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Urologie 4. April 2006

Viele Männer halten Sildenafil die Treue

Sildenafil genießt höchstes Vertrauen: Drei Viertel der befragten Urologen und Allgemeinmediziner gaben an, dass ihre Patienten binnen zwei Monaten wieder zu Sildenafil zurückwechselten.

Sechs Jahre Viagra® – Aktuelle Studie bestätigt: Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED), die nach der Verwendung alternativer Präparate wieder zu Sildenafil zurückkehren, tun dies innerhalb von zwei Monaten. Anlässlich des Jahreskongresses der European Association of Urology (EAU) Ende März im Austria Center, Wien, konnte das Ergebnis dieser aktuellen Umfrage präsentiert werden. In fünf Ländern wurden Urologen und Allgemeinmediziner befragt und zugleich wurde auch erstmals erhoben, welche Gründe für die Rückkehr ihrer Patienten mit erektiler Dysfunktion zu Sildenafil ausschlaggebend waren. Eine internationale Umfrage unter Ärzten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien und Brasilien wurde im Februar und März dieses Jahres von KRC Research durchgeführt. Ziel dieser Untersuchung war es, erstmals bei Ärzten die Hauptgründe für die Rückkehr von Patienten mit erektiler Dysfunktion zu Sildenafil festzustellen.

Persönliche Erfahrungen als Beweggründe

Der Datenpool von mehr als 4.000 Patienten wurde zu dieser Erfahrungsevaluierung beziehungsweise deren Konsequenzen herangezogen. Erhoben werden konnte, dass die häufigste Begründung für die Rückkehr zu Viagra® bereits bestehende persönliche Erfahrungen waren. Bedenken bezüglich möglicher Nebeneffekte bei alternativen Präparaten und auch Enttäuschung über andere Behandlungsmethoden wurden als Grund für die weitere Sildenafileinnahme angegeben. Drei Viertel der befragten Ärzte (74 Prozent) gaben an, dass eine Rückkehr ihrer Patienten zu Viagra® innerhalb von zwei Monaten erfolgt. Weiters wurde in der Untersuchung gezielt nach zwei alternativen Präparaten gefragt, die diesbezügliche Unzufriedenheit war mit 64 beziehungsweise 58 Prozent erheblich. Ein hoher Prozentsatz der befragten Ärzte berichtete über wiedererlangte Zufriedenheit bei jenen Patienten, die von anderen Behandlungsmethoden zu Sildenafil zurückkehren.

Männer, die mit erektiler Dysfunktion befasst oder davon betroffen sind, vertrauen zu 79 Prozent auf Viagra®. Ihrer Erfahrung nach ist es „wirksam und zuverlässig“. Weiters meinte fast jeder zweite befragte Arzt (48 Prozent), dass „viele Patienten mit der in Aussicht gestellten Erektionsqualität der alternativen Präparate unzufrieden“ waren, 39 Prozent gaben auch Unzufriedenheit mit der behaupteten Wirkungsdauer alternativer Präparate an. Weltweit leiden etwa 130 Millionen Männer an erektiler Dysfunktion. Die Thematisierung und Entstigmatisierung dieser Erkrankung ist ein wichtiger Aufgabenbereich sowohl von Medien als auch Ärzteseite. Dennoch ist nur jeder zehnte Betroffene wegen ED in ärztlicher Behandlung.

Ältere Männer sprechen ihre erektile Dysfunktion eher an

Die mit zunehmendem Alter steigende Prävalenz von ED führt bei den Betroffenen, entgegen den Gewohheiten der jüngeren Population, doch zu aktiver Hilfesuche beim Arzt ihres Vertrauens. Studien zufolge werden mehr als 80 Prozent der Phosphdiesterase 5 –Inhibitoren vom Allgemeinmediziner verschrieben. So sind „ältere“ Männer eher bereit, aktiv ihre erektile Dysfunktion beim Allgemeinmediziner oder Urologen anzusprechen. Jüngere Männer bedürfen häufiger der Nachfrage durch den Arzt, um ED zu thematisieren und die Aufklärung über Häufigkeit des Auftretens und mögliche Ursachen zu bekommen. Vielfach ist die medikamentöse Therapiemöglichkeit noch nicht aussreichend bekannt und Lebensqualität und Selbstbewusstsein der Betroffenen oft stark eingeschränkt. Sidenafil ist seit nunmehr sechs Jahren am Markt und in mittlerweile 110 Ländern weltweit zugelassen. Bis dato wurden von 600.000 Ärzten mehr als 170 Millionen Verordnungen für mehr als 23 Millionen Männer ausgestellt.

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