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Urologie 5. April 2006

Reizblase effektiv und gut verträglich behandeln

Bei Patienten mit hyperaktiver Blase konnte die Wirksamkeit von Trospiumchlorid zur Reduktion der Anzahl der Miktionen und der Urge-Inkontinenz-Episoden pro Tag bestätigt werden.

In einer in den USA durchgeführten multizentrischen Phase III-Studie, prüften Zinner et al. (Trospium Chloride improves overactive Bladder Symptoms) die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Trospiumchlorid an Patienten mit überaktiver Blase.
Derzeit ist der Gold-Standard für die Behandlung der hyperaktiven Blase die Verwendung von muskarinischen Substanzen. Therapien mit diesen Wirkstoffen werden durch dosisabhängige Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit (23-60 Prozent) begrenzt.
Das Ziel jeder Behandlung der Reizblasensymptomatik ist daher die Optimierung des Verhältnisses von Effizienz zu Verträglichkeit. Trospiumchlorid (Spasmolyt®), ein quarternäres Amin, ist eine auf die muskarinischen Rezeptoren wirkende Substanz, die bereits erfolgreich für die Behandlung der hyperaktiven Blase eingesetzt wird.
Ziel dieser placebokontrollierten Studie war es, die Wirkung von Trospiumchlorid an Patienten mit Symptomen einer hyperaktiven Blase verbunden mit einer prädominanten "Urge-Inkontinenz" unter strengen klinischen Bedingungen zu erheben. Die geprüften Parameter waren Veränderung der Miktionshäufigkeit und Urge-Inkontinenz-Episoden in 24 Stunden.

Studiendesign

Es handelte sich um eine parallel geführte, randomisierte, doppelblinde placebokontrollierte Studie an Patienten mit hyperaktiver Blase. Insgesamt 51 Zentren waren an der Studie beteiligt. In die Studie aufgenommen wurden 523 Patienten (261 Placebo/262 Trospiumchlorid), die 10 oder mehr Miktionen pro Tag und mindestens eine Urge-Inkontinenz- Episode pro Tag hatten. Das Durchschnittsalter betrug 62 Jahre. 74 Prozent der Patienten waren weiblich.
Auf eine dreiwöchige washout-Phase sowie ein sieben Tage geführtes Miktions-Tagebuch folgten 12 Wochen, in denen den Probanden entweder 20mg Trospiumchlorid oder Placebo verabreicht wurde.
Kontrollvisiten wurden in Woche 1 und 4 gemacht. Eine Woche vor den Visiten wurden die 7-Tage-Tagebücher eingesammelt, um sowohl jede Miktion, damit verbundene Drangstärke und Urge-Inkontinenz-Episoden/Tag als auch das Harnvolumen an den Tagen 6 und 7 zu erfassen. Die Wirksamkeit wurde mittels ANOVA-Modell statistisch erhoben.
Trospiumchlorid reduzierte signifikant die tägliche Miktionsfrequenz in Woche 1, 4 und 12: durchschnittlich 2,37 Miktionen pro Tag weniger in der Gruppe mit Trospiumchlorid und nur 1,29 weniger in der Placebo-Gruppe.
Mit Trospiumchlorid konnten die täglichen Urge-Inkontinenz-Episoden in den Wochen 1, 4 und 12 um 59 Prozent verringert werden gegenüber 44 Prozent in der Placebogruppe. Das Harnvolumen pro Entleerung nahm in der Trospiumchlorid-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant in den Wochen 1,4 und 12 zu.
Die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung war mit 21,8 Prozent Mundtrockenheit in der Trospiumchlorid-Gruppe gegenüber 6,5 Prozent in der Placebo-Gruppe. Weiters wurde Obstipation beobachtet (10,7 zu 3,8 Prozent).

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