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Fotos (5): Häusler
Abb. 1: Zahlreiche Zahnärzte und Zahntechniker besuchten den hochkarätigen Event in barockem Ambiente.

Abb. 2: Dr. Florian Beuer von der Universität München gab Tipps zur richtigen Verarbeitung von Zirkoniumdioxid.

Abb. 3: ZTM Enrico Steger stellte beeindruckend unter Beweis, dass er noch lange kein Auslaufmodell der Zahntechnik ist.

Abb. 4: Jesch und Koczy (rechts im Bild) präsentierten ihre anfänglich unterschiedlichen Herangehensweisen, deren goldener Mittelweg am Ende zu einem zufriedenen Patienten führte.

Abb. 5: 78 und kein bisschen leise: „Stargast“ Prof. Dr. Asami Tanaka.

 
Zahnheilkunde 30. Oktober 2009

Visionen über alte und neue Generationen

Zahntechniker Christian Koczy lud namhafte Leitbilder und ambitionierten Nachwuchs von Zahntechnikern und Zahnärzten zum innovativen „Teamwork“ ins Wiener Stift Mariabrunn.

Kommunikation ist die Grundlage für eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker, betont Christian Koczy. Deshalb ist es dem Wiener Zahntechniker ein besonderes Anliegen, sein – nunmehr zum dritten Mal abgehaltenes – „Gipfeltreffen“ von Zahnärzten und Zahntechnikern zu einem Fixpunkt zu machen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung „Visionen in Bewegung“ am 16. Oktober 2009 stand die Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Zahntechnikern.

„Wir sind alle Profis auf unserem Gebiet. Also sollten wir unsere Möglichkeiten gemeinsam ausschöpfen“, lautet der Leitspruch des jungen Zahntechnikers, der auch als Motto des Get-Together gelten konnte, zu dem Koczy Galionsfiguren der Zahnmedizin und Zahntechnik geladen hatte. Moderator ZTM Rudolf Hridina aus Mödling bedauerte anfangs den Umstand, dass das Auditorium (siehe Abb. 1) zwar mit hochkarätigen Vorträgen und einem exzellenten Catering, aber leider keinerlei Fortbildungspunkten belohnt werde.

Bewährtes und Neues zu Keramik

Den Anfang machte Dr. Florian Beuer, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der sich mit Studien zum Thema Zirkonoxid einen Namen und diesen Werkstoff auch zum Thema seines Vortrages hatte gemacht (siehe Abb. 2). Beuer lobte die CAD/CAM-Technologie als wichtige Ergänzung zur Verbesserung der Qualität und Effizienz, aber auch zur lückenlosen Dokumentation als wichtigten Baustein des Qualitätsmanagements. „Durch CAD/CAM erleben wir zudem sowohl eine Renaissance von Werkstoffen, die vorher nur schwer zu verarbeiten waren wie Titan und Zirkoniumdioxid, als auch die Entwicklung neuer Werkstoffe.“

Als Vorteile von Zirkonoxid erwähnte Beuer vor allem die Faktoren Ästhetik, Biokompatibilität – „durch seine reaktionsträgen Eigenschaften“ – sowie eine bemerkenswerte Stabilität und Behandlungssicherheit, „die es uns ermöglicht, beinahe alle Situationen zu versorgen.“ Als bewährte Utensilien der Implantologie zeigte Beuer ein Fallbeispiel mit gesinterten Zirkoniumdioxid-Abutments mit Titanklebebasis. Der ganz große Vorteil, so Beuer: „Gerade bei Frontzähnen bleibt uns so eine gewisse Lichtleitung erhalten.“ Beuer analysierte zudem Datenmaterial zu Zirkonoxid aus den vergangenen elf Jahren und präsentierte seine Erkenntnisse daraus, „um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen“.

