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Foto: Martin Lorenzoni
Ästhetischer Misserfolg durch fehlende Papillen, bukkale Rezession und sichtbare Metallteile.
Foto: Privat

Prof. Dr. Martin Lorenzoni Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Graz

 
Zahnheilkunde 23. September 2009

Erscheinungsbild ist vorrangig

Behandlungskonzepte bei ästhetischen Implantatkomplikationen.

Die Implantatbehandlung in der anterioren Maxilla muss als fortgeschrittene und komplexe Rehabilitation angesehen werden. Behandlungsziel ist eine Restauration, die das natürliche Erscheinungsbild der fehlenden Zähne sowohl in Farbe, Form, Textur als auch in Größe und optischen Eigenschaften imitiert.

 

Ästhetische periimplantäre Gewebe befinden sich sowohl in Höhe als auch in Volumen, Farbe und Kontur in Harmonie mit den gesunden umgebenden oralen Strukturen des Patienten.

Bei kritischer Betrachtung der Implantatrehabilitation muss man verschiedene Faktoren, welche als ästhetische Einschränkung, Komplikation oder Misserfolg zu bezeichnen sind, anführen. Unzureichende oder fehlende Papillen, unterschiedliche Kronenlängen, Asymmetrien, Narben und erkennbare Inzisionen, sichtbare Implantatteile und vor allem die faziale Rezession können das Gesamtergebnis in unterschiedlichem Ausmaß beinträchtigen.

Faziale Rezessionen

Die Behandlungsmöglichkeiten fazialer Rezessionen bestehen in einer Koronalverschiebung des Weichgewebes in Kombination mit einem subepithelalen Bindegewebestransplantat, wodurch eine Rekonturierung des Weichgewebsrandes und die Etablierung einer neuen und stabilen periimplantären Mukosakontur erreicht werden kann.

Die Rekonstruktion einer periimplantären Papille ist eine komplexe Herausforderung in der Implantologie. Wird beim Einzelzahnimplantat die Papille in erster Linie durch den Knochen der Nachbarzähne gestützt, ist die Kontur des interimplantären Weichgewebes bei mehreren nebeneinander stehenden Implantaten wesentlich schlechter voraussagbar. Auch bei multiplen Implantaten ist eine Weichgewebsaugmentation mit Bindegewebstransplantaten und/oder alloplastischen Ersatzmaterialien in solchen Fällen angezeigt. Die Transplantate werden mit verschiedenen Nahttechniken an den Implantataufbauten fixiert und durch einen Mukosalappen gedeckt. Die Konturierung der Weichgewebe erfolgt mit Kunststoffprovisorien und rotierenden Instrumenten. Bei der Versorgung mehrerer nebeneinander liegender Implantate ist immer an die Möglichkeit eines Zwischengliedes oder einer Extension zu denken.

Die Verbesserung ästhetischer Implantatmisserfolge ist zumeist nur durch eine Neuanfertigung der Suprastruktur inklusive der Aufbauten im Anschluss an eine provisorische Versorgung zu erreichen. Exakte präoperative Diagnostik, optimales Weichgewebsmanagement sowie die Anwendung moderner implantatprothetischer Komponenten und Technologien sind notwendig, um eine Sanierung gewährleisten zu können. Die Evidenz bezüglich Langzeitstabilität derartiger Maßnahmen ist gering und muss noch in klinischen Studien evaluiert werden.

 

Quelle: Österreichischer

Zahnärztekongress 2009/Abstracts

Von Prof. Dr. Martin Lorenzoni, Zahnarzt 10 /2009

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