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Fotos (11): Sztachovic/Hirschberg
Abb 1

Abb 2

Abb 3

Abb 4
Abbildungen 1-4 : Die Ausgangssituation zeigt einen massiven Verlust des Weichgewebes in Regio 31 und 41. Die beiden mittleren unteren Inzisiven wurden entfernt.

Abb 5

Abb 6
Abbildungen 5, 6: Die Situtation nach Extraktion von 42 und Beschliff der Zähne 33, 32, 43 (links); virtuelles Brückengerüst (rechts).

Abb 7

Abb 8
Abbildungen 7, 8: Gerüstprobe (links) und fertige Brücke vor dem Eingliedern (rechts).

Abb 9

Abb 10
Abbildungen 9,10: Der Pontic auf 42 wurde bewusst so gesetzt, dass das Weichgewebe den richtigen Druck und die Unterstützung durch die
Wurzelimitation erhielt. Rechts: Die Zirkondioxidbrücke kurz nach Zementierung.

Abb 11
Abbildung 11: Das Endergebnis: Nur bei genauer Detailbetrachtung kann man erkennen, dass es sich hier um Brückenersatz handelt.

 
Zahnheilkunde 30. Oktober 2009

Erklärtes Ziel: natürlich anmutender Zahnersatz

Ein Fallbericht als Beispiel für zeitgemäße Ästhetik: Zirkondioxidbrücke mit Proceratechnologie.

Um wirklich naturgemäßen Zahnersatz herzustellen, bedarf es einer gut funktionierenden und engen Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker. Denn nur mit akribischem Teamwork können wir den Wünschen unserer Patienten gerecht werden und somit ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen.

 

Abgesehen von Planung, Präzision und der richtigen Materialauswahl ist der Imformationsaustausch zwischen Ordination und Dentallabor ein Grundbaustein für den Erfolg einer Patientenlösung. Den folgenden Fall durfte ich gemeinsam mit DDr. Thomas Hirschberg versorgen, wobei hier ausschließlich mit digitaler Fotografie gearbeitet wurde. Wenn wir heute von natürlichem Zahnersatz sprechen, so ist unsere Wahrnehmung sehr oft subjektiv, da jeder Mensch ein unterschiedliches Ästhetikempfinden besitzt.

Prekäre Ausgangslage

Die Abbildungen 1–4 zeigen die Ausgangssituation des Patienten. Die beiden mittleren unteren Inzisiven waren endodontologisch nicht haltbar und mussten entfernt werden. Gleichzeitig hatten wir hier einen massiven Verlust des Weichgewebes in Regio 31 und 41. Da der Patient eine Implantation ablehnte, entschieden wir uns für die Herstellung einer Zirkondioxidbrücke mit Proceratechnologie.

Abbildung 5 zeigt die Situtation nach Extraktion von 42 und Beschliff der Zähne 33, 32, 43. Nach der Modellherstellung wurden die beschliffenen Stümpfe eingescannt und ein virtuelles Brückengerüst hergestellt (siehe Abb. 6). Die CAD/CAM-Technik eröffnet uns ein weites Spektrum an Materialvielfalt und Passgenauigkeit, was aus der heutigen Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken ist. Kein gegossenes Gerüst reicht an die Präzision einer gefrästen Brücke heran, da jeder Guss durch Expansion und Kontraktion von Metall Spannungen erfährt.

Fertigstellung der Brücke

Nach der virtuellen Konstruktion werden die Daten via Internet verschickt, und man bekommt ungefähr fünf Tage später das fertige Gerüst aus Zirkondioxid. Um die aktuelle Gingivasituation zu übernehmen, sollte bei der Gerüstprobe (siehe Abb. 7) eine Überabformung durchgeführt werden.

Nach neuerlicher Modellherstellung wurde die Brücke keramisch verblendet und fertiggestellt. Den Anhaltspunkt für die individuelle Schichtung lieferte nur eine CF-Card auf der das Farbmuster gespeichert wurde. Durch diese Arbeitsmethode erspart sich der Patient den Weg zur Farbnahme ins Labor, vorausgesetzt die Bilder haben ausreichende Qualität. Abbildung 8 zeigt die fertige Brücke vor dem Eingliedern.

Wir konstruierten den Pontic auf 42 bewusst so, dass das Weichgewebe den richtigen Druck und die Unterstützung durch die Wurzellimitation bekam (siehe Abb. 9). Abbildung 10 zeigt die Zirkondioxidbrücke kurz nach Zementierung, und schon hier sieht man, wie harmonisch sich die Versorgung einfügt. Erst bei genauer Detailbetrachtung kann man erkennen, dass es sich hier um Brückenersatz handelt. Dieser Patientenfall war auch für uns eine Herausforderung, doch wenn wir das Lippenbild des Patienten betrachten, so können wir mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein (siehe Abb. 11).

Resümee

Zusammenfassend kann man sagen, dass viele Faktoren zusammenspielen müssen, um solche Patientenfälle versorgen zu können. Schließlich sprechen wir erst dann von naturgemäßem Zahnersatz, wenn man diesen nicht als Imitation erkennen kann. Die Natur zu kopieren ist unser oberstes Ziel, wobei wir so ehrlich zu uns sein müssen, dass uns das nie zu hundert Prozent gelingen wird. Selbst die modernsten Verblendkeramiken sind nicht in der Lage, die lichtoptischen Eigenschaften von natürlichen Zähnen vollständig wiederzugeben. Bekanntlich stirbt aber die Hoffnung zuletzt, und mit jeder neuen Aufgabenstellung bewegen wir uns ein Stück näher an Mutter Natur heran.

Ich möchte DDr. Thomas Hirschberg für die hervorragenden Unterlagen und die immer wieder bereichernde Zusammenarbeit danken!

Kontakt: E-Mail:

Von ZTM Michael Sztachovic , Zahnarzt 11 /2009

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