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Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 4
Abb. 1–4: Im vorliegenden Patientenfall hat Dr. Christian Müller den medizinischen Part durchgeführt. Frau P. (50), sichtlich psychisch belastet (oben links); insuffizienter Zahnersatz (unten links); frühere Fotografie mit eigenen Zähnen und mit maßgefertigten Zahnprothesen (unten rechts); Zitat Frau P., zwei Jahre nach der Prothesenübergabe: „Ich fühle mich wie ein neuer Mensch! Ich habe an Lebensqualität gewonnen und gehe wieder unter die Leute.“

Foto: Privat

ZT Michael Crepaz wirkt seit 2005 selbstständig in seinem Atelier in Faistenau bei Salzburg und bietet neben maßgefertigten Zahnprothesen auch Fortbildungen für Prothetikteams an. www.totalprothetik.com

 
Zahnheilkunde 30. Oktober 2009

Zahnprothesen – eine Herausforderung

Was tun, wenn eine festsitzende Versorgung mit Implantaten aus finanziellen, ästhetischen oder medizinischen Gründen nicht möglich ist und der betroffene Mensch vor der Situation steht, sich mit herkömmlichen Zahnprothesen abfinden zu „müssen“?

Wenn ich Menschen mittleren Alters befrage, ob sie sich im Falle des Zahnverlustes Zahnprothesen als Zahnersatz vorstellen können, beobachte ich so gut wie immer folgende Reaktion: „Niemals! Wenn, dann würde ich Implantate und Kronen machen lassen!“ Auf die Frage nach dem Warum folgt meist eine skurrile Prothesengeschichte und es wird nachvollziehbar, weshalb es um das Image der „Dritten“ so schlecht steht.

Durch den direkten Kontakt zu Patienten und eine laufende Fragebogen-Erhebung erfahre ich immer wieder von unglücklichen „Zahnlosen“. Aus der Vorgeschichte ihrer Zahnbehandlungen sind sie häufig deprimiert und können oft nur zögerlich wieder Vertrauen zu einem Zahnarzt aufbauen. Mangelhafte Patienteninformation hierzulande und scheinbar verlockende Angebote aus benachbarten Billigländern nähren diese Verzweiflung zusätzlich.

Erfolgreiches Clienting

Patienten aber werden zunehmend anspruchsvoller und wollen weg vom 08/15-Gebiss. Die Behandlung soll daher ebenso individuell erfolgen, wie sich die Einzigartigkeit der Patienten darstellt. Unsere Herausforderung besteht darin, das von der Natur genial entwickelte Kauorgan in Funktion und Optik zu rekonstruieren und auf persönliche Wünsche einzugehen. Rehabilitationen dieser Art gehören zu den anspruchsvollen Fachbereichen der Zahnheilkunde und werden zu Recht als Königsklasse bezeichnet.

An dieser Stelle wird klar, wie wertvoll und wichtig auch hier der direkte Kontakt zwischen Patient und Zahntechniker ist. Die Arbeitsunterlagen der einzelnen Behandlungsschritte, von den individuellen Abformungen bis hin zu den Daten der vermessenen Kiefergelenke, schaffen die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung und sollten daher ohne Ausnahme exakt erarbeitet werden. Kompromisse oder Abkürzungen sind hier kontraproduktiv.

Das Prothetikteam Zahnarzt, Zahntechniker und Assistentin benötigt – neben fachlichen Kenntnissen – viel Aufmerksamkeit, um den zahnlosen Patienten gewissenhaft und bestmöglich zu betreuen. Damit sie in der Tat funktionellen Zahnersatz fertigen können, müssen beiderseits Zahnarzt und Zahntechniker wichtige zahnmedizinische sowie zahntechnische Basics beherrschen. Gemeinsame Fortbildung schafft Erkenntnis und fundiert die Basis für erfolgreiche Patientenversorgungen.

Vertrauen bilden

Durch ausführliche zahntechnische und medizinische Beratung besteht die Möglichkeit, auf individuelle Anliegen der Patienten einzugehen. Ich empfehle Prothesenträgern, bei Zahnersatz sehr anspruchsvoll zu sein und ein erfahrenes Team zu wählen, das die Herausforderung gerne annimmt und den gemeinsamen Weg vom Vorher zum Nachher beschreitet.

Wenn die Vorzüge maßgefertigter Unikate erklärt und verstanden werden, ist zu beobachten, dass Betroffene bereits nach der zahntechnischen Beratung gerne bereit sind, für abnehmbaren Zahnersatz deutlich mehr Geld als allgemein üblich zu investieren. Ich z.B. biete als vertrauensbildende Maßnahme meinen Kunden eine Zufriedenheits- und Geld-zurück-Garantie innerhalb eines halben Jahres.

Ästhetisch – funktionell – individuell

Patienten sind immer wieder erstaunt und glücklich zu erfahren, dass es längst möglich ist, Zahnprothesen anzufertigen, die optisch kaum bis gar nicht von einem natürlich gewachsenen Gebiss zu unterscheiden sind. Noch bedeutsamer sind der angenehme Tragekomfort, die Kaueffizienz und Schonung des stomatognaten Systems. In der Umsetzung empfehle ich, ein naturgemäßes Okklusionskonzept anzustreben. Die Kaukräfte werden durch die spezielle Abstimmung der Führungselemente auf die Gelenkbahnneigung optimal abgeleitet, Kiefergelenke und Kiefer dadurch geschützt.

Von ZT Michael Crepaz, Zahnarzt 11 /2009

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