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Zahnheilkunde 30. Juni 2008

Erfolgreiche Existenzgründung

Das Institut Deutscher Zahnärzte (IDZ) führt regelmäßig Befragungen unter den deuschen Zahnärzten durch. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht und können auf der Homepage abgerufen werden. Die neueste Analyse zeigt die ökonomischen Herausforderungen für junge Zahnärzte.

Wie erfolgreich sind junge Zahnarztpraxen?

Im Mittelpunkt des vorliegenden dritten Berichtsteils stehen die Erfolgsfaktoren der betriebswirtschaftlichen Entwicklung von jungen Zahnarztpraxen zwischen dem fünften und dem achten Jahr nach der Existenzgründung. Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle wurden in der IDZ-Information Nr. 1/2004, die der zweiten Befragungswelle in der IDZ-Information Nr. 2/2007 publiziert. Das vom IDZ in Kooperation mit der Universität Augsburg fortgeführte Längsschnittprojekt „Ökonomische Analyse der Ausgangsbedingungen, Verlaufsmuster und Erfolgsfaktoren von zahnärztlichen Existenzgründungen – Ergebnisse der dritten Befragungswelle (AVE-Z-3)“ verdeutlicht, dass zahnärztliche Existenzgründungen auch in der Expansionsphase sehr unterschiedlichen Wachstumspfaden folgen.
Einzelpraxisneugründungen, so zeigt die Analyse, entwickeln sich deutlich wachstumsdynamischer als Einzelpraxisübernahmen. Als zentrale Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung, die im Zeitraum von Oktober 2006 bis Februar 2007 durchgeführt wurde, sind hervorzuheben:

  • Generell ist eine Konzentration auf einzelne Arbeitsschwerpunkte erkennbar, die von den Patienten verstärkt nachgefragt werden bzw. betriebswirtschaftlich rentabler sind.
  • Die Betriebsausgaben lagen über alle Praxisformen hinweg im Jahr 2005 bei durchschnittlich 240.000,– Euro. Dies entspricht einem Rückgang um etwa zehn Prozent gegenüber dem Jahr 2003.
  • Die korrespondierenden Gesamteinnahmen im Jahr 2005 betrugen im Schnitt 338.000,– Euro. Dies entspricht einem Rückgang um etwa sechs Prozent gegenüber dem Jahr 2003. Ursächlich für den Umsatzrückgang war u. a. die fehlende Übergangsregelung bei der Einführung des Systems befundbezogener Festzuschüsse.
  • Im Jahr 2005 lag der Einnahmensaldo über alle Praxisformen hinweg bei durchschnittlich 98.000,– Euro und damit etwa fünf Prozent über dem Einnahmensaldo des Jahres 2003.
  • Bei dem in Kooperation mit der Universität Augsburg durchgeführten Forschungsprojekt „AVE-Z – Ökonomische Analyse der Ausgangsbedingungen, Verlaufsmuster und Erfolgsfaktoren von zahnärztlichen Existenzgründungen“ handelt es sich um eine methodisch anspruchsvolle Längsschnittanalyse (Panelstudie) mit der Zielsetzung, die verschiedenen Phasen der zahnärztlichen Praxisniederlassung und -tätigkeit empirisch abzubilden und die sich auf die Praxisentwicklung und den Praxiserfolg auswirkenden Einflussfaktoren herauszuarbeiten. Der gewählte Längsschnittansatz ermöglicht die Beurteilung der Entwicklungsbedingungen und -möglichkeiten von zahnärztlichen Existenzgründungen differenziert nach Startphase (erste Befragungswelle), Konsolidierungsphase (zweite Befragungswelle) und Expansionsphase (dritte Befragungswelle). Jede dieser drei Phasen weist Besonderheiten bezüglich Motivationen, unternehmerischer Handlungskalküle, finanzieller Notwendigkeiten etc. auf, die im Forschungsprojekt AVE-Z analysiert und auf ihre empirische Bedeutsamkeit hin untersucht werden.

    Dr. David Klingenberger (IDZ) und PD Dr. Wolfgang Becker (Universität Augsburg). Die gesamte Studie ist als PDF im Internet abrufbar.
    Quelle: IDZ-Information Nr. 3/08

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