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© Sebastian Schreiter/Springer Verlag
 
Urologie 17. Oktober 2014

Spermien variieren ihre Schwimmtechnik

Bisher ging man davon aus, dass alle Spermien eine fast identische Schwimmtechnik haben, manche dabei nur langsamer sind. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch: Spermien wechseln zwischen verschiedenen Schwimmstilen und bilden zeitweise auch Gruppenformationen.

Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat herausgefunden, dass Spermien durch den Wechsel zwischen verschiedenen Schwimmtechniken und das Anheften an andere Zellen die Richtung bestimmen, teilt das Universitätsklinikum Essen mit.

Die Forscher aus Essen und Seattle wiesen nach, dass Spermien sich für wenige Sekunden an andere Zellen anheften, sich danach wieder lösen und durch eine Rotation des Spermienkopfes in eine andere Richtung schwimmen. Wohin die Reise geht, wird durch Art und Geschwindigkeit der Rotation festgelegt. Das gesamte Spermium kann aber auch um seine Längsachse rotieren. Damit wurde ein wichtiger Faktor des Schwimmverhaltens identifiziert (Babcock et al.: BMC Biology 2014, 12: 67).

Zudem wurde beobachtet, dass Spermien in der Lage sind, in Gruppen von zwei bis vier aneinandergelagerten Zellen zu schwimmen, was eine signifikante Zunahme der Geschwindigkeit zur Folge hat. „Diese Ergebnisse werden dazu führen, dass die zweidimensionale, automatisierte Analyse von Spermienbewegungen, wie sie bisher üblich war, neu interpretiert werden und man versuchen muss, Faktoren, die die Anheftung und Rotation von Spermien beeinflussen, zu identifizieren“, wird Studienleiter Prof. Gunther Wennemuth in der Mitteilung zitiert.

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