acht bar Druck angeschlossen und das Luxene-Prothesenmaterial mindestens zehn Minuten an der Luft injiziert. Die Polymerisation erfolgt nun im Wasserbad bei 75-78° C über neun Stunden. Das Wasserniveau des Polymerisationsbades sollte auf der Höhe des Spannrahmenoberteils liegen. Die Küvette wird danach unter permanentem Druck abgekühlt. Jetzt kann der Prothesenrohling mit dem üblichen Verfahren ausgebetet werden.

Beim Ausarbeiten fällt auf, dass Vinylkunststoff wesentlich „zäher“ als Acrylat-Kunststoff ist. Die Ausarbeitung und das Polieren sind – wie das gesamte Verfahren – deutlich zeitaufwändiger als bei herkömmlichen Prothesenmaterialien. Wichtig ist, dass alle technischen Verarbeitungsvorschriftengenau eingehalten werden, um die maximalen werkstoffkundlichen Daten zu erreichen.

Zufriedene Patienten

Die in meinem Labor angefertigten Luxene-Prothesen wurden von den Patienten äußerst gut angenommen und stießen auch bei den behandelnden Zahnärzten auf große Begeisterung. Meine Patienten betonen den bemerkenswerten Prothesenkomfort auf Grund der hohen Formstabilität, der höheren Saugfähigkeit, der Stabilität und der Geschmacksneutralität. Angesichts der hohen Zufriedenheit der Patienten, würde ich Luxene als Prothesenkunststoff für „ alle Fälle“ bewerten.

Kasten:
Materialspezifische Vorzüge
Luxene™
ist gewebefreundlich, erzeugt keine Schleimhautreizungen, ist hypoallergen und ruft kein trockenes Gefühl im Gaumenbereich hervor, da Restmonomer nicht nachweisbar ist.
lagert auf Grund seiner Molekularstruktur so gut wie kein Wasser an, die Prothese bleibt geruchsneutral, saugfähig und passgenau.
weist eine hohe Dauerbiege-und Schlagfestigkeit auf und reduziert dadurch die Bruchgefahr erheblich.
hat eine hohe Oberflächen-Benetzbarkeit und dadurch einen hohen Trage-Komfort, da der Speichelfilm unter der Prothese nicht so leicht abreißt.
zeichnet sich außerdem durch eine außergewöhnliche Abrasionsfestigkeit aus.

Von ZTM Christoph Jarosik, Zahnarzt 1/2 /2010

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