zur Navigation zum Inhalt
 
Urologie 5. August 2005

Hoffnung bei Knochenmetastasen

Nach Daten einer Studie (Saad et al, Zometa is effective in the treatment of bone metastases from protate cancer), die am Urologie-Kongress der European Association of Urology in Birmingham präsentiert wurden, erleiden Männer mit fortgeschrittenem Prostata-Karzinom, die mit Zoledronsäure (Zometa®) behandelt werden, signifikant weniger so genannte "SRE´s"(skeletal-related events) als Patienten, die mit Plazebo behandelt wurden. SRE´s inkludieren pathologische Frakturen, notwendige Knochenoperationen, Bestrahlungstherapie auf Grund von Schmerzen und Rückenmarkskompressionen durch Metastasen. Sie sind mit mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität assoziiert und verkürzen oft auch zum vorzeitigen Tod des Patienten. 

Patientenfreundliche Applikationsform

Durch Zometa® konnte auch eine signifikante Verzögerung bis zum Auftreten erster SRE´s um über 100 Tage festgestellt werden. Außerdem ist die Applikation sehr patientenfreundlich: Zometa® wird alle drei bis vier Wochen intravenös über 15 Minuten verabreicht.  Zoledronsäure ist ein hochpotentes Bisphosphonat der dritten Generation, das die Tumor-induzierte Osteolyse bei Knochenmetastasen solider Tumore wie Prostata-, Lungen- oder Brustkrebs oder beim multiplem Myelom hemmt. 

Etwa 65 bis 75 Prozent aller Patienten mit einem Prostata-Karzinom entwickeln Metastasen, die einerseits zu einer massiven Verminderung der Lebensqualität führen, aber auch eine hohe Komplikationsrate haben. Prof. Dr. Fred Saad, Vorstand der Urologisch-onkologischen Abteilung der Universität Montreal, Kanada, und Leiter der Studie: "Weltweit leiden mehr als 250.000 Patienten unter beeinträchtigenden und unter Umständen lebensbedrohlichen Knochenkomplikationen beim metastasierenden Prostata-Karzinom. Zoledronsäure stellt einen deutlichen Behandlungsfortschritt sowohl hinsichtlich Effektivität als auch hinsichtlich der Applikationsform dar."

In der internationalen, randomisierten doppelblinden und plazebo-kontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit einer 15-minütigen Infusion von Zometa® (4 bzw. 8mg) gegenüber Plazebo verglichen. 643 Patienten mit metastasierendem Prostata-Karzinom wurden in die Studie einbezogen. Als primärer Endpunkt wurde die Rate der Patienten definiert, die bis zum Monat 15 nach Studienbeginn zumindest ein skelettbezogenes Ereignis erlitten hatten.

Von den mit Zometa® behandelten Patienten entwickelten signifikant weniger ein SRE als diejenigen unter Plazebo: 33 versus 44 Prozent (p=0,021). Die 8 mg-Dosierung brachte keinen Vorteil hinsichtlich Wirksamkeit, war aber mit geringerer Verträglichkeit assoziiert. 
Saad: "Alleine das Risiko, eine Fraktur zu erleiden, konnte um die Hälfte reduziert werden. Auch die Zeit bis zum Auftreten der ersten Komplikationen am Knochen konnte signifikant verlängert werden!" 
Die Substanz wurde allgemein gut vertragen, das Sicherheitsprofil war ähnlich dem anderer Bisphosphonate. Saad: "Es traten auch keine Interaktionen mit einer gleichzeitigen Chemo-, Strahlen- oder Hormontherapie auf."

Zometa® hatte vor einem Jahr die Zulassung für die tumorinduzierte Hyperkalzämie erhalten. Am 22. Februar 2002 wurde die Substanz von der FDA zur Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom und soliden Tumroen mit dokumentierten Knochenmetastasen in Verbindung mit einer Standard-antineoplastischen Therapie zugelassen. Laut Zulassungsindikation sollen Männer mit Knochenmetastasen bei Prostatakarzinom behandelt werden, bei denen es trotz hormoneller Therapie zu einer Progression kommt.

Saad erwartet sich von der Substanz auch einen präventiven Effekt: "In vielen präklinischen Studien zeigte sich, dass Zometa einen ausgeprägten antitumorösen und antiangiogenen Effekt besitzt", so Saad. Ob sich die experimentellen Daten auch in der klinischen Praxis bestätigen werden, wird die Zukunft zeigen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben