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Zahnheilkunde 1. November 2007

Vergleichende Bestimmung der Okklusionsebenenneigung im lateralen Fernröntgenbild und in der instrum

Bereits in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts bestand die Idee, die Bewegungsachse des Unterkiefers in die instrumentelle Modellanalyse einzubeziehen. Es wurden im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche feinmechanische Apparate entwickelt, die zum Ziel hatten, eine zeitgetaktete Aufzeichung der Unterkieferbewegung auf einer realistischen Bewegungsachse zu erhalten. Es waren Mack und Slavicek, die 1972 mit dem SAM®-Axiographen dieses Problem lösten. Die kinematisch orientierte Montage des OK-Situationsmodelles aber scheiterte in praxi vielfach an der umständlichen und instabilen Modellübertragung mit diesem System. Die Notwendigkeit dieser Art der OK-Modellmontage war klar. Die individuell bestimmten Scharnierachspunkte wichen deutlich von den anatomischen mittelwertigen Abnahmepunkten ab, die sich mit den Ohroliven am äußeren Gehörgang in der rechnerischen Mittelung definierten und über eine mittelwertig, das Orbitale imitierende, Glabellastütze den Oberkiefer in Beziehung zur AOE brachte. Damit blieb die achsengerechte Situationsmodellmontage des Oberkiefers in der instrumentellen Modellanalyse vielfach Gegenstand zahlreicher, aber vorwiegend akademischer Diskussionen. Faktum ist, dass die überwiegende Zahl der instrumentellen Modellanalysen über eine arbiträre Oberkieferregistratur mittels Gesichtsbogen im optimalen Fall aus der äquivalenten Baureihe und eine Montage in einen bedingt individuell justierbaren mittelwertigen Artikulator erfolgt, da lediglich ein elitärer Kreis an gnathologisch orientierten Zahnärzten eine individuelle Scharnierachse bestimmten. Die Entwicklung des Girrbach®Kondylographen brachte eine wesentliche Vereinfachung der scharnierachsengerechten Oberkiefermontage, und die volljustierbare Weiterentwicklung des Artex®Artikulators zum Referenz SL-Modell ermöglichte eine standardisierte Übereinstimmung der Unterlagen für die instrumentelle Modellanalyse. Die systemgerechte Entwicklung eines arbiträren Gesichtsbogens brachte noch einmal die Diskussion der Notwendigkeit einer scharnierachsengerechten Oberkiefermodellmontage ins Spiel. Dabei erfolgt die Fixation des Bogens mittels Ohroliven im äußeren Gehörgang, die Montage am SL-Artikulator übernimmt aber einen, um 10mm nach anterior verlagerten Achsmontagepunkt. Die beiden Autoren wiesen nur in einem Fall einen statistisch signifikanten Unterschied (Differenz Modell rechts minus FRS rechte Kontouren versus Differenz Modell rechts minus FRS gemittelte Kontour) nach. Es ergaben sich aber gnathologisch relevante Abweichungen bei der Bestimmung der OEN mit der beschriebenen Modellmontage mittels arbiträrem Gesichtsbogen und der Berechnung der OEN im FRS, die auf der Basis der individuellen Scharnierachspunktbestimmung, der standardisierten Festlegung des kutanen Orbitale sowie den bekannten Orientierungspunkten im Unterkiefer, dem Incicion inferius und dem distalen Höcker des 1. Molaren beruht. Die Gradabweichungen von 4,70° bis 6,12° in der 1. Standarddeviation weist auf eine sehr breite Streuung hin und macht mit einer maximalen Abweichung von 17,50° eine Überprüfung der Abstimmung der Untersuchungsunterlagen als auch der mathematischen Grundlagen der Auswertung der Computersoftware notwendig. Während diese Form der Montage zu Analysezwecken klar erscheint, erhebt sich die Frage nach einer organisatorisch und technisch einfachen Übertragung der OK-Orientierung während einer ausgedehnten Auflösung der okklusalen Strukturen im Sinne einer Präparation. Stellt die Abfolge der Kondylographie bereits viele Patienten vor eine größere psychische Belastung, erscheint die neuerliche Bestimmung der Achspunkte nach einer ausgiebigen Präparationssitzung eine starke Herausforderung an seine die Compliance.

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