Veteranen der Zahntechnik

ZTM Enrico Steger – Südtiroler Veteran und Erfinder der Kopierfräse – stellte anschließend seinen humorvollen Vortrag unter das Motto „Zirkon braucht Helden“ und präsentierte in gewohnter Art, dass seinen Ideen keine Grenzen zur Umsetzung gesetzt sind (siehe Abb. 3). Ob verschraubte Stege, Vollzirkonbrücken oder Mehrfachverschraubungen an gewinkelten Zirkonbrücken, dem Handwerk sind keine Grenzen gesetzt. Vielen Neuigkeiten befinden sich derzeit schon in universitären Untersuchungen, auf deren Ergebnisse man gespannt sein darf.

Dr. Jesko Schuppan, Facharzt für Oralchirurgie und Sohn des international bekannten MKG-Chirurgs Dr. Knut S. Schuppan aus Köln, präsentierte Patientenarbeiten zum Thema „Implantologie – innovativ, funktionell, vorhersagbar“. Er zeigte in souveräner Art seine Philosophie der Planung komplexer Chirurgie und bewies, dass er seit einigen Monaten zu Recht zu den meistgebuchten Implantologen im deutschsprachigen Raum zählt.

ZT Klaus Müterthies, Zahntechniker, Künstler, Philosoph stellt seine „Emotion of excellence“ vor, bei der Patientenbedürfnisse, ästhetische Qualität, Akzeptanz der Versorgung sowie die Arbeit mit dem Patienten die Grundlage für eine minimalinvasive Versorgung bilden. Wie seine Vorredner betonte Müterthies die Bedeutung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker.

Kongeniale Zusammenarbeit

Am Nachmittag kamen zwei österreichische Teams zu Wort. Für den Westen referierten DDr. Marlies Moser und ZTM Christoph Zobler aus Innsbruck über „Teamwork: Grundlagen der Planung und Versorgung komplexer Patientenfälle“. Die Grundlage zu ihrem Erfolg liegen in der Berücksichtung der Funktion. Sie zeigten in eindrucksvollen Bildern, wie sehr ihr Alltag von Biomechanik geprägt ist.

Aus Wien und als Vertreter für den Osten Österreichs präsentierten Dr. Philip Jesch und Veranstalter Christian Koczy ihren Teamvortrag (siehe Abb. 4). Der Inhalt von „Zwei Welten, eine Dramaturgie in drei Akten“ war bis zu Beginn nicht bekannt. Der erste „Akt“ reflektierte die anfangs unterschiedlichen Ansich-ten von Zahnarzt und Zahntechniker in einem Streitgespräch. Nachdem im zweiten Akt „die individuellen Stärken betont wurden, aus welchen sich ein einmaliges Teamwork bilden konnte“, stellten Jesch und Koczy einen Fallbericht vor: einen zahnlosen Patienten, der im Teamwork mit acht minimalinvasiven Implantaten inklusive Sinuslift , individuellen Zirkon-Abutments und einer 14-stelligen Zirkonbrücke versorgt wurde – und dies sofortbelastet. Koczy: „Ziel der Präsentation war es, den Zusehern ungeschönt und realistisch vor Augen zu führen, was als Team möglich ist, wenn man ein Miteinander sucht.“

Innovationen aus 35 Jahren

Abschließend beeindruckte Prof. Dr. Asami Tanaka das Auditorum mit „Less Invasive Dentistry: Veneer- & Kronentechnik – Paradigmenwechsel in der Okklusion“, einem Querschnitt des Schaffens des heute angeblich 78-jährigen – sein Alter hütet der US-Japaner wie einen Schatz – Genies (siehe Abb. 5). Unzählige Patente, die in den vergangenen 35 Jahre den Alltag in der Medizin und Technik geprägt haben, wurden in einem ausführlichen Überblick gezeigt und anhand von Patientenfällen, die Tanaka gemeinsam mit Prof. Dr. Nasser Barghi gelöst hat, veranschaulicht. Sein Hauptaugenmerk legt Tanaka nach wie vor auf minimalinvasive Lösungen. Er geht – wie es seinem Naturell entspricht – auch soweit, dies bereits mit Zirkon und dafür eigens erfundenen floureszierenden Farben zu lösen.

 

Weitere Informationen:
www.igzahntechnik.at
www.koczy.at

Von Mag. Andrea Fallent, Zahnarzt 11 /2009

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