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Zahnheilkunde 23. September 2009

Selbstätzende Bondingsysteme

Vergleich der Dentinhaftung zweier Produkte mit einem klassischen Drei-Schritt-System.

Zahnfarbene Füllungsmaterialien erfreuen sich steigender Beliebtheit, auch im Seitenzahnbereich. Von den Herstellern werden Produkte mit zunehmend geringerer Verarbeitungszeit im Vergleich zu Amalgam angeboten.

 

Im Rahmen eines Studentenpraktikums wurden die zwei selbstätzenden Bondingsysteme Xeno V (XV; Dentsply) und Optibond All-in-one (OB AIO; Kerr) mit dem klassischen Drei-Schritt-System Optibond FL (OB FL, Kerr, s. Abb.) hinsichtlich ihrer Dentinhaftung verglichen. 16 ExperimentatorInnen beschliffen insgesamt 224 bovine Zähne bis zur Freilegung einer adäquaten Dentinfläche. Anschließend wurden Kompositzylinder (CeramX Mono, M5; Dentsply) rechtwinkelig mittels der o. g. Bondingsysteme nach den Angaben der Hersteller an die freiliegenden Dentinflächen geklebt. Besonderes Augenmerk wurde auf ausreichendes Verblasen des Bondings gelegt, um eine vollständige Austreibung des Lösungsmittels zu bewirken. Aufgrund technischer Möglichkeiten musste beim analogen Studentenpraktikum des Vorjahres auf ein manuelles Luftzufuhrsystem zurückgegriffen werden (Blasebalg), während bei der vorliegenden Versuchsanordnung mit Druckluft gearbeitet wurde. Die eine Hälfte der Prüfkörper wurde einem Thermocycling (5°C/55°C, 3.000 Zyklen) unterzogen, die andere Hälfte der Prüfkörper wurde währenddessen bei 37°C in Wasser gelagert. Für die Durchführung des Schertests wurden die Zähne in Gips fixiert. Die Dentinhaftung wurde mittels Universaltestmaschine (Zwick) mit einer Vorlaufgeschwindigkeit von 0,8 mm pro Minute gemessen.

Ergebnisse

Die Scherhaftung von XV war signifikant niedriger als jene von OB FL (T-Test, p = 0,009); zwischen XV und OB AIO (T-Test, p = 0,085) und zwischen OB AIO und OB FL (T-Test, p = 0,314) bestanden keine signifikanten Unterschiede. Thermocycling zeigte keinen Einfluss auf die Haftwerte der Bondingsysteme (XV: T-Test, p = 0,446; OB AIO: T-Test, p = 0.809; OB FL: T-Test, p=0.969). Die meisten kohäsiven Brüche wurden bei OB FL beobachtet (29,9 %), gefolgt von OB AIO (21,9 %), während bei XV keine kohäsiven Brüche festgestellt wurden. Die Messwerte entsprachen annähernd jenen des Vorjahres. Allerdings war die Anzahl der Messausfälle aufgrund extrem niedriger Haftung bei der aktuellen Versuchsanordnung bei OB FL (4,3 % vs. 17,1 %) und OB AIO (8,6 % vs. 15,5 %) deutlich niedriger; bei XV waren mehr Messausfälle zu verzeichnen (73,8 % vs. 57 %). Ein Ein-Schritt-System (OB AIO) zeigte ähnlich hohe Haftwerte wie ein klassisches Drei-Schritt-System (OB FL). Hingegen zeigte ein anderes Ein-Schritt-System (XV) signifikant niedrigere Haftwerte als OB FL. Die geringe Anzahl an Messausfällen bei OB FL lässt auf eine hohe Anwendungssicherheit schließen. Die modifizierte Versuchsanordnung der Studie zeigte, dass ausreichendes Verblasen des Bondings die Messausfälle bei OB FL und OB AIO deutlich reduzierte.

Quelle: Abstract zum Vortrag beim Österreichischen Zahnärztekongress in Innsbruck am 1. Oktober,

14.20 bis 14.40 Uhr, Saal Brüssel

von cand. med. dent. Kimia Dorri, Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik in Wien

Von cand. med. dent. Kimia Dorri, Zahnarzt 10 /2009

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