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Urologie 22. November 2007

Tödliche Harnverhaltung

Bis zu 25 Prozent aller Männer, die mit akuter Harnverhaltung ins Krankenhaus aufgenommen werden, sterben im Laufe des darauf folgenden Jahres ( BMJ online Nov 8, 2007). Für die Untersuchung wurden die Daten von 175.000 Briten über 45 herangezogen, die im Zeitraum zwischen 1998 und 2005 erstmalig mit Harnverhaltung ins Krankenhaus aufgenommen worden waren. Unter anderem stellte sich heraus, dass sieben Prozent der Männer mit spontanem Harnverhalt binnen 90 Tagen starben, ebenso 15 Prozent der Patienten, bei denen eine tiefer liegende Ursache für den Harnverhalt gefunden werden konnte. Nach einem Jahr waren 15 Prozent in der ersten Gruppe beziehungsweise 25 Prozent in der zweiten Gruppe verstorben. Bei relativ jüngeren Männern zwischen 45 und 54 zeigte sich eine besonders große Erhöhung der Sterblichkeit in Verbindung mit spontanem Harnverhalt um das Zehnfache, in Fällen mit nachgewiesener Ursache um das 24-Fache.
Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass mit dem Ausmaß der Komorbidität auch die Mortalitätsrate zunahm.
Die Studienautoren schließen, dass bei Männern mit akuter Harnretention stets eine gründliche Abklärung eventuell vorliegender Komorbidität erfolgen sollte.

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