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Urologie 5. August 2005

Sildenafil: Sicher bei Patienten mit stabiler KHK

Bei Patienten mit stabiler KHK und ohne Nitrat-Therapie hat Sildenafil keinen negativen Einfluss auf die Blutversorgung des Herzens. Dies bestätigen die Ergebnisse echokardiographischer Untersuchungen während der Belastung auf einem Liegefahrrad. Die Resultate hat jetzt Dr. Patricia A. Pellika von der Mayo Clinic in Rochester, US-Staat Minnesota, in "JAMA" (287, 2002, 719) publiziert. Untersucht wurden in der kontrollierten, doppelblinden Überkreuz-Studie 105 Männer, die im Mittel 66 Jahre alt waren. Alle hatten eine erektile Dysfunktion und eine koronare Herzkrankheit.

Alle wurden zweimal echokardiographisch bei der höchsten möglichen Belastung untersucht, einmal eine Stunde, nachdem sie 50 oder 100 Milligramm Sildenafil  eingenommen hatten, und einmal nach der Einnahme eines Placebos. Um eine Interaktion mit Sildenafil zu verhindern, wurden bei allen Patienten, die Nitrate bekamen - das waren 20 Prozent -, die Nitrate 72 Stunden vor den Untersuchungen abgesetzt. Die Studie ergab keinen negativen Einfluss von Sildenafil auf die Symptomatik. Auch verkürzte das Präparat nicht die Zeit, bis unter Belastung Ischämie-Symptome auftraten. Die Echokardiographie ergab außerdem, dass durch das Medikament das Ausmaß der Ischämie unter Belastung nicht verstärkt wurde. Sildenafil bedeutet somit also kein zusätzliches Risiko beim Geschlechtsverkehr für Patienten mit stabiler KHK, wenn sie keine Nitrate nehmen.

Positive Wirkung auch bei Diabetikern

Mindestens jeder zweite männliche Diabetiker ist von einer ED betroffen. 65 Prozent der Diabetiker mit ED, die Sildenafil verabreicht bekamen, berichten laut dem Düsseldorfer Diabetologen Prof. Dr. Dan Ziegler über eine verbesserte Erektion.  Im Rahmen einer europäischen Studie nahmen 219 Männer mit Typ-2-Diabetes und ED nach einer Zufallsverteilung Sildenafil in flexibler Dosierung oder Placebo ein. Nach zwölfwöchiger Therapie hätten 65 Prozent der Patienten mit Sildenafil die Frage "Hat die Behandlung Ihre Erektionen verbessert?" positiv beantwortet, aber nur 10 Prozent der Patienten mit Placebo. Ein weiteres Studienergebnis: Bei ähnlicher sexueller Aktivität nahm die Zahl der erfolgreichen Versuche von Geschlechtsverkehr pro Woche mit Sildenafil von 0,16 auf 1,2 zu, mit Placebo dagegen nur von 0,16 auf 0,22 erfolgreiche Versuche. Sowohl beim Kriterium "Erreichen einer Erektion, die ausreichend ist für eine Penetration" als auch beim Kriterium "Aufrechterhalten der Erektion" sei Sildenafil im Vorteil gewesen, so Ziegler. Der Effekt von Sildenafil sei dabei unabhängig davon gewesen, ob die Patienten - entsprechend ihres HbA1c-Wertes - gut oder schlecht eingestellt waren.

Nach Angaben des Düsseldorfer Diabetologen hat die Auswertung von elf kontrollierten Studien mit 152 Typ-1-Diabetikern, 822 Typ-2-Diabetikern und fast 1.700 Studienteilnehmern ohne Diabetes ähnlich positive Ergebnisse für eine Sildenafil-Therapie gebracht. Eine verbesserte Erektion war hier bei jeweils 61 Prozent der Typ-1- und Typ-2-Diabetiker festgestellt worden und damit für Ziegler "nicht oder nur marginal seltener" als bei den nicht an Diabetes Erkrankten mit 77 Prozent.

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