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Urologie 5. April 2006

Patienten auf Erektionsstörungen ansprechen

Ein großer Teil der Patienten, die unter Erektiler Dysfunktion (ED) leiden, sprechen bei einem Arztbesuch die Krankheit nicht von sich aus an. In einer Studie mit 500 Patienten, die wegen anderer urologischer Probleme einen Arzt aufsuchten, berichteten 44 Prozent auf Nachfrage auch von Erektionsstörungen.

Die Urologen fragten 500 über 50-jährige Patienten, die wegen verschiedener urologischer Probleme (außer ED) vorstellig wurden, nach Erektionsstörungen. 218 Männer (44%) gaben daraufhin an, Probleme mit der Erektion zu haben. Die Frage, warum die Patienten das
Problem nicht von sich aus ansprachen, versuchten die Ärzte dann mit Hilfe eines Fragebogens zu ergründen.
Die meisten Männer (161 von 218; 74%) gaben an, dass ihnen das Thema unangenehm ist und dass sie es deswegen nicht mit ihrem Arzt besprechen wollen. 12% empfanden Erektionsstörungen als eine normale Begleiterscheinung des Älterwerdens und deshalb nicht weiter erwähnenswert. 20% der Männer war nicht bewusst, dass der Urologe der richtige Ansprechpartner für dieses Problem ist und 10% empfanden die Erektionsstörungen tatsächlich als unproblematisch und damit nicht als Anlass, sie mit ihrem Arzt zu besprechen.
Weiterhin gaben 22% der Männer an, dass sie bereits mit ihrem Hausarzt über die Erektionsstörungen gesprochen haben. Von den Übrigen hätten sich 82% ein Gespräch mit einem Arzt gewünscht.
Fazit: Die Studie bestätigt wieder einmal die Erkenntnis, dass viele Männer aus Scham nicht von sich aus mit ihrem Arzt über Erektionsstörungen sprechen, sich aber ein solches Gespräch wünschen würden. Überraschend hoch ist auch der Anteil der Männer, die nicht wissen, dass der Urologe der richtige Ansprechpartner ist und dass wirksame Therapien gegen die Erkrankung zur Verfügung stehen.

Baldwin K et al.: Under-reporting of erectile dysfunction among men with unrelated
urologic conditions. Int J Impot Res. Vol. 15(2); 87-9 , Int J Impot Res 04/2003

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