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Urologie 5. August 2005

ED: Spontaner Sex möglich!

Birmingham. Erhalten Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED) Apomorphin, dann sollte frühestens nach vier bis sechs Anwendungen über einen Therapieerfolg entschieden werden. Denn die Erfolgsrate nimmt mit der Zahl der Versuche zu. Dies hat Prof. Dr. Dimitriou Hatzichristou beim Kongress der europäischen Urologen in Birmingham berichtet. In mehreren Studien sei belegt worden, dass nach vier bis sechs Versuchen mit 3 mg Apomorphin (Uprima®) bei 70 Prozent der Patienten der Geschlechtsverkehr gelingt. Nach sechs bis acht Versuchen stieg diese Zahl auf 73 Prozent, sagte der Urologe auf einer Veranstaltung des Unternehmens Abbott. 

Für die Substanz spreche aber nicht nur deren Effektivität, sondern auch die Tatsache, dass Apomorphin unabhängig von der Nahrungsaufnahme appliziert werden könne. Hatzichristou dazu: "Wer unabhängig von solchen Zwängen ist, kann sein Sexualleben wieder spontan ausleben und genießen." Nach Angaben des Urologen kann das Präparat wegen seines zentralen Wirkmechanismus auch von herzkranken Patienten, die auf nitrathaltige Präparate angewiesen sind, eingenommen werden. 

Dies belegen die Untersuchungen zur Sicherheit und Verträglichkeit der Substanz bei mehr als 5.000 Patienten. Hierbei kam es weder zu kardialen Ereignissen wie Myokardinfarkt, noch zu Apoplex oder gar substanzbedingten Todesfällen. Auch urologisch relevante unerwünschte Wirkungen wie ein Priapismus wurde nicht beobachtet. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. "Allerdings", so der Referent, "nehmen die Begleiterscheinungen mit der Anwendungsdauer ab." Empfehlenswert sei, die Therapie mit der Dosis von 2 mg zu beginnen, und erst dann auf 3 mg zu steigern.

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