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Urologie 4. April 2006

Stammzelltherapie gegen Inkontinenz

Die Injektion körpereigener Stammzellen für Muskel- und Bindegewebszellen in den Harntrakt kann eine Inkontinenz beseitigen oder bessern.

Die Ergebnisse ihrer Versuche mit der Methode stellten Innsbrucker Spezialisten beim europäischen Urologenkongress In Wien vor.„Zwischen September des Jahres 2002 und September des vergangenen Jahres wurden von uns zehn Patienten – sieben Frauen und drei Männer, letztere nach radikaler Prostataoperation – im Alter zwischen 36 und 78 Jahren behandelt“, erklärte Dr. Hannes Strasser von der Urologischen Universitätsklinik in Innsbruck. Den Patienten waren die Vorläufer für Muskel- und Bindegewebe entnommen worden. Diese wurden dann einige Zeit kultiviert. Danach erfolgte eine Injektion der Bindegewebe-Vorläufer vermischt mit Kollagen unter die Schleimhaut des Harnleiters. Die Muskelzell-Vorläufer wurden direkt in den Schließmuskel injiziert.
Die Fachleute in der Zusammenfassung ihres Vortrages: „Bei acht Patienten – bei allen sieben Frauen und bei einem Mann – wurde dadurch die Inkontinenz vollkommen geheilt. Keine der Patienten benötigte noch Vorlagen. Die Lebensqualität der betroffenen Patienten erhöhte sich nach dem Eingriff dramatisch.” Laut diesen ersten Daten – so die Wissenschafter – könnte die neue Methode ein Verfahren für die Zukunft sein. Das Konzept muss aber noch an mehr Patienten erprobt werden.

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