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Urologie 5. April 2006

Ureterabgangsstenose - wann operieren?

Fast alle Kinder, bei denen nach der Geburt eine Verengung am oberen Ureter festgestellt wurde, mussten sich bisher einer Operation unterziehen.
Dabei könnten eine abwartende Haltung und regelmäßige Ultraschall-Kontrollen den Kindern einen Eingriff ersparen.

"Mittlerweile ist bekannt, dass 1 bis 2 Prozent aller Kinder mit dieser Anomalie geboren werden, allerdings ist nur in wenigen Fällen eine Operation notwendig", berichtet Dr. Dirk Müller-Wiefel, Leiter der pädiatrischen Nephrologie an der Universität Hamburg. Früher ging man davon aus, dass in diesem Fall bei fast allen Kindern ein Eingriff notwendig ist. Ob eine chirurgische Intervention tatsächlich sein muss, kann heutzutage per regelmäßiger Ultraschalluntersuchung überprüft werden. Denn nur wenn der Nierenbeckendurchmesser zunimmt, ist eine Operation erforderlich.
Müller-Werfel und seine Mitarbeiter untersuchten 48 Kinder mit einer Verengung des Ureterabgangs über einen Zeitraum von zwei Jahren. Hauptaugenmerk lag auf dem Nierenbeckendurchmesser, außerdem wurden die Nierenfunktion getestet und zusätzliche Pathologien ausgeschlossen.

Nierenbeckendurchmesser hat prognostische Signifikanz

Zu den klinischen Untersuchungen zählten neben Sonographie auch Isotopen-Renogramme und die Überprüfung der Ausscheidung nach Furosemid-Gabe. Zudem wurden die ipsilateralen und kontralateralen Ausmaße der Nieren, der Beckendurchmesser und der resistive Index untersucht. Sobald die Ärzte eine Verschlechterung der Nierenfunktion feststellten, wurde bei den Kindern mit einer Nierenbeckenplastik operativ interveniert.
Bei vier Kindern wurde eine Verschlechterung der Nierenfunktion festgestellt, so dass konsekutiv eine Pyeloplastik durchgeführt wurde. Zuvor war bei diesen Kindern die Ausscheidung nach Furosemid-Belastung vermindert und das Nierenbecken im Vergleich zu Kindern mit stabiler Nierenfunktion erweitert. Die Nierenlänge und der Resistive Index wiesen keine Unterschiede auf. Die Ergebnisse zeigten, dass Veränderungen des Nierenbeckendurchmessers prognostische Signifikanz für die Nierenfunktion haben.
Andere Parameter wie eine forcierte Diurese, die Nierenlänge oder der Resistive Index gäben kaum einen diagnostischen Hinweis, erläutert Müller-Wiefel. "Die Zunahme des Nierenbeckendurchmessers zeigt, dass ein Kind gefährdet und dass eine Nierenbeckenplastik notwendig ist", so der Nephrologe. Nimmt der Durchmesser des Nierenbeckens nicht zu, kann dem Kind ein operativer Eingriff meist erspart bleiben.
Es müsste lediglich eine sonographische Kontrolle in regelmäßigen Abständen erfolgen.

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