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Urologie 18. Oktober 2007

Dicker Bauch bringt Liebesleben in Gefahr

Der Frage, ob das metabolische Syndrom als unabhängiger Risikofaktor für die Erektile Dysfunktion (ED) gelten kann, ging Dr. Anton Ponholzer vom Ludwig Boltzmann Institut für Urologische Onkologie bei der österreichisch-bayrischen Urologentagung in Salzburg nach.

Das metabolische Syndrom führt auf Dauer zu schlechter Durchblutung und diese wiederum zu erektiler Dysfunktion. Die große Population von 2.371 untersuchten Männern erreichte Ponholzer, indem er auf die Daten einer Gesundenuntersuchung der Stadt Wien zurückgriff. Das Standardprogramm dieser Gesundenuntersuchung, das Bauchumfang, Gewicht, Blutfettwerte und Blutzuckerwerte inkludiert, wurde um den Fragebogen Internationale Index of Erectile Function (IIEF) erweitert. Das metabolische Syndrom wurde gemäß der Definition der International Diabetes Federation (IDF) erfasst.

Hochsignifikanter Faktor Alter

33,4 Prozent der Männer erreichten einen IIEF-Score von 22-25 (keine ED), 59,7 Prozent hatten einen IIEF-Score zwischen 17-21 (leichte ED), und 6,9 Prozent lagen mit ihrem IIEF-Score unter 16 (schwere ED). In der Analyse zeigte sich das Alter als hochsignifikanter Faktor bezüglich ED. In geringerem Ausmaß zeigten sich auch Hypertonie, Diabetes und Waist-Hip-Ratio als Einflussfaktoren.
An metabolischem Syndrom entsprechend der IDF-Definition litten insgesamt 33,8 Prozent der untersuchten Männer. Dabei hatten fast 60 Prozent einen erhöhten Blutdruck, fast 40 Prozent einen Taillenumfang von über 93 cm, fast 30 Prozent erhöhte Triglyceride und 12,2 Prozent einen erhöhten Nüchternblutzucker.

Ganzheitliche Therapie

Bei der Korrelation von metabolischem Syndrom und erektiler Dysfunktion spielte das Alter eine wichtige Rolle. Unter 50 Jahren war der Unterschied im IIEF-Score bei Männern mit oder ohne metabolischem Syndrom gering. Bei Männern über 50 Jahren war er jedoch deutlich erkennbar. Einen signifikanten Einfluss auf die erektile Funktion bei Männern über 50 hatte auch die Adipositas.
Ponholzer zieht den Schluss, dass eine ganzheitliche Therapie inklusive Hinterfragung der Komorbidität und des Lebensstils in der Beratung und der Betreuung der ED-Patienten unablässig ist.

 Fakten

Livia Rohrmoser, Ärzte Woche 32/2004

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