zur Navigation zum Inhalt
 
Zahnheilkunde 2. Februar 2010

Enzym contra Karies

Lysin- Decarboxylase und Plaque

Dentalplaque enthält Bakterien, die Lysin-Decarboxylase produzieren. Das Enzym wandelt Lysin in Cadaverin um, das als Base einen potenziell antikariogenen Effekt hat. In der Studie sollte die Lysin-Decarboxylase-Aktivität während der frühen Plaquebildung untersucht werden.

Bei 16 jungen, gesunden Erwachsenen wurden zunächst alle Zähne drei Tage lang täglich professionell gereinigt. Danach wurde der obere linke Quadrant mit einer Schiene abgedeckt. Die restlichen Zähne wurden im Anschluss sieben Tage lang zweimal täglich geputzt. Nach dieser Zeit ermittelten die Untersucher den Plaqueindex (PI) und das gingivale Sulkusflüssigkeitsvolumen (GCVF). Die Sammlung der Plaqueproben erfolgte vor der professionellen Zahnreinigung sowie nach der experimentellen Phase. Die Konzentrationen von Lysin und Cadaverin wurden mittels Kapillar-Zonen-Elektrophorese ermittelt, die Aktivität der Lysin-Decarboxylase anhand der Cadaverin-Fraktion. Diese stieg im abgedeckten Zahnbereich von 0,52 ± 0,14 auf 0,81 ± 0,11 (p < 0.001).

Ergebnisse: 1. Die Lysin-Decarboxylase-Aktivität in der Plaque steigt an, wenn die Zähne nicht gereinigt werden. 2. Der Anstieg der Cadaverin-Fraktion ist weniger ausgeprägt, wenn die Cadaverin-Fraktion bereits vor der Hygienerestriktion hoch war. 3. Ein starker Anstieg der Cadaverin-Fraktion im neu entstandenen Plaque ist mit einer geringeren Plaquebildung verbunden. Aus den Ergebnissen schließen die Autoren, dass größere Mengen neu entwickelter Plaque nur geringe Cadaverinkonzentrationen enthalten. Da Cadaverin aber antikariogen wirkt, könnten größere Plaquemengen in Anwesenheit von Kohlenhydraten aus der Nahrung die Kariesentwicklung begünstigen.

 

Quelle: Abstract No. 54, 56th ORCA Congress, 2009, Budapest

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben