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Urologie 4. April 2006

Erektile Dysfunktion: Geduld ist wichtig

Männer senden oft nur versteckte Signale, die auf eine erektile Dysfunktion (ED) deuten. Ein gezieltes Ansprechen erleichtert Diagnose und Therapie. Die Patienten sind dann meist froh, wenn Ärzte sie gezielt auf eine ED ansprechen.

Dr. Ulrike Brandenburg von der Universitäts-Ambulanz in Aachen berichtet, dass Männer oft nur andeuten, das sie über ihre Sexualität reden möchten. In Hausarztpraxen sei das nicht anders. „Einfacher wird es für Männer, wenn sie wie selbstverständlich vom Arzt auf ihre Sexualität angesprochen werden, so als gehöre das zur Diagnostik“, so Brandenburg. Eine neutrale Eingangsfrage, etwa „Hat sich Ihr Sexualleben in letzter Zeit verändert?“, kläre den Handlungsbedarf. „Viele Ärzte nutzen auch Hilfsmittel für den Gesprächseinstieg, sie platzieren zum Beispiel Broschüren gut sichtbar auf dem Schreibtisch“, sagte die Psychotherapeutin.
Berichte ein Mann von erektiler Dysfunktion, muss erst einmal „geklärt werden, ob der Mann und seine Partnerin damit überhaupt Probleme haben“, so Brandenburg. Manchmal seien die gesteckten Erwartungen in punkto Sexualität viel zu hoch. Bestehe eine ED, kommt für 80 Prozent der Männer eine medikamentöse Therapie mit PDE-5-Hemmern in Frage. Wichtig sind Hinweise zu Einnahme, Wirkdauer und Dosierung der Medikamente, sagte Brandenburg. „Manche Männer, die nach der ersten Tabletteneinnahme unzufrieden sind, wissen nicht, dass es auch unter Therapie nur durch einen sexuellen Reiz zur Erektion kommt“. Es sei aber auch für Frauen wichtig zu wissen, dass die Pillen nicht die Lust steigern. „Es sind bis zu acht Anläufe nötig, bis ein Paar wieder eingespielt ist“, erklärt Brandenburg.

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