zur Navigation zum Inhalt
 
Urologie 1. Juni 2006

Veränderung von Tumoreigenschaften des radikal prostatektomierten klinisch lokalisierten Prostatakar

ZIEL: Die Einführung der Bestimmung des prostata-spezifischen Antigens (PSA) hat die Diagnostik und das Management des Prostatakarzinoms nachhaltig verändert. Wir untersuchten die zeitlichen Veränderungen klinischer und histopathologischer Tumoreigenschaften seit den Anfängen der PSA-Ära bei klinisch lokalisierten Prostatakarzinomen, die einer radikalen Prostatektomie unterzogen wurden. PATIENTEN UND METHODE: Während 1993 und 2004 wurden 1351 Patienten wegen eines klinisch lokalisierten Prostatakarzinoms radikal prostatektomiert. Daten über klinische und histopathologische Tumorcharakteristika wurden kontinuierlich in unserer Datenbank erfasst und im Hinblick auf zeitliche Veränderungen analysiert. ERGEBNISSE: Die jährliche Operationsfrequenz stieg während dieses 12-jährigen Zeitraumes um 272% von 43 auf 160 Eingriffe pro Jahr (r = 0,930; p < 0,01). Die Karzinomdiagnosen ausschließlich auf einen pathologisch erhöhten PSA-Wert basierend zeigten einen massiven Anstieg von 7% auf 70% (r = 0,986; p < 0,01). Anderseits sank die Rate an Prostatakarzinomen, welche nur wegen eines auffälligen Tastbefundes diagnostiziert wurden, von 18% im Jahre 1993 auf 4% in den Jahren 2002 bis 2004. Während des Beobachtungszeitraumes kam es zu einem signifikanten Anstieg organbegrenzter Karzinome von 47% auf 79% (r = 0,774; p < 0,01). Stadien mit schlechter Prognose zeigten einen deutlichen Rückgang, so sank die Rate an pT3b Tumoren von 26% auf 3% (r = −0,729; p < 0,01). SCHLUSSFOLGERUNG: Während der Jahre 1993 und 2004 kam es zu einem dramatischen Anstieg an Prostatakarzinomen, die ausschließlich auf Grund eines erhöhten PSA-Wertes diagnostiziert wurden. Ebenso zeigte sich eine signifikante Verschiebung hin zu organbegrenzten Tumoren mit guter Prognose. Unsere Daten bestätigen Trends, die in den Vereinigten Staaten vor etwa 6 bis 8 Jahren beobachtet wurden.

Herbert Augustin, Marco Auprich, Philipp Stummvoll, Katja Lipsky, Karl Pummer, Peter Petritsch, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben