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Prim. DDr. Elmar Favero Tagungsleiter der Innsbrucker Zahnprophylaxe und Vorstand von ZahnGesundheit Tirol
 
Zahnheilkunde 30. Oktober 2009

„Yes, we can do it!“

Am 27. und 28. November 2010 finden die traditionellen Innsbrucker Zahnprophylaxe Tage statt.

Die Vorträge behandeln u.a. die Prävention von Karies und Erosionen, das maschinelle Biofilmmanagement, die Möglichkeiten der Orthomolekularen Medizin sowie die digitale Volumentomographie.

 

Im Interview dem Zahn Arzt sprach Tagungsleiter Prim. DDr. Elmar Favero über die Rolle der Prophylaxe als Erfolgsfaktor, die moderne Kariesinfiltration und notwendige Kommunikationskompetenzen.

 

Die Tagung steht unter dem spätestens seit Präsident Obama sehr bekannten Motto: „Yes, we can do it!“ Welche Botschaft steht dahinter?

Favero: Prophylaxe ist machbar! Seit den ersten Studien von Per Axelsson aus den 60er-Jahren untermauern unzählige weitere Studien laufend die große Bedeutung der Prophylaxe.

Es ist ein Thema, dem sich heute sowohl Zahnarzt, aber vor allem auch seine Assistentinnen tagtäglich zu stellen haben. Und das muss erfolgreich bewältigt werden, wenn man langfristig zufriedene Patienten haben will! „Ein zahnärztliches Team, das heute keine Prophylaxe anbietet, erklärt sich für den zentralen Teil moderner Zahnheilkunde als nicht zuständig“, kann ich Prof. Einwag nur beipflichten.

Deshalb sind die Innsbrucker Prophylaxetage – nun schon seit 20 Jahren - unser Beitrag, aktuelle und moderne Konzepte der Prophylaxe fundiert und praxisnah bis in die tägliche Praxis zu bringen. Deshalb auch: „Yes, we can do it!“

 

Viele Ärzte wie Teams haben sich in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiet immer weiter fortgebildet und wissen inzwischen schon einiges. Welche Tagungsschwerpunkte würden Sie so jemandem empfehlen?

Favero: Ich denke, so jemand – und das sind ja unsere Stammgäste (schmunzelt!) – findet sicherlich interessante Neuigkeiten etwa im Seminar von Prof. Lussi zum Thema Erosionen, die immens im Zunehmen begriffen sind, im Seminar von Dr. Münch über therapeutische Möglichkeiten der orthomolekularen Medizin bei der Parodontalbehandlung und sicherlich auch in den anderen.

 

‚Kariesinfiltration’ – ein neuer Weg zur Behandlung der Karies?“ Was darf man sich darunter vorstellen?

Favero: Mit einer speziellen Methodik soll mit einem besonderen Füllmaterial eine bereits beginnende Karies aufgefüllt und abgedichtet werden. Diese neuartige Behandlungsmöglichkeit erfolgt ohne Bohren, ohne Spritze und ohne Schmerzen. Dieses interessante Konzept zur Behandlung von kariösen Initialläsionen wird erstmals in Österreich von Priv.-Doz. Dr.Meyer-Lückel aus Kiel, welcher in der Entwicklung und Erprobung dieser Behandlungsmöglichkeit federführend beteiligt war, vorgestellt.

 

Welche Rolle spielen ihrer Erfahrung nach Kommunikationskompetenz oder psychologische Ansätze in der täglichen Prophylaxepraxis, nachdem auch diese Themen der Tagung sein werden?

Favero: Jede Art der medizinischen Behandlung erfordert ein gutes Verhältnis zwischen Arzt, dem gesamten Team und dem betroffenen Patienten. Gelungene Kommunikation ist – und davon haben uns die Erfahrungen einfach überzeugt – die Basis dafür. Besonders in Hinblick auf die immer an Relevanz gewinnende Aufklärung ist eine profunde Kenntnis psychologischer-kommunikativer Mechanismen und ihre Umsetzung von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Praxisführung. Ob man den Patienten im Gespräch motivieren kann oder nicht, hat einen maßgeblichen Einfluss auf eine erfolgreiche Patienten-Compliance. Die Erfahrung zeigt auch, dass ein Gros der Patientenbeschwerden überwiegend auf kommunikative Defizite zurückzuführen ist.

 

Inwiefern werden sich in Zukunft die Anforderungen an die Prophylaxe bzw. die Bedürfnisse der Patienten sich ändern?

Favero: Der demographischen Entwicklung mit einer beständig wachsenden Lebenserwartung wurde bisher nur von der Universität Graz mit der Gründung der ARGE Gerostomatologie Rechnung getragen. Dem steigenden Ausbildungs- und Behandlungsbedarf im Bereich Parodontitis und Periimplantitis wurde an der Uni Wien mit der Schaffung eines eigenen Lehrstuhles für Parodontologie begegnet. Wir im Westen haben hier großen Aufholbedarf. Mit der Veranstaltung wollen wir auch auf die Kehrseiten der - wie von Dr. Bastendorf höchst pointiert dargestellten - geradezu ausufernden Implantat-Fortbildungs-Hysterie lenken.

 

Das Gespräch führte Dr. V. A. Scheiderbauer

Kasten:
Innsbrucker Zahn-Prophylaxetage
Termin: 27. November 2009, 9.00–19.00 Uhr und 28. November 2009, 9.00–15.00 Uhr
Ort: Congress Innsbruck, Rennweg 3, 6020 Innsbruck

Fortbildungspunkte: 19 (ZMK)

Auskunft: Verein Zahngesundheit Tirol Tel: 059160-2201, Fax: -4203 E-Mail:
www.zahngesundheit-tirol.at

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