zur Navigation zum Inhalt
 
Urologie 30. Juni 2005

Die Prostata der älteren Männer

"Zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr müssen bis zu 90 Prozent aller Männer mit einer Vergrößerung der Prostata rechnen, wovon etwa die Hälfte unter hypertrophiebedingten Symptomen leidet.

Mehr Prostataleiden

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird in Österreich im Jahr 2050 mit einer Million an einem Prostataleiden Erkrankten zu rechnen sein", erklärt Prof. Peter Petritsch von der Urologischen Abteilung der Univ.-Klinik Graz.
"Trotz massiver Aufklärung über die Erkrankung und das Risiko der Entstehung eines Prostata-Karzinoms wird die Problematik unter Männern immer noch tabuisiert. Ursachlich beteiligt an der Vergrößerung der Vorsteherdrüse sind die so genannten Steroidhormone des Mannes, in erster Linie das biologisch aktive Dihydrotestosteron", betont der Urologe, "ist es doch hinlänglich bekannt, dass Männer, die vor dem 30. Lebensjahr kastriert werden, weder eine benigne Prostatahypertrophie noch ein Karzinom entwickeln."

Petritsch weiter: "Es ist die Aufgabe des Urologen, die Harnabflussstörung aufgrund einer Vergrößerung der Prostata durch entsprechende Untersuchungen zu erkennen und in weiterer Folge natürlich auch optimal zu behandeln.?In den letzten Jahrzehnten konnten die Untersuchungsmethoden positiv weiterentwickelt werden, sodass sie kaum mehr invasiv sind und damit auch schmerzlos durchgeführt werden können.
"Auch die Behandlungsstrategien haben sich geändert. So bedürfen nur noch 30-40 Prozent der Patienten einer Behandlung, während der Rest unter ?atchfull waiting? also kontrollierter Beobachtung ,steht", erklärt Prof. Petritsch.

An medikamentöser Therapie stehen uns 5alpha-Reduktasehemmer (Finasterid), alpha-Rezeptorenblocker und Phytotherapeutika zur Verfügung. Letztere haben in Europa in der Behandlung der benignen Prostatahypertrophie schon lange Tradition, seit einigen Jahren werden sie auch in den USA vermehrt eingesetzt. 
Die vermutlich multifaktorielle Wirkungsweise der Phytotherapeutika ist nach wie vor nicht zur Gänze erforscht, in mittlerweile abgeschlossenen Langzeitstudien wird ein mit alpha- Rezeptorenblocker beziehungsweise 5alpha-Reduktase- hemmern vergleichbarer Therapieerfolg beschrieben. Eine derzeit laufende randomisierte, doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Multicenter-Studie, an der die Universitätskliniken von Graz, Aachen, Regensburg sowie die Urologischen Abteilungen von St. Pölten und Oberwart beteiligt sind, wird nach WHO Kriterien die klinische Wirksamkeit des natürlichen Präparats Gentos® überprüft.

Einsatz bei Prostatitis

"Die chronische Prostatitis stellt sowohl für den Patienten als auch den Arzt nach wie vor eine große Herausforderung dar", erklärt Doz. Michael Rauchenwald, Vorstand der Urologischen Abteilung St. Pölten. "Ätiologisch nach wie vor ungeklärt gibt es zur chronischen Verlaufsform der Prostatitis viele Hypothesen, wie etwa Infektion mit bislang unerkannten pathogenen Keimen, autoimmune Genese et cetera. Die Symptome sind häufig Dysurie, Dammschmerzen sowie sexuelle Dysfunktion.
Aus klinischer Erfahrung spricht ein hoher Prozentsatz der Prostatitispatienten auf die längerfristige Gabe von Gentos® mit Schmerzreduktion sowie Verbesserung der erektilen Dysfunktion an. Als weitere Indikation ist die interstitielle Zystitis zu erwähnen, allein in Österreich leiden 5.000 Patienten, vorwiegend Frauen, an dieser ebenfalls chronisch verlaufenden Erkrankung. 

Dr. Maria Radlspöck, Ärzte Woche 26/2002

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben