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Vorsorge-Koloskopie kommt gut an

Ob die Rate an kolorektalen Karzinomen und die Sterblichkeit mit Hilfe von Vorsorgekoloskopien deutlich reduziert werden kann, hängt entscheidend von der Kooperation zwischen Allgemeinmedizinern, Gynäkologen und Urologen ab. Die Ärzte des Vertrauens sind es, die Patienten zu dieser effizienten Vorsorge motivieren können und sollen.

Eine aktuelle Praxisstudie aus Deutschland belegt die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Koloskopie als Vorsorgeuntersuchung. Bei nahezu jedem dritten Untersuchten konnten Präkanzerosen gefunden und auch gleich entfernt werden. Und fast alle der Untersuchten würden die Darmspiegelung wieder machen lassen. In Österreich wird die Koloskopie und der Test auf okkultes Blut ab dem fünfzigsten Lebensjahr empfohlen, in Deutschland ab 55.

Neun von zehn Präkanzerosen werden rechtzeitig entfernt

Die Entfernung von suspekten Polypen verhütet Karzinome, wie etwa aus der US-amerikanischen National Polyp Study bekannt ist: Mit Polypektomien konnte die Inzidenz kolorektaler Karzinome in der Studienzeit von sechs Jahren um bis zu 90 Prozent reduziert werden. In der Vergleichsgruppe wurde entweder keine Koloskopie durchgeführt oder es waren Patienten ohne Polypektomie.
In einer prospektiven Studie haben der niedergelassene Gastroenterologe Dr. Dietrich Hüppe aus Herne und seine Kollegen Daten von 1.117 Vorsorgekoloskopien aus drei Quartalen analysiert. Es wurden elf Malignome entdeckt (Z Gastroenterol 42, 2004, 591). 138 Patienten (zwölf Prozent) hatten Polypen, die gleich entfernt wurden. Weitere 16 Prozent hatten bioptisch gesicherte adenomatöse Polypensprossen. Folglich wurden bei nahezu einem Drittel der Untersuchten Präkanzerosen entdeckt. Die Akzeptanz für die Vorsorgekoloskopie war hoch: 99 Prozent von in einer Stichprobe befragten 320 Patienten würden die Koloskopie nochmal machen lassen oder sie anderen weiterempfehlen. Als einer der Hauptgründe für die gute Akzeptanz wird das Angebot einer Kurznarkose angeführt. Weiters wurde die Zuweiserhäufigkeit analysiert: Von insgesamt 141 überweisenden Ärzten, wovon überwiegend Hausärzte und Gynäkologen sich sehr engagiert zeigten, waren zehn besonders aktiv: Sie überwiesen mehr als die Hälfte aller Patienten. Es ist festzuhalten, dass Vorsorgekoloskopie nur erfolgreich sein kann, wenn Ärzte des Vertrauens von der Effektivität überzeugt sind und das ihren Patienten auch vermitteln können.

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