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Foto: www.rauchertelefon.at
 
Zahnheilkunde 23. September 2009

Rauchstopp per Telefon

Das österreichweite Rauchertelefon: Kooperation mit zahnärztlichen Praxen.

Bereits eine minimale Intervention wie die klare ärztliche Empfehlung, das Rauchen aufzugeben, ist ein entscheidender Schritt zur Einleitung eines Nachdenk- und Entwöhnungsprozesses. Patienten nehmen den Rat von Ärzten und medizinischem Personal weitaus ernster als den von Familienangehörigen, Freunden oder Arbeitskollegen. Dies vor allem deshalb, weil Experten ihre Empfehlungen und Ratschläge wissenschaftlich begründen und die Auswirkungen des Rauchens im Mund- und Zahnbereich fachgerecht und genau erklären können.

 

Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für chronisch destruktive parodontale Erkrankungen. Raucher erkranken häufiger und schwerer an Zahnfleischentzündung, Parodontitis und anderen entzündlichen Mundschleimhautveränderungen. Die Therapie gestaltet sich schwieriger als bei Nichtrauchern und zeigt oft nur geringe bis mäßige Erfolge. Es kommt häufiger zu Therapieversagen oder zu frühzeitigen Rückfällen. Zudem ist bei Rauchern die Durchblutung der Schleimhäute gestört, weiters wird das Zahnfleisch von Rauchern oft nicht optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Zellen sterben ab und bilden damit einen Nährboden für Bakterien. Durch die schlechte Blutversorgung ist auch die lokale Immunabwehr der oralen Schleimhaut gestört.

Das „Faxkonzept“

In zahnärztlichen Praxen sind die Ressourcen für die direkte Beratung von Rauchern oft beschränkt. Zeitlich realisierbar ist die Ansprache des Rauchverhaltens, die Empfehlung des Rauchverzichts und die Überweisung an bestehende Angebote in der Tabakentwöhnung wie z. B. das Rauchertelefon .

Die Überweisung mittels Faxkonzept hat sich als praktikabel bewährt. Der Patient füllt das Faxformular aus, die zahnärztliche Praxis faxt das Formular ans Rauchertelefon und entlässt den Patienten mit Informationsmaterialien zum Rauchertelefon. Die Berater des Rauchertelefons kontaktieren dann den Patienten im angegebenen Zeitraum.

Das österreichweite Rauchertelefon ist eine Initiative der Sozialversicherungsträger, der Länder und des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend und wird von der nö. GKK betrieben. Die beratenden Klinischen und Gesundheitspsychologen sind telefonisch unter 0810 810 013 von Montag bis Freitag zwischen 13.00 und 18.00 Uhr erreichbar. Rund um die Uhr stehen auf www.rauchertelefon.at Informationen und ein Forum zum Austausch zur Verfügung. Das Angebot umfasst die telefonische Beratung von Rauchern und Begleitung beim Rauchstopp, die individuelle Nachbetreuung von Exrauchern in der ersten rauchfreien Zeit, Informationen rund ums Thema Tabak sowie die österreichweite Weitervermittlung an öffentliche Angebote zur Tabakentwöhnung.

 

Info: www.rauchertelefon.at

Tabakentwöhnung ist ein Thema in der zahnärztlichen Praxis ...
  • weil zahnmedizinische Praxen von der Durchschnittsbevölkerung mit höherer Regelmäßigkeit aufgesucht werden als ärztliche Praxen anderer Fachrichtungen.
  • weil positive Effekte des Rauchstopps in Vorsorge und Therapie von Paradontalerkrankungen nachgewiesen sind.
  • weil rauchfreie Menschen nach paradontalchirurgischen Eingriffen eine bessere Therapieerfolge haben.
Kasten:
Gute Argumente

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