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Urologie 5. August 2005

Cave Hodenvergrößerung bei jungen Männern!

Die testikulären Keimzelltumoren sind die häufigsten Neoplasien bei jungen Männern im Alter von 20 bis 40 Jahren, mit steigender Tendenz: Die Inzidenz von Hodentumoren liegt bei etwa acht bis zehn pro 100 000 Männer und Jahr. Von der Gesamtzahl der in dieser Altersgruppe auftretenden malignen Tumore machen die Hodentumoren nahezu 50 Prozent aus. 

Risikofaktoren für einen Hodentumor sind anomal gelagerte Hoden (Kryptorchismus, Ektopie), Atrophie, Infertilität, Intersex, ein Keimzelltumor im kontralateralen Hoden sowie eine intratubuläre Keimzellneoplasie. Der Einfluss exogener Faktoren ist fraglich. Auf Grund der familiären Häufungen sind genetisch determinierte Faktoren für die Entwicklung der Hodentumore wahrscheinlich. Die meisten Hodentumoren entwickeln sich symptomlos. Es kommt zu einer schmerzlosen Größenzunahme des Hodens, gelegentlich spüren die Patienten ein Schweregefühl im betroffenen Hoden. Deshalb sollte jede schmerzlose Hodenvergrößerung bei jungen Männern solange als Neoplasie betrachtet werden, bis durch adäquate Untersuchungen das Gegenteil bewiesen ist.

Die Diagnostik besteht zunächst aus der Sonographie der Hoden (die eine hohe Sensitivität bei intra- und extratestikulären Läsionen besitzt), der testikulären Palpation, einer MRI (die eine korrekte Aussage in 85 - 100 Prozent liefert) und Bestimmung der relevanten Tumormarker. Zum Staging werden Sonografie und CT eingesetzt. Die weitere Behandlung hängt in erster Linie vom Ausbreitungsstadium und von der histologischen Beurteilung der Hodenkarzinome ab. Prinzipiell lassen sich die Keimzelltumoren histologisch in die Gruppen der Seminome und der Nichtseminome unterteilen. Patienten mit Seminomen in den niedrigen Stadien sprechen sehr gut auf eine Radiatio an, dagegen ist bei Nichtseminomen die Operation oder die Chemotherapie die adäquate Maßnahme.

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